Lesachtal – Die Löschmannschaften im Kärntner Lesachtal sind am Montag weiter mit den Nachlöscharbeiten am Boden beschäftigt gewesen. Das werde sicher noch einige Tage so weitergehen, sagte Feuerwehrsprecher Florian Jost auf APA-Anfrage. Es gebe immer wieder Hotspots, wo plötzlich wieder Flammen auftauchen. „Es ist wichtig, dass wir ausreichend Hubschrauber vor Ort haben, um das im Keim zu ersticken.“
Hubschrauber von Polizei und Bundesheer unterstützen seit Tagen den Löscheinsatz im Lesachtal.
© Daniel Liebl
265 Feuerwehrleute waren am fünften Tag des Löscheinsatzes im 110 Hektar großen, betroffenen Gebiet aktiv, unterstützt von fünf Hubschraubern – zwei Polizeihubschrauber, drei vom Bundesheer. Katastrophenhilfszüge aus den Bezirken Feldkirchen und St. Veit an der Glan stellten 100 der Feuerwehrleute. Auch aus Osttirol kam wieder Unterstützung.
Es ist wichtig, dass wir ausreichend Hubschrauber vor Ort haben, um das im Keim zu ersticken.
Feuerwehrsprecher Florian Jost
Fünf Bergretter waren im Einsatz, um Feuerwehrleute bei Bedarf im steilen Gelände bei Nachlöscharbeiten zu sichern. Sieben Sanitäter standen für Notfälle bereit. Am Dienstag werden die Löschmannschaften wieder teilweise ausgetauscht, es kommt der Katastrophenhilfszug aus Klagenfurt zur Unterstützung.
Weil Montag ist, mussten einige Feuerwehrleute zurück an ihre Arbeitsstellen. Das merke man und ihr Fehlen beim Einsatz auszugleichen, sei eine Herausforderung, sagte Jost. Landeshauptmann Daniel Fellner (SPÖ) hatte am Sonntag an Arbeitgeber appelliert, ihre Mitarbeiter, die bei der Feuerwehr sind, freizustellen. Das Land zahlt dafür eine Entschädigung von 200 Euro pro Tag.
110 Hektar sind vom Brand betroffen.
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Wie Maximilian Turrini von der Arbeiterkammer erklärt, besteht ein Anspruch auf Entgeltfortzahlung für freigestellte Feuerwehrleute bei Großschadensereignissen, wenn das Ausmaß und die Lage der Dienstfreistellung mit dem Dienstgeber vereinbart worden ist. „Es ist immer eine Vereinbarung zu treffen, um die Entgeltfortzahlung auszulösen, die Vereinbarung muss jedoch nicht für ein konkretes Großschadensereignis getroffen werden, sondern kann auch für die Zukunft getroffen werden.“ Ein Großschadensereignis liege vor, wenn zumindest acht Stunden durchgehend mehr als 100 Personen im Einsatz sind.
Die Sperre der Lesachtal Straße (B111) zwischen St. Lorenzen und Maria Luggau bleibt weiterhin aufrecht. Das teilte die Bezirkshauptmannschaft Hermagor mit. (APA, TT.com)