Der Angriff auf das Gala-Dinner der Hauptstadtpresse im Hilton Hotel in Washington mit US-Präsident Donald Trump und vielen Regierungsvertretern hat Lücken im Sicherheitskonzept offenbart. Laut Washington Post stufte die Regierung das Event nicht mit der Sicherheitsstufe ein, die für ähnliche Versammlungen üblich ist. So seien nicht die vollen Ressourcen ausgeschöpft worden.

Neben Trump waren bei der Veranstaltung auch seine Vize JD Vance, Außenminister Marco Rubio, Verteidigungsminister Peter Hegseth und viele weitere Regierungsvertreter im Raum. „Ich kann kaum glauben, wie lax die Sicherheitsvorkehrungen beim White House Correspondents’ Dinner waren“, schrieb MAGA-Aktivistin Kari Lake auf X. Es habe „praktisch keine Sicherheit“ gegeben.

Der Täter, laut Medienberichten ein 31 Jahre alter Mann aus Kalifornien, stürmte bei dem Gala-Dinner am Samstagabend (Ortszeit) schwer bewaffnet durch einen Sicherheitsposten des Secret Service, ehe er von Beamten gestoppt wurde. Der Verdächtige selbst soll sich in einem Manifest über die lockeren Standards gewundert haben. Tatsächlich mussten Gäste erst unmittelbar vor dem Ballsaal durch eine Sicherheitsschleuse und nicht schon beim Eintritt in das Hotel.

Der Angreifer sollte am Montag in Washington vor einem Haftrichter erscheinen. Der 31-Jährige hat als Nachhilfelehrer sowie Spieleentwickler gearbeitet. Ein früherer Schüler beschrieb ihn in der New York Times als „völlig durchschnittlich“. Laut CNN hat der Mann die Tatwaffen legal in Kalifornien erworben, darunter eine Pistole und eine Schrotflinte.

Unklar ist weiter das genaue Motiv des Täters. Laut Trump hatte der Mann ein Manifest mit antichristlichen Ansichten verfasst. Der amtierende Justizminister Todd Blanche sagte, der Schütze habe es vermutlich auf Regierungsmitglieder abgesehen. Das deckt sich mit Berichten über das Manifest des Schützen. Demnach schrieb er in seinem 1000 Worte umfassenden Schriftstück: „Regierungsvertreter (mit Ausnahme von Herrn Patel): Sie sind Ziele, priorisiert vom ranghöchsten bis zum rangniedrigsten.“ Trump soll namentlich nicht erwähnt worden sein. Laut New York Times schrieb der Angreifer, er sei nicht länger bereit, zuzulassen, dass „ein Verräter“ seine Hände mit Verbrechen beflecke. Unterzeichnet habe er mit „Freundlicher Bundes-Attentäter“. (TT, dpa)