Wien – Der Geiger und Gründer des Alban Berg Quartetts Günter Pichler ist tot. Er starb im Alter von 85 Jahren, wie Daniel Froschauer, Vorstand der Wiener Philharmoniker am Sonntag bestätigte. Pichler, 1940 in Kufstein geboren, wurde bereits im Alter von 21 Jahren von Herbert von Karajan zum Konzertmeister der Philharmoniker berufen. 1970 gründete er das Alban Berg Quartett und blieb bis zur Auflösung 2008 dessen Primarius.

Pichler verstarb laut Informationen der Presse am vergangenen Freitag bei einem Autounfall. Schon als 18-Jähriger war er Konzertmeister der Wiener Symphoniker. 1955 hatte er sein Studium an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien begonnen, bevor er 1963 dort selbst als Professor zu lehren begann. 1993 bis 2012 lehrte er außerdem an der Musikhochschule Köln. 2007 wurde er zum Leiter des Departments für Kammermusik an der Escuela Superior de Música Reina Sofia in Madrid bestellt.

Pichler gründete 1970 das Alban Berg Quartett. Das Ensemble zählte unter seiner Führung zu den renommiertesten Streichquartetten der Welt. Neben seiner Quartett-Arbeit startete Pichler eine Karriere als Dirigent und arbeitete mit vielen Orchestern in Europa und im asiatischen Raum zusammen. Für seine künstlerische Arbeit wurde Pichler 1993 mit dem Großen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet. 2008 erhielt er den Tiroler Landespreis für Kunst.

Die Philharmoniker zeigten sich „tief bestürzt über den Verlust einer genialen Musikerpersönlichkeit, mit dem es eine lange und tiefe künstlerische Verbindung gab. Er war einer von uns, unsere Gedanken sind bei seiner Familie“, so Orchester-Vorstand Froschauer. (APA, TT)