Der FC Blau-Weiß Linz befindet sich seit Amtsübernahme von Trainer Michael Köllner im Aufwind. Nach dem „Herbst-Blues“ und einer inferioren Serie von sieben Niederlagen in Folge gab der Vorjahres-Sechste mit der „englischen Woche“ auch die „Rote Laterne“ ab, blieb viermal en suite ungeschlagen und dabei ohne Gegentor: 11:0-Tore, 10 Punkte die stolze Bilanz! Dabei bewiesen Kapitän Varesi-Strauss & Co. eine beachtliche Heimstärke, gewannen alle vier Qualigruppen-Partien am Donaupark. Zum erfreulichen Aufwärtstrend äußerte sich nun Sportdirektor Christoph Schösswendter in der Sky-Sendung „Talk & Tore“.

„Wir haben in den letzten sechs Runden die meisten Punkte von allen Bundesligisten gemacht“
Christoph Schösswendter (Sportdirektor FC Blau-Weiß Linz) über…
…die aktuelle Form von Blau-Weiß Linz:
„Wir haben in der letzten Woche das geschafft, was in unserer Situation absolut notwendig war. Wir sind sehr stabil und haben die Ergebnisse eingefahren, aber es ist noch absolut gar nichts erreicht. Wir sind jetzt einen Punkt vor dem WAC und punktegleich mit dem GAK. Man sieht, dass die drei Klubs, die vorne dabei sind, auch in Reichweite sind. Es ist einfach sehr eng und dem Format mit der Punkteteilung geschuldet.
Das Gesicht, das wir in letzter Zeit zeigen, ist trotzdem extrem wichtig. Wir haben in den letzten sechs Runden die meisten Punkte von allen Bundesligisten gemacht. Wir haben die wenigsten Tore bekommen und die meisten geschossen. Darum können wir uns aber nichts kaufen, denn es geht in den nächsten drei Partien um alles. Sowas gibt dir natürlich ein gutes Gefühl und ein gewisses Selbstvertrauen, was wir im Herbst nicht gehabt haben.“
„Wir sind jetzt wieder eklig zu bespielen“
…die Saison von Blau-Weiß:
„Es ist eine sehr intensive Saison für alle von uns. Trotz allem bin ich so ein Typ, der schon sehr kritisch ist, aber schon auch versucht, den Blick nach vorne zu richten, positiv zu bleiben und einer gewissen Überzeugung zu folgen. Für uns lässt sich einfach festhalten, dass wir im Winter gute Schritte gesetzt haben und erkannt haben, was die Probleme im Herbst waren, die es auszumerzen gilt. Wenn man sich die Spiele oder den Verlauf der Liga anschaut, haben wir es einfach zu oft nicht geschafft, dass wir die Qualität, die im Kader steckt, auf den Platz gebracht haben.
Wir haben einen Herbst gehabt, der schwer war. Es war nie so, dass über eine lange Zeit eine richtige Durststrecke da war. Ups and Downs beschreibt es ganz gut. Wir haben einfach nie zu dieser Stabilität gefunden, die uns im Jahr davor ausgezeichnet hat. Das haben wir jetzt zum Glück wieder reingebracht, ohne, dass wir irgendetwas erreicht haben. Es ist so eng beieinander und es geht jetzt um Alles in den drei Spielen.
Wir haben einmal die Grundvoraussetzung dafür geschaffen, dass wir die drei Spiele erfolgreich bestreiten können, nämlich, dass wir jetzt wieder eklig zu bespielen sind. Wir sind auch körperlich wieder auf einem Niveau, auf dem wir einem Gegner zusetzen können und haben defensiv wie offensiv wieder eine Stabilität und Wucht entwickelt, die uns ein gutes Gefühl geben kann.“

„Mit Michael haben wir einen Griff getätigt, der da seine absoluten Kernkompetenzen hat“
…die Trainerwahl und aktuelle Situation:
„Es ist natürlich gefährlich. Wenn man sich die letzten Spiele anschaut, kann ich dasitzen und sagen, dass wir es gut getroffen haben, die Mechanismen greifen und es eine gute Entwicklung angenommen hat. Es sind noch drei Spiele, wo es nicht um Erfahrung, ein Momentum oder darum geht, wer mehr Qualität hat. Im Fußball spielt sich so viel im Kopf ab. Wir haben es auch im Herbst so erlebt. Wir reden von einem Kader, wo ein Großteil davon letztes Jahr in der Meistergruppe gelandet ist.
Es hat wenig Veränderung gegeben, wenn es um das Stammpersonal geht und du merkst dann aber Woche für Woche, was in den Köpfen passiert. Irgendwann dringst du dann gar nicht mehr durch und überlegst dir Dinge. Im Endeffekt tust du alles dafür, dass es wieder in die richtige Richtung geht, aber am Ende kommst du in die Köpfe nur bedingt rein. Am Ende des Tages ist es dann das, wo sich eine Mannschaft selbst rausholen muss. Mit Michael haben wir einen Griff getätigt, der da seine absoluten Kernkompetenzen hat. Du wirst in der Liga keinen Trainer finden, der inhaltlich schlecht ist, aber Fußball ist so viel mehr. Es geht um 30 Menschen, teilweise junge Buben oder erfahrene Leute, die alle einen anderen Background haben und anders mit der Situation umgehen.
