Längste Meisterserie in Europa 

Längste Meisterserien in Europa: Ludogorets' Lauf nach 14 Titeln vor dem Ende

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Mit 14 Titeln in Folge hält Ludogorets Razgrad die längste Meisterserie in den europäischen Ligen. Diese wird in den nächsten Tagen aber zu einem Ende kommen. Am Samstag kann sich Levski Sofia zum neuen Champion in Bulgariens efbet Liga krönen und damit die jahrelange Dominanz Ludogorets‘ durchbrechen. Dafür muss der Hauptstadtklub CSKA 1948 schlagen. Für Levski wäre es der erste Meistertitel seit 2009 und der 27. insgesamt.

Ein Blick in alle gepflegten Wettbewerbe in der Transfermarkt-Datenbank zeigt, dass historisch nur zwei andere Klubs in Europa an die Serie der Nordostbulgaren heranreichen: Skonto Riga aus Lettland, das 2016 für bankrott erklärt wurde, und der Lincoln Red Imps FC aus Gibraltar. Beide kommen ebenfalls auf 14 nationale Trophäen in Folge, deren Serien liegen aber schon einige Jahre zurück.

Auf mindestens zehn Titel in Serie kommen zudem zehn weitere Vereine. Darunter sind auch zwei deutsche Vertreter. Der BFC Dynamo wurde zwischen 1979 und 1988 zehnmal in Folge DDR-Meister und in der Bundesliga hat der FC Bayern die Bestmarke inne mit elf Meisterschalen zwischen 2013 und 2023. Zwischen den Münchnern und dem Führungstrio liegen noch BATE Borisov (Belarus; 2006-2018) und Rosenborg BK (Norwegen; 1992-2004).

Die Gründe für das Ende der Meisterserie von Ludogorets Razgrad

Aber jeder Lauf geht einmal zu Ende, wie in Kürze auch der von Abochampion Ludogorets. Der Grund ist laut Datenscout „B0stonian“ einfach: „Levski ist die bessere und beständigere Mannschaft und wird unabhängig davon, ob sie zu Hause oder auswärts spielt, von den Fans unterstützt. Levski ist ein Team, während Ludogorets aus Einzelkämpfern besteht.“

Vereinsvergleich

45,65 Mio. €

Marktwert

28,50 Mio. €



8,57 Mio. €

Ausgaben 25/26

860 Tsd. €


Per-Mathias Høgmo

Trainer

Julio Velázquez

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Dabei hat Razgrad grundsätzlich die besten Voraussetzungen in der Liga, weil man über das höchste Transferbudget verfügt. „Daher haben sie kein Problem damit, die Spieler, die sie wollen, sowohl im In- als auch im Ausland zu verpflichten“, sagt „B0stonian“. Zudem hat man mit 45,65 Millionen Euro den wertvollsten Kader – dazu zählen auch der deutsche Torhüter , der Ex-Schalker Bernard Tekpetey und der ehemalige Nürnberger Kwadwo Duah. Allerdings nahm der Wert seit dem 1. Juli 2025 deutlich um 16,2 Prozent ab, während Levski Sofia aufholte und von 23,08 Mio. auf 28,5 Mio. Euro kletterte.

In dieser Saison gab der Klub 8,57 Mio. Euro für Neuzugänge aus, im Gegenzug gingen Profis für 6,15 Mio. Euro. „Ich würde sagen, dass die neu verpflichteten Spieler nicht auf dem gleichen Niveau spielen wie die verkauften. Ein Beispiel ist Filip Kaloc, der als Ersatz für Jakub Piotrowski für 2,8 Mio. Euro vom 1. FC Kaiserslautern geholt wurde. Von den Neuzugängen agiert nur Petar Stanic auf dem erwarteten Level.“ In letzter Zeit kamen im Team zudem vermehrt Verletzungen hinzu. Aktuell stehen wettbewerbsübergreifend drei Niederlagen zu Buche. „Im Gegensatz zu Levski, das, wenn es im einem Spiel Punkte verliert, danach wieder gewinnt und keine Niederlagenserie zulässt, liefert Ludogorets oft mehrere recht schwache Partien ab und verliert häufig Punkte gegen Mannschaften, die im Mittelfeld oder darunter stehen.“

Auch der Trainer wurde in dieser Saison schon gewechselt. Der Portugiese Rui Mota hatte im Sommer übernommen, musste aber nach 23 Partien und einem Schnitt von 1,65 Punkten gehen. Todor Zhivondov saß danach interimistisch auf der Bank (1,00 PPS in vier Spielen), ehe der Norweger Per-Mathias Høgmo Ende November als neuer Chefcoach vorgestellt wurde. Der 66-Jährige kommt bislang durchschnittlich auf 2,04 Zähler in 27 Partien.

Levski Sofia stand 2020 vor dem Ruin

Ganz anders ist die Lage bei Levski Sofia, das in den letzten Jahren eine außergewöhnliche Entwicklung nahm. Der Verein stand 2020 kurz vor dem Bankrott mit Schulden in Höhe von rund 18 Mio. Euro, wie Datenscout „Iv11n“ berichtet. „Dann wurde der Klub von Nasko Sirakov übernommen, der aus der Akademie stammt, eine großartige Fußballkarriere hatte und am größten Erfolg in der Vereinsgeschichte beteiligt war – er war Sportdirektor, als das Viertelfinale im Europapokal 2005/06 erreicht wurde und Levski erster bulgarischer Verein in der Gruppenphase der Champions League in der folgenden Saison wurde. Sirakov hatte keine finanziellen Mittel, weder eigenes Geld noch das von anderen, sondern nur Leidenschaft und den Willen, dem Verein zu helfen.“

Auch die Fans halfen dem Klub damals maßgeblich aus der Misere. Sie spendeten auf vielfältige Weise Geld, kauften Tickets für Spiele, die wegen der Covid-Pandemie hinter verschlossenen Türen ausgetragen wurden, tätigten Überweisungen direkt auf das private Bankkonto des Vereins und erwarben Fanartikel, wie „Iv11n“ weiter schildert. Zudem sollen die Fußballer für Mindestlöhne gespielt haben und auch die Mitarbeiter hätten fast ohne Bezahlung gearbeitet. „Im Laufe der Jahre, als die Schulden immer mehr abgebaut wurden, konnte sich der Verein bessere Spieler und insgesamt eine bessere Organisation leisten. Nun wird erwartet, dass die Schulden gegen Ende dieses Jahres getilgt sind.“

Passend dazu dürfte es mit der Meisterschaft einen weiteren Grund zum Feiern geben. „B0stonian“ betont: „Levski ist mit einem begrenzten Budget, klugen Transfers von vor allem brasilianischen Spielern und deren späterem Weiterverkauf wieder auf die Beine gekommen. Vor drei Tagen wurde ein neuer Eigentümer bekannt gegeben und es wurde verkündet, dass im Frühjahr nächsten Jahres mit dem Bau eines neuen Stadions für 120 Millionen Euro begonnen wird.“ Die Zukunft für Levski sieht rosig aus, Ludogorets muss sich wieder auf einen dauerhaften Widersacher auf Augenhöhe einstellen.