Turbulentes Flag-to-Flag-Rennen im Sprint beim Grand Prix von Spanien in Jerez! Marc Marquez (Ducati) stürzte auf regennasser Fahrbahn, wechselte dadurch zum richtigen Zeitpunkt auf das zweite Motorrad mit Regenreifen und holte sich den Sieg. Er gewann vor seinem Teamkollegen Francesco Bagnaia und vor Franco Morbidelli (VR46-Ducati).

Im Gegensatz zum Qualifying begann der Sprint über 12 Runden bei trockenen Verhältnissen, aber der Himmel war bewölkt. Wie von Michelin prognostiziert, starteten alle 23 Fahrer vorne mit Medium sowie mit dem weichen Hinterreifen.

Von der Poleposition gewann Marc Marquez den Holeshot und übernahm vor Johann Zarco (LCR-Honda), Alex Marquez (Gresini-Ducati) und Jorge Martin (Aprilia) die Führung.

Keinen guten Start hatte Marco Bezzecchi (Aprilia), der bis auf Platz 17 zurückfiel. Auf seinem Startplatz war ein Abreißvisier unter seine Reifen geraten, wodurch er mit Wheelspin nicht vorwärts kam.

Am Ende der ersten Runde schnappte sich Martin in der Zielkurve Platz zwei von Alex Marquez, aber der Gresini-Fahrer konterte in Kurve 1. Martin kam nach außen und hatte plötzlich ein Problem mit der Vorderradbremse.

Martin fiel ans Ende des Feldes zurück und gab anschließend an der Box auf. In der zweiten Runde überholte schließlich Alex Marquez Zarco und war neuer Zweiter. Sein Bruder Marc hatte zu diesem Zeitpunkt bereits eine Sekunde Vorsprung.

Zarco konnte das Tempo der Marquez-Brüder nicht mitgehen, verteidigte sich jedoch gegen Fabio Di Giannantonio (VR46-Ducati) und wehrte mehrere Angriffe ab. Der Italiener setzte sich schließlich in der Sito-Pons-Kurve durch und war Dritter.

An der Spitze wurde Marc zusehends von Alex eingeholt. Außerdem fielen immer mehr Regentropfen. Bei Rennhalbzeit schloss auch Di Giannantonio zu den Marquez-Brüdern auf, da er etwas schnellere Rundenzeiten fuhr.

Regen sorgt für chaotische zweite Rennhälfte

Sechs Runden vor Rennende überholte Alex in der Jorge-Martinez-Kurve Marc und übernahm die Führung. Eine Runde später stürzte Marc Marquez in der Zielkurve, als der Regen immer stärker wurde.

Er bog anschließend für den Motorradwechsel an die Box ab. Auch Brad Binder (KTM), Bagnaia, Morbidelli, Alex Rins (Yamaha) und Augusto Fernandez (Yamaha) wechselten zu diesem Zeitpunkt auf das Motorrad mit Regenreifen.

Gleichzeitig stürzte Alex Marquez in Führung liegend im dritten Sektor. Drei Runden vor Rennende kamen die meisten Fahrer zum Motorradwechsel an die Box, nur Fermin Aldeguer (Gresini-Ducati) blieb noch mit Slicks draußen.

Plötzlich ist das Ducati-Werksteam vorne

Aldeguer hatte neun Sekunden Vorsprung auf Binder mit Regenreifen, aber der KTM-Fahrer stürzte. Drei Runden vor Rennende ging auch Bezzecchi zu Boden. Plötzlich lief alles für das Ducati-Werksteam.

Bagnaia und Marc Marquez schlossen mit Regenreifen rasch auf Aldeguer mit Slicks auf. Sie übernahmen die Führung. Marc Marquez überholte seinen Teamkollegen in der Angel-Nieto-Kurve und führte trotz seines Sturzes wieder das Rennen an.

Der amtierende MotoGP-Weltmeister eroberte in einem chaotischen Flag-to-Flag-Rennen den 17. Sprint-Sieg seiner Karriere und egalisierte damit wieder Martin in der Bestenliste der Sprintrennen.

„Ich glaube nicht, dass ich jemals ein verrückteres Rennen gewonnen habe“, sagt Marc Marquez. „Es ist mein erster Sieg nach einem Sturz. Ich bin im ‚besten Moment‘ gestürzt, denn ich habe ohnehin darüber nachgedacht, an die Box zu kommen.“

„Aber als Alex das Rennen anführte, machte ich den Fehler, ihm zu folgen. Nach dem Sturz habe ich gewartet, bis alle vorbei waren. Das war meine einzige Chance, sofort auf Regenreifen zu wechseln. Danach habe ich gesehen, dass ich Dritter bin und habe einfach gepusht. Ich bin sehr glücklich über diesen Sieg.“

Bagnaia fuhr drei Sekunden dahinter als Zweiter ins Ziel. Dritter wurde Morbidelli, der als 18. gestartet war. Binder wurde Vierter, gefolgt von Di Giannantonio und Raul Fernandez (Trackhouse-Aprilia). Fernandez war als Sechster der beste Aprilia-Fahrer (zum Ergebnis).

Fabio Quartararo sammelte als Siebter WM-Punkte für Yamaha. Zarco und Luca Marini (Honda) komplettierten mit den Plätzen acht und neun die WM-Punkteränge. 17 Fahrer sahen die Zielflagge.

Ab Platz zehn folgten Rins, Enea Bastianini (Tech3-KTM), Pedro Acosta (KTM), Fernandez, Diogo Moreira (LCR-Honda), Ai Ogura (Trackhouse-Aprilia), Jack Miller (Pramac-Ducati), der auch einen Sturz hatte, und Aldeguer.

Fünf Runden vor Rennende kollidierten Toprak Razgatlioglu (Pramac-Yamaha) und Lorenzo Savadori (Aprilia), als der Türke in einer Rechtskurve überholen wollte.

Mit diesem Ergebnis rückt Marc Marquez auf WM-Rang vier vor und liegt 24 Punkte hinter Bezzecchi (zur WM-Wertung).

Der Grand Prix über 25 Runden startet am Sonntag um 14:00 Uhr (zur Startaufstellung).

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