Zu den größten Verlierern des laufenden Jahres zählen Bernard Arnault und Steve Ballmer. Doch wer hat sie im Reichstenranking überholt?

Wenn diese Woche Alphabet, Amazon, Microsoft und Meta ihre Zahlen veröffentlichen und die Aktienkurse dieser Unternehmen nach unten oder oben ausschlagen, könnten auch die Gründer und Chefs zumindest auf dem Papier urplötzlich reicher oder ärmer werden. Und zwar durchaus um mehrere Milliarden Dollar, da sich die Vermögen dieser Leute im dreistelligen Milliardenbereich bewegen. Dabei liegen die Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin, Amazon-Gründer Jeff Bezos und Meta-Chef Mark Zuckerberg reichstumsmäßig gar nicht weit auseinander, alle sind sie zwischen 240 und 290 Milliarden Dollar schwer. An Elon Musk (655 Milliarden Dollar) kommen sie ohnehin nicht ran.

Nur einer der sechs Reichsten im Bloomberg-Ranking ist seit Jahresbeginn ärmer geworden, nämlich Oracle-Gründer Larry Ellison, dessen Oracle-Papiere wegen der Sorge, dass die KI den Softwarefirmen das Geschäft wegnehmen könnte, abgestürzt sind. Mit einer Vermögensschrumpfung von acht Milliarden Dollar zählt Ellison aber keineswegs zu den größten Verlierern. Da hat es den Franzosen und LVMH-Chef Bernard Arnault, dessen Unternehmen unter der Krise des Luxussektors leidet, Ex-Microsoft-Chef Steve Ballmer, dem der Kursverfall der Microsoft-Aktie zusetzt, oder Warren Buffett, dessen Holding Berkshire Hathaway nach seinem Rückzug deutlich Federn lassen musste, schlimmer erwischt: Ihr Vermögen ist um zweistellige Milliardensummen geschrumpft.

Und das hat wiederum einem Mann ermöglicht, an ihnen vorbeizuziehen und Platz sieben zu ergattern: Michael Dell, dessen Vermögen seit Anfang Jänner um 40 Milliarden auf 180 Milliarden Dollar gestiegen ist. Der 61-Jährige hält noch immer 40 Prozent an dem Unternehmen, das er 1984 im Studentenheim gegründet hat. Allein seit Jahresbeginn ist die Aktie des Computerbauers um 67 Prozent gestiegen. Der Grund: Dell hat sich als einer der wichtigsten Lieferanten für High-End-Server etabliert, die für das Training von KI-Modellen benötigt werden. Das Unternehmen erwartet für 2026 einen massiven Anstieg der Auslieferungen von KI-Servern.

Darüber hinaus hält Michael Dell einen großen Anteil an dem Chip-Designer Broadcom, der sich heuer um ein Fünftel verteuert hat und erstmals eine Marktkapitalisierung von zwei Billionen Dollar erreicht hat. Broadcom liefert die für den KI-Boom nötigen Netzwerk-Chips. Beide Aktien sind heuer deutlich stärker gestiegen als Nvidia, weswegen sich der Chef und Gründer des weltgrößten Konzerns, Jensen Huang, mit Platz acht im Milliardärsranking begnügen muss. Und das, obwohl Nvidia 35 Mal so groß ist wie Dell. Mit 167 Milliarden Dollar ist Huang nunmehr aber reicher als Arnault (160 Milliarden Dollar).

Und erstmals seit Langem zählt wieder ein Mann zu den zehn Reichsten, der vor allem durch Erbschaft wohlhabend geworden ist: Walmart-Erbe Jim Walton hat mit einem Vermögen von 155 Milliarden Dollar Steve Ballmer überholt, den Manager, der zwischen Bill Gates und Satya Nadella Microsoft-Chef war. Warren Buffett liegt mit 139 Milliarden Dollar nur noch auf Platz 14. Doch wo ist Bill Gates? Der ist der ärmste unter den 17 Menschen mit einem Vermögen im dreistelligen Milliardenbereich. Er hat viel gespendet und anders als Ballmer frühzeitig breit gestreut. Heuer konnte er immerhin die Lücke zu diesem ein wenig verkleinern.

E-Mail: beate.lammer@diepresse.obfuscationcom

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