Am Ende brauchst du da vorne jemanden, der das alle nicht nur moderiert, sondern es auch mit einer gewissen Überzeugung leitet. Am Ende des Tages musst du die Gruppe auch wieder vom Kopf her dorthin bringen, dass sie liefern können. In unserem Fall war es zum Teil sehr gut in den letzten Spielen. Bis auf Nico Mantl ist es dieselbe Mannschaft wie im Herbst, der mehrmals abgesprochen wurde, dass sie Bundesliga spielen können. Jetzt performen sie im Moment so, dass es eigentlich nicht wiederzuerkennen ist. Das ist das Extrem im Fußball, wie schnell es geht und sich ändert.
Es zeigt für mich, wie wichtig diese Personalie Cheftrainer ist, weil wir einfach daran sehen, was die richtige Person zur richtigen Zeit am richtigen Ort mit so einer Gruppe machen kann. Es ist aber wichtig zu betonen, dass noch drei Spiele sind, wo wir uns auf nichts ausruhen können. Wir haben das kompensiert, was wir im Herbst versaut haben und haben aktuell zwei Teams hinter uns. Es geht darum diese drei Schritte noch zu gehen und das Ganze über die Ziellinie zu bringen. Dann reden wir auch von keiner guten Saison, sondern davon, dass wir im Winter die richtigen Schritte gesetzt und es hoffentlich noch gerettet haben.“
„Für die zweite Liga würde sein Vertrag nicht zählen“
…die Zukunft von Michael Köllner:
„Für die zweite Liga würde sein Vertrag nicht zählen. Wer ihn kennt, weiß, was eine absolute Fähigkeit von ihm ist. Das ist dieses extrem Positive, das er in sich trägt und auch weitergeben kann. Es war im Winter so, dass er von sich aus gesagt hat, dass er sich mit diesem Szenario gar nicht beschäftigt und es nicht in seinen Kopf hineinlassen möchte. Grundsätzlich können wir von unserer Seite bisher von einem sehr guten Start und Beginn des Weges sprechen.
Es passt sehr viel zusammen, menschlich und auch fachlich. Wenn es so sein soll, dann wird man sich damit beschäftigen müssen. Grundsätzlich ist es bei uns so, dass der Fokus auf der Bundesliga liegt, um die volle Überzeugung und größtmögliche Energie in diese drei Spiele reinzubekommen, um diese Saison zufriedenstellend zu Ende zu spielen. Wenn es nicht so sein sollte, dann weiß ich auch, was ich mittlerweile für einen Draht zu ihm habe. Dann muss man sich das Ganze anschauen, was in dem halben Jahr passiert ist und woran man gemeinsam glaubt. Dafür ist aber jetzt noch der falsche Zeitpunkt.“
„Was in diesem Klub in den letzten viereinhalb Jahren passiert ist, ist wirklich unfassbar“
…seine eigene Zukunft:
„Bis zum heutigen Tag spüre ich das Vertrauen definitiv. Ob ich in die zweite Liga mitgehe oder nicht, hängt von mehreren Faktoren ab. Wenn ich gefragt werde, sage ich ja klar, auf alle Fälle. Ich bin in einem guten Alter und habe noch sehr viel Kraft und Energie in mir. Der Verein ist mir in den letzten viereinhalb Jahren ans Herz gewachsen und bedeutet mir wirklich viel. Ich fühle mich in Linz sehr wohl. Was in diesem Klub in den letzten viereinhalb Jahren passiert ist, ist wirklich unfassbar.
Was wir für Schritte in allen Bereichen hingelegt haben, ist richtig stark, obwohl wir noch sehr viel Potential haben. Entscheiden werde das aber ziemlich sicher nicht ich, sondern unser Geschäftsführer gemeinsam mit dem Vorstand. Grundsätzlich weiß ich, was ich an dem Klub habe. Ich glaube auch, dass der Klub weiß, was er an mir hat. Ich habe noch sehr viel im Tank und auch noch sehr viel zu lernen. Das weiß ich auch.
Ich glaube, dass es überwiegend positiv war, wenn man einen Strich zieht unter den letzten knapp drei Jahren. Wir haben sehr viel richtig gemacht, sind immer ruhig geblieben und haben die richtigen Schlüsse gezogen. Das ist auch eine Qualität in diesem schnelllebigen Geschäft. Deshalb ist für mich alles vorstellbar. Fakt ist auch, dass ich heute da sitzen kann mit dem Gefühl, dass ich überzeugt davon bin, dass wir die Liga halten.“
„Es war schon nah dran. Wir haben Gespräche geführt und das ein oder andere gute Treffen gehabt“
…eine vor Monaten mögliche Verpflichtung von Thomas Silberberger:
„Es war schon nah dran. Wir haben Gespräche geführt und das ein oder andere gute Treffen gehabt. Grundsätzlich will ich jetzt nicht zu viel über das Thema reden, weil wir eh alle wissen, wie es ausgegangen ist. Wir waren in einer Situation, in der wir gemerkt haben, was fehlt und was es braucht. Für uns ist es in keinster Weise darum gegangen, dass wir einen großen Namen brauchen oder ob der Trainer billig oder teuer ist.
Es war kein Thema. Am Ende des Tages ist es nur darum gegangen, in welchen Trainer wir die größte Überzeugung haben, dass das Ganze funktionieren kann. Am Ende des Tages war für mich zu hundert Prozent klar, dass ich die größte Überzeugung bei Michael Köllner gehabt habe. Das war das Entscheidende.“
Siehe auch:
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Fotocredit: Harry Dostal/www.sport-bilder.at / Franz Plechinger und Martin Gaisbauer