Eutelsat hat für sein OneWeb-Satellitensystem 100 zusätzliche Satelliten geordert

Derzeit befinden sich auf der Orbitposition 7 Grad Ost noch die beiden Satelliten Eutelsat 7B und 7C. Dem Anschein nach wird einer der beiden Satelliten gerade frei gemacht.

Satelliten-Umzug auf 7 Grad Ost: Auswirkungen auf persische Sender und DAB+ Zuführung

Wer sich schon länger mit der Orbitposition 7 Grad Ost befasst, wird festgestellt haben, dass die Transponder-Auslastung kontinuierlich zurückgegangen ist und kein Bedarf mehr bestehen dürfte, hier zwei Satelliten zu betreiben.

Dementsprechend wurde bereits damit begonnen, die über Eutelsat 7B ausgestrahlten Programme auf Transponder des Eutelsat 7C umzulegen. Da nun andere Frequenzen genutzt werden, ist ein Sendersuchlauf unausweichlich. So wurden etwa die persischen Programme von den Transpondern C5 (11,304 Gigahertz horizontal) und C3 (11,262 Gigahertz horizontal) des Eutelsat 7B, kürzlich auch auf den Transpondern CEF4 (11,285 Gigahertz vertikal) und CEF8 (11,410 Gigahertz vertikal) des Eutelsat 7C aufgeschaltet. Allerdings weicht die Zusammensetzung der beiden Pakete auf den neuen Frequenzen etwas von den bisherigen ab.

Weiterhin ist geplant, die professionellen Überspielungskanäle, Stichwort EBU, zeitnah von Eutelsat 7B auf die Hotbird-Position 13 Grad Ost zu verlagern. Damit würden auf sieben Grad Ost im Bereich von 10,95 bis 11,2 GHz vier Transponder frei werden.

Auch DAB+-Signalzuführung betroffen?

Sollte Eutelsat 7B tatsächlich in der nächsten Zeit komplett geräumt werden, ist davon auch die Signalzuführung mehrerer deutscher DAB+-Pakete betroffen. Sie erfolgt gegenwärtig über Transponder F2 auf 12,568 Gigahertz vertikal. Darüber werden DAB+-Multiplexe des Bayerischen und Hessischen Rundfunks, sowie des NDR, SWR und von Bayern Digital Radio ausgestrahlt. Es dürfte somit nicht wundern, wenn dieses Paket in absehbarer Zeit auch auf einer zweiten Frequenz auftaucht. Wobei diese auch auf eine andere Eutelsat-Position umgelegt werden kann.

Warum diese Umschaltungen?

Eutelsat 7B wurde am 14. Mai 2013 gestartet und ist für eine Einsatzdauer von 15 Jahren vorgesehen. Diese würde 2028 ablaufen. Aus der Praxis weiß man jedoch, dass der Treibstoffvorrat der Satelliten bei sorgsamer Steuerung ohne weiteres für 17 bis 18 Jahre reichen kann. Womit sich das Ende der Einsatzdauer von Eutelsat 7B auf rund 2030 verschieben könnte.

Nachdem das Freimachen des Eutelsat 7B eher gemächlich vor sich geht, ist nicht von einem vorzeitigen Betriebsende des Satelliten auszugehen. Vielmehr deutet das auf ein verschieben auf eine andere Orbitposition hin.

Gibt es einen potentiellen Kandidaten?

Tatsächlich gibt es eine Orbitposition, auf die Eutelsat 7B verschoben werden könnte. Nämlich 16 Grad Ost. Auf ihr versieht Eutelsat 16A seinen Dienst. Er wurde bereits 2011 gestartet und erlebt somit gerade das Ende seiner geplanten Einsatzdauer. Beide Satelliten wurden von Thales Alenia Space gebaut und sind, zumindest nach den bekannten Parametern, enge Verwandte. So besitzen beide je 53 Ku- und drei Ka-Band-Transponder. Weiter decken ihre Ausleuchtzonen im Wesentlichen dieselben Regionen ab, womit es in Europa und Afrika zu keinen Verschlechterungen der Empfangbarkeit kommen würde. Es ist zumindest denkbar, dass Eutelsat 7B in nicht allzu ferner Zukunft auf 16 Grad Ost verschoben wird, um diese für Südost-Europa und Afrika wichtige Position über die Einsatzdauer des Eutelsat 16A hinaus am Leben zu erhalten.

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