Fest, flüssig und gasförmig: Kohlenwasserstoffe wie Methan und Ethan prägen Titan. Als eisige Länder und eigenartige Gewässer bilden sie eine Landschaft aus organischen Substanzen, die sogar für irdische Biochemiker hochinteressant ist.
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Titan im Gegenlicht: Die dichte, orangefarbene Stickstoffatmosphäre streut das Sonnenlicht und lässt den Saturnmond als leuchtende Sichel erscheinen. In der Höhe bilden photochemische Prozesse komplexe organische Moleküle, die als Aerosole langsam zur Oberfläche absinken und Titans Chemie prägen. Das Foto machte die Raumsonde Cassini am 29. Mai 2017 aus zwei Millionen Kilometer Entfernung. Titans Atmosphäre besteht zu rund 95 Prozent aus Stickstoff und zu etwa 5 Prozent aus Methan.
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Seen in der Nähe von Titans Nordpol: Das künstlich gefärbte Bild basiert auf Radarmessungen der Cassini-Sonde.
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Die erdähnlichste Welt im äußeren Sonnensystem: Unter Titans dichter Stickstoff-Atmosphäre verbergen sich Flüsse und Seen aus flüssigem Methan, die bei minus 180 Grad im stetigen Kreislauf verdunsten, kondensieren und wieder herabregnen – ein fremdartiges, aber funktionierendes Wettersystem. Das auf Radardaten basierende Bild zeigt den großen Kohlenwasserstoff-See Ligeia Mare. Titans Oberfläche ist kalt genug, dass auch Stickstoff selbst vorübergehend flüssig sein kann. Sie ist größer als die des Planeten Merkur, und die Bedingungen dort ähneln der jungen Erde, bevor sich Leben entwickelte.
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Spuren der Vergangenheit: Diese künstlerische Darstellung von steilen Ufern und wallartigen Strukturen an Titans Nordpol basiert auf Daten der Raumsonde Cassini vom See Winnipeg Lacus. Solche Seebecken sind wahrscheinlich Explosionskrater, die entstanden, als sich flüssiger Stickstoff in der Kruste erwärmte und schlagartig zu Dampf wurde. Dies hätte in einer Erwärmungsphase während einer kälteren Periode stattfinden können. Obwohl der Mond im Vergleich zur Erde eisig ist, sorgt Methan in der Atmosphäre für einen Treibhauseffekt, der die Oberflächentemperatur erhöht.
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Titantischer Strom: Cassinis Entdeckung eines ausgedehnten Flusssystems. Es war das erste Mal, dass eine derart riesige Struktur in so hoher Auflösung jenseits der Erde abgebildet wurde.
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Projekt Dragonfly: Eine geplante Titan-Mission der NASA.
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Blick auf Titans Oberfläche: Das kontrastverstärkte Foto stammt von der europäischen Sonde Huygens, die am 14. Januar 2005 auf dem Saturnmond gelandet ist – nach einem zweieinhalbstündigen Abstieg an mehreren Fallschirmen durch die dichte Stickstoff-Methan-Atmosphäre. Die vermeintlichen Steine sind in Wirklichkeit kleine Eisbrocken; der flache links im unteren Bilddrittel ist 15 Zentimeter breit und 85 Zentimeter entfernt.
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