Olise unverkäuflich 

FC Bayern: So ist der Zeitplan bei Kane – Warum Dembélé beim BVB landete

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Aufsichtsratsmitglied Karl-Heinz Rummenigge hat konkrete Vertragsgespräche des FC Bayern mit Torjäger Harry Kane (32) nach dem Saisonende angekündigt – und dann gibt es für den Rekordmeister nur eine Stoßrichtung. „Mit dem klaren Ziel, seinen Vertrag zu verlängern“, unterstrich Rummenigge im Interview mit dem Internetportal „T-Online“.

Kane war im Sommer 2023 für die Münchner Rekordablöse von 95 Millionen Euro von Tottenham Hotspur verpflichtet worden und hatte einen Vertrag bis 2027 unterschrieben. In 141 Spielen für den FC Bayern hat der Kapitän der englischen Nationalmannschaft 138 Tore erzielt.

„Harry Kane zu Bayern München zu holen, war ein wichtiger Coup in der Geschichte des Klubs“, sagte Rummenigge vor den Halbfinalspielen in der Champions League gegen Titelverteidiger Paris Saint-Germain. „Es ist ja bekannt, dass er eine Ausstiegsklausel hatte. Die hat er nicht gezogen und damit signalisiert, dass er auf jeden Fall in München bleibt. Und jetzt werden die zuständigen Verantwortlichen im operativen Bereich – so ist das besprochen – irgendwann nach der Saison Gespräche mit ihm führen.“

Unter Trainer Vincent Kompany habe Kane noch einmal „eine Transformation“ vollzogen, erklärte Rummenigge. Und zwar von einem Angreifer, der viele Tore geschossen habe, zu einem „spielenden Stürmer“. Und das sei für das Bayern-Spiel „sehr wichtig“.


Wichtig ist für die Münchner auch Michael Olise. Rummenigge erklärte den 24 Jahre alten französischen Nationalspieler quasi für unverkäuflich. Man habe bei den Bayern mal entschieden, dass „wir in Zukunft keinen Spieler mehr verkaufen werden, den wir sportlich vermissen würden. Und dieses ungeschriebene Gesetz gilt bis heute. Für einen Spieler wie Olise gibt es kein Preisschild, das uns zucken lassen würde.“ Ähnlich hatte sich zuletzt auch schon Sportchef Max Eberl geäußert.

Warum Dembélé beim BVB und nicht beim FC Bayern landete

Im Halbfinale der Königsklasse warten aufseiten von PSG mit Ousmane Dembélé (28) und Désiré Doué (20) auch zwei Top-Spieler, die der FC Bayern gerne geholt hätte. „Bei Dembélé war ich noch selbst mit dabei. Wir und vor allem unser damaliger Sportdirektor Michael Reschke wollten ihn unbedingt verpflichten, aber leider ist uns damals Dortmund zuvorgekommen“, erinnerte sich Rummenigge. Der langjährige Vorstandsvorsitzende verriet auch, warum die Münchner 2016 das Nachsehen hatten.

„Dembélé spielte damals bei Stade Rennes. Die Klubbesitzer waren gleichzeitig auch die Besitzer von Puma. Dortmund hatte zu dem Zeitpunkt einen Ausrüstervertrag mit Puma. Dementsprechend war klar, dass wir als Adidas-Klub da nicht unbedingt präferiert zum Zug kommen“, so Rummenigge. Der spätere Ballon-d’Or-Gewinner steuerte für den BVB in 50 Spielen 31 Scorer bei und wechselte nach einem Jahr zum FC Barcelona – Transferplus: 113 Mio. Euro.

„Das war ein wunderbarer Spieler, aber wie man gesehen hat, ist er bei Dortmund auch schnell wieder Richtung Barcelona abgewandert. Er ist ohne Frage ein sehr guter Spieler, der aber auch gut geführt werden muss“, sagte Rummenigge. Dembélé führte PSG in der vergangenen Saison zum ersten Champions-League-Titel inklusive nationalem Triple und krönte sich zum Weltfußballer. Über die Trophäen konnte sich auch Offensivkollege Doué freuen, der ebenfalls aus dem Nachwuchs von Stade Rennes stammt und 2024 für 50 Mio. Euro nach Paris statt nach München ging.

„Der Spieler hätte auch vom Preis-Leistungs-Verhältnis mit Ablöse und Gehalt gut zu uns gepasst“, gab Rummenigge zu Protokoll. „Den hätten wir gerne verpflichtet, er hätte uns sehr gut zu Gesicht gestanden. Aber er hat sich für Paris entschieden, weil er in seiner französischen Heimat bleiben wollte. Wir werden auch in der Zukunft mal den ein oder anderen Spieler nicht kriegen, weil woanders vielleicht mehr Geld gezahlt wird. Das muss man akzeptieren und ist Teil des Geschäfts. Wie man sieht, können trotzdem sowohl Paris als auch wir sehr ordentlich damit leben.“

Rummenigge lobt Nachfolger Dreesen

Rummenigge äußert zudem höchste Wertschätzung für den aktuellen Vorstandschef Jan-Christian Dreesen, der im Mai 2023 Oliver Kahn nachfolgte. „Im Nachhinein muss man sagen, man hätte ihn von Anfang an als meinen Nachfolger installieren sollen“, meinte Rummenigge. Über viele Jahre hatte er mit Finanzfachmann Dreesen im Vorstand zusammengearbeitet.

Dreesens Vertrag läuft in einem Jahr aus, die Zeichen stehen aber längst auf Verlängerung. „Der Verein darf sich jetzt wieder glücklich schätzen. Jan hat in den letzten zwei Jahren auch extrem an den Finanzen gearbeitet, denn wir waren bei der Payroll auf dem völlig falschen Weg – und sind jetzt wieder auf dem richtigen. Dazu ist in den Verein auch dank ihm wieder Ruhe eingekehrt.“