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Auf Reddit diskutiert man über die kreative Daseinsberechtigung von HBOs Harry Potter-Remake.
HBOs Harry-Potter-Serie soll die Bücher neu erzählen – doch auf Reddit fragen viele, ob das überhaupt nötig ist. Die Community sieht ein wirtschaftlich logisches Remake, zweifelt aber am kreativen Mehrwert. Entscheidend könnte werden, ob HBO bisher fehlende Buchszenen wirklich sinnvoll nutzt.
Während im Hinblick auf HBOs neue Harry Potter-Serie überwiegend über die Besetzung, die Bildstimmung oder die Buchnähe diskutiert wird, stellt man sich in einem viel beachteten Reddit-Thread eine viel grundsätzliche Frage, die letztlich über Erfolg und Misserfolg entscheiden könnte: Ist das Remake „kreativ überflüssig“? Angestoßen wurde die Diskussion von Reddit-User u/CharakterRant mit der Frage „Warum schreibt man nicht einfach über eine andere Zauberschule?“.
Der Autor geht davon aus, dass die erste Folge durchaus gut gemacht sein könnte. Trotzdem fehle ihm der kreative Reiz: Bessere Optik, mehr Buchtreue und eine neue Besetzung würden für ihn nicht ausreichen, wenn am Ende wieder dieselbe Geschichte erzählt werde. Zur Erklärung bedient sich der Redditor eines Vergleichs aus der Gaming-Welt: Das Demon’s-Souls-Remake ist zwar optisch beeindruckend, bleibt im Kern aber dasselbe Spiel geblieben. Spannender findet er Ansätze wie beim Final Fantasy 7 Remake, weil dort zumindest erzählerisch neue Wege eingeschlagen wurden.
Als positives Gegenbeispiel nennt u/CharakterRant Hogwarts Legacy. Das Spiel nutzt zwar die bekannte Zauberwelt, spielt aber rund 100 Jahre vor den Büchern und erzählt dadurch eine eigene Geschichte. Genau so etwas hätte er sich auch von HBO gewünscht: keine Neuauflage von Hogwarts in leicht anderer Form, sondern eine andere Schule, neue Perspektiven und originelle Figuren. Auch die Debatte um die Besetzung von Snape wäre aus seiner Sicht vermeidbar gewesen, wenn die Serie nicht erneut auf bestehende Figuren setzen würde.
Community mit viel Zustimmung, aber auch Verständnis für HBO
Viele Redditoren stimmen der Grundthese zu: Künstlerisch wirke das Remake unnötig, wirtschaftlich sei es aber logisch. Hogwarts und Harry Potter hätten schlichtweg mehr Wiedererkennungswert als eine neue Schule ohne vertraute Namen. Ob das Remake am Ende tatsächlich kreativ überflüssig ist, dürfte vor allem davon abhängen, ob HBO der bekannten Geschichte einen spürbar neuen Blickwinkel geben kann. Viel dürfte dabei an Szenen hängen, die in den Filmen fehlten und der Serie mehr erzählerische Eigenständigkeit verleihen könnten.
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Marius Müller – Tech Writer – 4087 Artikel auf Notebookcheck veröffentlicht seit 2024
Als Kind der 90er war mein Gameboy mein ständiger Begleiter. Nach der Schule wurde die PlayStation angeworfen. Als ich schließlich meinen ersten PC bekam, war es vollends um mich geschehen. Meine Leidenschaft fürs Gaming ist seitdem nie wieder abgeflacht. Für Notebookcheck zu schreiben bedeutet für mich, über Themen zu berichten, die mir wirklich am Herzen liegen – neben Gaming auch gerne über E-Mobilität, Fotovoltaik oder innovative Gadgets. Wenn ich gerade nicht am Rechner sitze, schiebe ich wahrscheinlich Wasserrettungsdienst an der Ostseeküste oder versuche, den Schattenseiten meines Geek-Lebens – nämlich dem langen Sitzen – in der lokalen Schwimmhalle entgegenzuwirken.
