Kaum eine Band war in den letzten 15 Jahren so aktiv, durchlebte die verschiedensten Phasen und weiß, wie eine richtige Live-Show funktioniert. Genau das bewiesen 5 Seconds of Summer erneut beim Konzert am 25. April 2026 in der Stadthalle Graz.
Sechs Studioalben, Hunderte von Songs und Millionen verkaufte Konzerttickets. 5SOS waren neben One Direction die Boyband der 2010er und trotzdem begeistern sie auch heute noch. Alles begann 2011, als die australischen College-Schüler Luke Hemmings, Michael Clifford sowie Calum Hood eine Band gründeten und dann den Schlagzeuger Ashton Irwin dazuholten. Nach verschiedenen Musikstilen und individuellen Solokarrieren füllen sie weiterhin Hallen, ermöglicht durch ihre treue Fanbase.
Während 5SOS den Begriff Boyband früher strikt ablehnten, stehen sie heute dazu und nutzen das als gezieltes Marketinginstrument. So dreht sich beim neuen Album „Everyone’s a Star!“ und der passenden Welttournee alles um das Thema. Im Rahmen dessen brachten sie ihre spektakuläre Live-Show mit South Arcade und Master Peace als Support am 25. April 2026 in die Stadthalle Graz.
Schon im Vorhinein war klar, dass der Abend ein besonderes Event für die steirische Hauptstadt werden würde. Fast alle Hotels waren für den Zeitraum restlos ausgebucht und die ersten Konzertbesucher:innen konnte man bereits im Zug von Linz nach Graz erkennen. Gleichzeitig warteten vor der Halle schon eine Menge Fans in der prallen Sonne.
Master Peace
Der Abend startete schon relativ früh mit dem ersten von zwei Support-Acts, Master Peace. Da der Einlass nicht optimal getimed war, spielte der britische Musiker zunächst zu einer fast leeren Halle. Eigentlich schade, denn er und seine Band brachten von Anfang an gute Stimmung auf die Bühne. Die wurde auch schnell auf das Publikum übertragen. Genauso wie 5SOS sticht auch er durch sein authentisches Auftreten heraus. Highlight seines Sets ist klar der individuelle Coversong, den jede Stadt bekommt. In Graz wurde es „We Are Never Ever Getting Back Together“ von Taylor Swift, was wie erwartet sehr gut ankam.
South Arcade
Während sich der Saal weiterhin füllte, stieg die Energie auf und neben der Bühne. Bevor es endlich an der Zeit für den Auftritt von 5SOS war, gab es nur noch einen Programmpunkt: die englische Rockband South Arcade. Auch ihre Musik und Ästhetik erinnerten sehr an die Headliner des Tages. Kein Wunder, denn sie sind ebenso große Fans, wie sie uns mitteilten. Jedes Bandmitglied gab daraufhin ihre Lieblingssongs von ihnen bekannt, die wir später sogar live hören würden.
5SOS
Kurz vor neun kündigten die lautstarken Schreie aus dem Publikum schon an, dass Luke, Michael, Calum und Ashton bald vor uns stehen werden. Für Fans mit einem bestimmten VIP-Package nicht zum ersten Mal, denn vor dem eigentlichen Konzert gab es bereits eine Soundcheck-Experience mit Q&A. Alle anderen sahen sie zum ersten Mal, als sie gemeinsam in ihrer Limousine die Lyrics zu „NOT OK“ rappten und stolz ihre Österreich-Flagge präsentierten. Darauf folgte gleich der nächste Song des aktuellen Albums, auf das klar der Fokus der Tour gelegt ist. Trotzdem wurde auf die älteren Hits wie etwa „Teeth“ oder „She’s Kinda Hot“ nicht vergessen. Zwischendurch bekam sogar jedes Bandmitglied einmal die volle Aufmerksamkeit, um einen ihrer Solo-Songs zu performen.
5SOS wären nicht 5SOS ohne ihr unterhaltsames und authentisches Auftreten. So gab es wieder einige besondere Programmpunkte, die ihre Show einmalig machten. Dazu gehörten eine an Graz angepasste Präsentation, die Übergabe des „Best Boyband Award“ und kurze Comedy-Clips zwischendurch. Außerdem konnte man vor Beginn für einen von vier Secret Songs abstimmen, welcher dann ebenfalls durch einen ausgewählten Fan bekanntgegeben wurde. Genau diese Nähe und dieses Vertrauen zum Publikum machen 5 Seconds of Summer aus. Während die Zuseher:innen im Pit wortwörtlich auf die Bühne greifen konnten, hatten alle anderen der rund 5.500 Besucher:innen durch den Catwalk oder ihren Spaziergang durch die Menge für die Zugabe einmal eine gute Sicht.
Fazit
5SOS sind eine der wenigen Bands, die trotz ihres Erfolgs bodenständig geblieben sind und ihren Fans genau das geben, was sie wollen. Ihre Konzerte sind mehr als eine starke Live-Performance, bei der so viele Songs wie möglich untergebracht werden. Dieses volle Entertainment bekamen wir auch in Graz zu sehen, wobei der Abend dafür etwas schnelllebig war. Dennoch war es klar eine der spektakulärsten Shows des Jahres, bei der wirklich jeder Spaß hatte, egal ob man ihre Musik kennt oder nicht.