Nachdem Marc Marquez einen glücklichen Sprintsieg in Jerez gefeiert hatte, endete der Grand Prix von Spanien für den amtierenden MotoGP-Weltmeister nach nicht einmal acht Kilometern.

Marquez stürzte in der zweiten Runde in der schnellen Rechtskurve 11. Zu diesem Zeitpunkt lag er auf dem zweiten Platz hinter seinem Bruder Alex, der ihn kurz zuvor in Kurve 6 überholt hatte.

„Ich habe früher gebremst als in der Runde davor“, berichtet Marquez über den Sturz. „Die Kurvengeschwindigkeit und die Schräglage waren gleich, aber ich bin gestürzt. Also habe ich irgendetwas nicht richtig gemacht.“

„Manchmal stürzt man, manchmal gewinnt man, manchmal verliert man, und heute bin ich gestürzt.“ War es ein Fehler, oder spielte eventuell auch der Wind in dieser schnellen Kurve eine Rolle?

Marquez meint: „Wenn es Seitenwind gibt, betrifft er alle. Das Motorrad ist vorne eingeklappt. Ich habe nicht einmal versucht, den Sturz zu retten. Wenn man auf dem Motorrad das Kiesbett trifft – man hat gesehen, wie das Motorrad am Ende aussah.“

„Ich habe mich so positioniert, dass ich kontrolliert ins Kiesbett stürze.“ Seine Ducati überschlug sich mehrfach und war ein Totalschaden. Marquez blieb unverletzt und musste auch nicht das Medical Center aufsuchen.

Zum Zeitpunkt des Sturzes war Marco Bezzecchi direkt hinter Marquez. Der Aprilia-Fahrer vermutet, dass der Wind eine Rolle gespielt haben könnte und Marquez deshalb das Vorderrad schlagartig und ohne Vorwarnung eingeklappt ist.

„Also, als ich hinter ihm war, habe ich gesehen, wie Marc schnell [in die Kurve] hineinfährt, aber ehrlich gesagt war die Linie gut“, sagt Bezzecchi. „Der einzige Unterschied, den ich bemerkt habe, war, dass der Wind dort extrem stark war.“

„Während des Wochenendes, auch gestern im Regen, hatten wir überhaupt keinen Wind. Das ist ungewöhnlich in Jerez und war ehrlich gesagt fantastisch, aber heute war es ein typisches Jerez: sonnig, wunderschönes Wetter, aber auch sehr windig.“

„Das machte es am Anfang schwierig. Das ist auch der Grund, warum ich zu Beginn in Kurve 8 einen Fehler gemacht habe.“ Bereits nach dem Freitagstraining nannte Marquez seinen Bruder Alex als Favoriten.

Er selbst sprach davon, dass er es eventuell auf das Podium schaffen könnte. Das sieht Marquez auch nach dem Rennen so: „Ich glaube, dass Alex‘ Tempo sowieso unerreichbar war. Er war heute nicht zu schlagen.“

„Aber wir sind entschlossen angetreten, um um Platz drei oder vier zu kämpfen. Ich wusste, dass Alex dieses Wochenende im Trockenen schneller als alle anderen war. Mein Ziel war es, auf Platz drei oder vier ins Ziel zu kommen.“

„Leider endete unser Rennen früh, aber da gibt es nichts zu sagen. Das war einfach ein Fehler.“ Marquez hat am Jerez-Wochenende zwar nur acht WM-Punkte auf Bezzecchi verloren, sein Rückstand wuchs allerdings auf 44 WM-Punkte.

Marquez gibt zu: Es ist nicht so leicht wie im Vorjahr

Zum letzten Mal stand Marquez bei seinem WM-Gewinn im vergangenen September in Japan in einem Grand Prix auf dem Podium. Anschließend folgte Indonesien, wo er sich bei einem von Bezzecchi ausgelösten Unfall die rechte Schulter verletzte.

„Es sieht so aus“, findet Pedro Acosta, „als würde er seit Indonesien nicht mehr so komfortabel fahren, wie er es im Vorjahr getan hat. Ich vermute, dass er nicht bei 100 Prozent ist, denn es ist ziemlich ungewöhnlich, Marc in so einer Kurve stürzen zu sehen.“

Marc Marquez, Marco Rigamonti

Marc Marquez und sein Crewchief Marco Rigamonti

Foto: Getty Images Europe

Marquez selbst betonte am Sonntag auch nach dem Sturz im Grand Prix, dass er „körperlich nun auf einem guten Level sei“. Aber er gibt auch zu: „Aus irgendeinem Grund fühle ich mich momentan nicht so wie im vergangenen Jahr.“

„Im vergangenen Jahr stimmt es, dass ich auf eine leichte Art gefahren bin, immer in einer guten Position auf dem Motorrad. Und dieses Jahr bekomme ich das nicht hin. Und ich stürze auch zu viel. Ja, und genau da muss ich ein paar Dinge verstehen.“

„Ich verstehe jeden, und ich bin der Erste, der versucht, die Dinge optimistisch zu sehen, aber gleichzeitig realistisch“, betont der 33-Jährige. „Habe ich gestern an der WM-Führung gekratzt?“

„Im Moment fahren wir weder auf unserem besten Niveau noch haben wir das Tempo, ich meine mein Tempo, um um die Weltmeisterschaft zu kämpfen. Wenn man an Sonntagen nicht auf dem Podium steht, ist es sehr schwierig.“

„Aber wir werden versuchen, uns Schritt für Schritt zu verbessern und dieses Gefühl wiederzufinden. Morgen haben wir einen Test, bei dem wir versuchen werden, zu verstehen, ob wir uns in bestimmten Bereichen verbessern können.“

Alex Marquez sorgte zwar für den ersten Ducati-Saisonsieg, aber das Werksteam wartet seit neun Grands Prix auf einen Podestplatz. Francesco Bagnaia schied in Jerez mit einem technischen Problem aus.

Wir wollen Deine Meinung!

Was würdest Du gerne auf Motorsport.com sehen?

An unserer 5-Minuten-Umfrage teilnehmen

– Das Motorsport.com-Team