Innsbruck – Mehrmals mussten die Tiroler Feuerwehren in den vergangenen Tagen zu Wald- und Böschungsbränden ausrücken. Sölden, Längenfeld, Seefeld … die Liste an Einsatzorten könnte sich in den nächsten Tagen wohl verlängern, wird befürchtet.

Aufgrund der wochenlangen Trockenheit und ausbleibender Niederschläge haben die Behörden nun die Notbremse gezogen: In ganz Tirol gilt seit Montag ein striktes Verbot für offenes Feuer in und in der Nähe von Wäldern. Die Bezirkshauptmannschaften und die Stadt Innsbruck reagieren damit auf die aktuell hohe Waldbrandgefahr. Auch in absehbarer Zeit ist nicht mit großen Niederschlagsmengen zu rechnen.

Die Verordnung verbietet jegliches Entzünden von Feuer und das Wegwerfen von glimmenden Zigaretten oder Zündhölzern. Das Verbot ist umfassend und schließt auch sogenannte Zweckfeuer, wie das Verbrennen von Astmaterial auf Almflächen, mit ein.

Waldbesitzer sind von dieser Regelung nicht ausgenommen. Die Gefahrenzonen erstrecken sich über den Wald hinaus auf angrenzende Wiesen, wo die Vegetation und Windverhältnisse ein schnelles Übergreifen der Flammen begünstigen könnten. Das Verbot bleibt bis auf Widerruf in Kraft.

„Unsere Feuerwehrleute sind genau für solche Situationen bestens ausgebildet und jederzeit bereit, auszurücken“, erklärt Landesfeuerwehrinspektor Rene Staudacher. Er gibt jedoch gleichzeitig zu bedenken: „Ein solcher Einsatz bindet enorme Ressourcen und ist potentiell für Einsatzkräfte gefährlich. Über 80 Prozent der Waldbrände werden von Menschen verursacht und hätten daher vermieden werden können.“

Über 80 Prozent der Waldbrände werden von Menschen verursacht und hätten daher vermieden werden können.

Landesfeuerwehrinspektor Rene Staudacher

Die langfristigen ökologischen und wirtschaftlichen Schäden wären fatal, wie Hans-Peter Jauk, Vorstand der Abteilung Waldschutz des Landes, erklärt: „Die zerstörte Waldvegetation und der unmittelbare wirtschaftliche Schaden für die Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer sind dabei enorm. Zusätzlich geht damit ein Verlust der wertvollen Waldfunktionen, insbesondere der Schutzfunktion, einher. Gerade die Schutzfunktion ist für unser Bundesland essenziell.“ (TT.com)