Wie stark ist die Motorleistung?
Mit rund 8 PS geht Honda alles andere als ans Limit der 125er-Klasse mit maximal 15 PS. Das müssen die Japaner auch nicht – dabei schöpft der CUV e: mit 22 Newtonmetern nicht einmal extrem aus dem Drehmoment-Topf. Dafür verteilt er seine Power äußerst linear, ist eher ein lässiger Gleiter als ein verschwitzter Hetzer – und schafft so auch seine zuverlässige Reichweite. Angeblich stemmt er problemlos zwei Personen plus 30 Kilo Gepäck – wir glauben es unbesehen. Solo stimmen die 83 km/h Höchstgeschwindigkeit und damit der notwendige Survival-Speed auf der Wiener Südost-Tangente jedenfalls exakt.
 
Wie fährt sich der CUV e: und hält das Reichweiten-Versprechen in der Praxis
Egal, ob Strom oder Benzin, Roller oder Bike – Honda bleibt Honda. Einlenkverhalten, Balance, „Gas“-Annahme, Bremsdosierung – alles solide, es eckt, klappert oder scheppert nichts. Kurze Schläge von der Fahrbahnoberfläche stecken Fahrwerk und Chassis ebenso weg, wie lange Schwünge. Das Setup mit den 12 Zoll-Rädern ist tadellos, die Einarm-Schwinge hinten völlig ausreichend und dank der sauber dosierbaren Integralbremse macht sich nicht einmal das fehlende ABS negativ bemerkbar – ebenso wenig, wie der verhältnismäßig hohe Schwerpunkt durch die Akkus, der auch in Schräglagen nicht am neutralen Gesamterlebnis rüttelt. In Sachen kompakter Wendigkeit ist der CUV e: top. Und sogar an einen Rückwärtsgang für leichteres Rangieren hat Honda gedacht.
Bei vollgeladenen Akkus steht die Reichweitenanzeige auf exakt 70 Kilometer – bei weitem genug für den täglichen City-Einsatz, für den der CUV e: konzipiert wurde. Im Eco-Programm steigt die Maximal-Distanz zwar nicht, aber die Zahlen purzeln tatsächlich weniger rasch, als sie am Kilometerzähler hochgehen. Herauszufinden, wie viele es theoretisch werden können, wäre aber eine ziemliche Geduldsprobe: Die Leistungsabgabe ist in diesem Modus höflich gesagt gar sanft – also eher Mofa, als 125er. Auf Normal-Modus gestellt, bessert sich das Power-Potenzial etwas, es bleibt aber bei sehr moderatem Vortrieb. Er genügt, um im City-Gewusel mitzuschwimmen, für echten Fahrspaß geht aber eventuell immer noch recht schaumgebremst zu. Was sich im Sport-Modus dramatisch ändert – da drückt der kompakte Honda-Roller gehörig auf die Gaudi-Tube, bleibt dabei aber trotzdem immer beherrschbar. Leistungs-Überschüsse verkneift er sich und weil eh immer zu viel Verkehr ist, um die Möglichkeiten konfliktfrei auszureizen, entgleist der Verbrauch auch dann nicht – auf klar über 50 Kilometer Distanz darf sich selbst der Sport-begeisterte Fahrer also verlassen.