Newsblog zum Krieg in der Ukraine

Nach Ölregen: Ukraine greift noch brennende Raffinerie erneut an

Aktualisiert am 28.04.2026 – 08:15 UhrLesedauer: 7 Min.

imago images 0854326505Vergrößern des Bildes

Dichter Rauch über Tuapse (Archivbild): Die Ukraine nahm die Raffinerie in der russischen Stadt bereits mehrmals ins Visier. (Quelle: IMAGO/Boris Morozov)

Die Ukraine greift Russlands Infrastruktur an. Ein russisches Gericht erklärt eine LGBT-Organisation für extremistisch. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Ukrainische Drohnen haben offenbar eine Raffinerie in Tuapse in der russischen Region Krasnodar angegriffen – noch bevor die Flammen des vorherigen Angriffs in der Nacht zu Dienstag vollständig gelöscht werden konnten. Wie das Medium „Kyiv Independent“ berichtet, traf das ukrainische Militär dabei erneut Öltanks.

Die Ölraffinerie in Tuapse war zuletzt mehreren Angriffen ausgesetzt. Etwa führten ukrainische Attacken am 16. und 20. April zu tagelangen Bränden auf dem Gelände, die schwere Umweltschäden mit sich zogen. Tuapse liegt etwa 233 Kilometer von der Ukraine entfernt und befindet sich an der Südostküste der besetzten Krim. Am Schwarzen Meer ist Tuapse einer der wichtigsten Häfen für den russischen Ölexport.

Ein russisches Gericht hat mit dem russischen LGBT-Netzwerk eine weitere Organisation sexueller Minderheiten für extremistisch erklärt. „Ihre Tätigkeit auf dem Gebiet Russlands ist verboten“, teilte das Gericht in St. Petersburg bei Telegram mit. Das Gericht sei damit einer Klage des Justizministeriums nachgekommen. Die Verhandlung war nicht öffentlich.

Die Organisation kündigte an, in Berufung zu gehen. „Das Gericht hat die Unterstützung der LGBTQ-Gemeinschaft, die Dokumentation von Diskriminierungsfällen, den Schutz von Rechten und grundsätzlich jede Diskussion darüber, was mit queeren Menschen in Russland geschieht, faktisch als ‚Extremismus‘ bezeichnet“, schrieb sie auf Telegram. Die Organisation werde ihre Arbeit fortsetzen. Die englische Abkürzung LGBTQ steht für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans-Menschen sowie queere Menschen.

Medienberichten zufolge ist das bereits der sechste derartige Gerichtsentscheid innerhalb weniger Wochen. Zuvor seien bereits LGBT-Gruppen in Jekaterinburg, Samara und der Hauptstadt Moskau mit Hilfe des Extremismusvorwurfs verboten worden. Das 2006 gegründete russische LGBT-Netzwerk aus St. Petersburg gilt als eine der größten überregionalen Vereinigungen für die Rechte von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transsexuellen. Seit 2021 wird die Organisation bereits vom Justizministerium im Register „ausländischer Agenten“ geführt. Seit 2013 gilt in Russland ein Verbot für die „Propaganda von LGBT“. 2022 wurde die Gesetzeslage hinsichtlich der Verbreitung von Informationen über „nicht-traditionelle sexuelle Beziehungen, Pädophilie oder Geschlechtswechsel“ noch einmal verschärft.