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Sydney – Während Wal Timmy in der Ostsee die Menschen in Deutschland beschäftigt, sorgt ein weiterer Wal für Aufregung. Das tote Tier ist südlich von Sydney an der Küste Australiens angespült worden. Es zieht nun gefährliche Jäger an. Sie fressen den Wal auf.
Wie die Behörden mitteilten, handelt es sich um ein rund acht Meter langes Teilstück eines insgesamt etwa 25 Tonnen schweren Pottwals. Der Kadaver liegt auf Felsen vor dem Era Beach im Royal National Park und verströmt bereits starken Verwesungsgeruch. Doch das eigentliche Problem lauert im Wasser: Mehrere Haie haben das tote Tier entdeckt und liefern sich nun ein Fressgelage. „Es wurden Weiße Haie und auch Bullenhaie gesichtet“, erklärte Gebietsleiter Brendon Neilly.
Wal löst Sperrung der Strände aus
Aus Sicherheitsgründen wurden gleich mehrere Strände gesperrt, darunter Era Beach, Garie, Burning Palms und Wattamolla. Die Behörden reagieren damit auf die erhöhte Haiaktivität. Für Menschen am Strand besteht laut Experten zwar keine direkte Gefahr durch den Kadaver selbst, wohl aber durch die hungrigen Raubfische im Wasser.

Von oben sieht man deutlich, dass es nur ein Teil des Pottwals ist, das am Strand vor Sydney angespült wurde
Foto: 9News
Die Situation sei ein „ganz natürlicher Vorgang“, so die Nationalparkbehörde. Der Wal werde durch die Haie wieder in den Nahrungskreislauf zurückgeführt. Doch Neilly warnt deutlich: „Ich würde dort im Moment nicht schwimmen gehen.“ Die Todesursache des Wals ist bislang unklar.
Bergung des Wals schwierig
Die Entfernung des riesigen Tierkörpers gestaltet sich kompliziert. Der Fundort ist nur zu Fuß erreichbar. Ein Abschleppen ins Meer gilt als zu gefährlich für Schiffe und Besatzung. Frühestens ab Dienstag könnte eine Lösung umgesetzt werden. Währenddessen läuft in Deutschland die Rettung des Wals in der Ostsee. Ein Spezial-Team an Helfern kümmert sich um den Buckelwal Timmy.
Pottwale gehören zu den größten Lebewesen der Erde: Männchen können über 20 Meter lang und mehr als 50 Tonnen schwer werden. Sie leben in allen Ozeanen und tauchen auf der Jagd nach Tintenfischen bis in Tiefen von über 1000 Metern.
Gefährliche Begegnungen
Haiangriffe sind in Australien keine Seltenheit: Seit 1791 wurden fast 1300 Vorfälle registriert, mehr als 260 davon endeten tödlich. Erst im Januar starb ein zwölfjähriger Junge nach einer Hai-Attacke im Hafen von Sydney.
Der aktuelle Fall zeigt: Wenn ein Gigant der Meere stirbt, beginnt für andere das große Fressen. Und für Menschen heißt es: Abstand halten!