
André Kreuzwieser und Andreas Schicker arbeiten eng zusammen, um Hoffenheim neu auszurichten. Stabilität, Talentförderung und Europa sind die zentralen Bausteine – eine Personalie wirft dabei Fragen auf.
Von Stefan Sander, Jule Kraske
„Wenn ich sowas mache, dann mache ich es zu 100 Prozent.“ Der neue Hoffenheimer Vereinspräsident André Kreuzwieser sitzt bei strahlendem Sonnenschein sportlich gekleidet mit TSG-Trainingsjacke auf der Tribüne des Dietmar-Hopp-Stadions. Er wirkt entspannt und hat ein leichtes Schmunzeln im Gesicht. Für den Software-Entwickler sind Fußball und die IT-Branche genau das Richtige, um seine zwei Leidenschaften miteinander zu verbinden. „Das Stresslevel hält sich bis jetzt noch in Grenzen“, sagt er.
Trotzdem bringt der neue Job als Vereinspräsident viel Arbeit mit sich. In den ersten Wochen sei der Austausch mit Sportgeschäftsführer Andreas Schicker besonders intensiv gewesen. Kreuzwieser und Schicker wollen gemeinsam die Schnittstelle zwischen e.V. und GmbH der TSG Hoffenheim bilden. Andreas Schicker kümmert sich als Geschäftsführer der GmbH primär, um die Kaderzusammenstellung der ersten Mannschaft. André Kreuzwieser kümmert sich um Themen wie die Verwurzelung von Kindern aus der Region im Verein.
Führungsebene der TSG will geschlossen auftreten
Die ersten Schwerpunkte wurden bereits angegangen. Eine Sache liegt Kreuzwieser und Schicker besonders am Herzen: „Wichtig war es, dass wir Ruhe und Stabilität in den Verein bekommen. Ich glaube da konnten wir durch unsere Vorstellung als neues Führungsteam schon etwas beitragen.“ Trotzdem haben die Führungskräfte noch viel Arbeit bei der TSG Hoffenheim vor sich. Nachholbedarf sieht Kreuzwieser vor allem auch in der Jugendarbeit. Man dürfe junge Talente und Fans aus der Umgebung nicht an Vereine wie den VfB Stuttgart oder Bayern München verlieren. Deswegen soll der Nachwuchs weiter gestärkt werden.
Der neue Vereinspräsident befindet sich mit Sportgeschäftsführer Schicker wöchentlich im Austausch. „Die Zusammenarbeit ist sehr gut. Es ist ein intensives und vertrauensvoller Miteinander. Er hält mich über seine Themen auf dem Laufenden und ich ihn über meine. Es macht enorm viel Spaß.“ Auch mit Gesellschafter Dietmar Hopp ist Kreuzwieser regelmäßig im Gespräch. „Bis jetzt finden wir immer einen Konsens und sind voll auf einer Wellenlänge“. Dass es in Zukunft auch mal Meinungsverschiedenheiten geben kann, sei normal.
Kein Kontakt bei TSG zwischen Kreuzwieser & Wittmann
Mit Hopps engem Vertrauten Roger Wittmann habe der neue Vereinspräsident noch keinen Kontakt gehabt. Wittmann betreut als Spielerberater unter anderem die TSG-Leistungsträger Tim Lemperle und Fisnik Asllani. In der Vergangenheit gab es immer wieder negative Schlagzeilen über seinen Einfluss im Verein. Diese Zeiten will die TSG hinter sich lassen.
„Wir wollen noch mehr Ruhe und Stabilität in den Verein bekommen, haben viele Termine mit den Fans. Die TSG-Anhänger wollen Kreuzwieser und Schicker in der neuen Saison mit internationalem Fußball noch mehr in das Stadion locken. „Wenn es die Champions League wird, wären wir alle sehr happy“, sagt Kreuzwieser. Ziel sei definitiv die Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb.