Der US-Softwarekonzern Microsoft hat europäischen Behörden und Unternehmen Datensicherheit zugesagt. Nutzer sollen Daten komplett gegen Zugriff von außen sichern können, wie Konzernchef
Satya Nadella bei einem Kundenkongress in München sagte. Souveränität sei in
diesen Tagen ein großes Thema, sagte Nadella. Dies sei eine „absolut
legitime Sorge“.

In Europa war angesichts des angespannten Verhältnisses zu den USA zuletzt die Sorge gewachsen, dass europäische Daten
in den USA nicht sicher sein könnten.

Separate Rechenzentren

Microsoft-Kunden sollten „souveräne Kontrolle“ über ihre Daten
und Anwendungen haben, sowohl durch Verschlüsselung als auch in
privaten Clouds, die von den großen Rechenzentren des Unternehmens
separiert seien, sagte Nadella. Dies gilt demnach auch für Softwareentwicklung von
KI-Anwendungen, die ebenfalls auf lokalen
Rechnersystemen möglich sein soll.

Nadella sicherte darüber hinaus zu, dass das
Unternehmen seine Erkenntnisse über Cyberbedrohungen teilen werde. Cyberangriffe hielten sich nicht an Landesgrenzen, sagte der Microsoft-Chef. „Deswegen wäre eine souveräne Cloud
ohne Zugriff auf globale Sicherheitserkenntnisse eine massive
Verwundbarkeit.“

Microsoft hat einer ZEIT-Recherche zufolge in der Vergangenheit bereits Ermittlern Zugriff auf verschlüsselte Daten seiner Kunden verschafft. Eigenen Angaben zufolge bekommt der Konzern rund 20 Anfragen von Ermittlungsbehörden pro Jahr. Wie häufig Behörden tatsächlich Zugang durch Microsoft bekamen, teilte der Konzern allerdings nicht mit.

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