Der Rückzug des langjährigen Premierministers aus dem ungarischen Parlament heizt Spekulationen über eine längere USA-Reise an. Chef des Fidesz will Orbán allerdings bleiben.

36 Jahre lang saß Viktor Orbán ohne Unterbrechung im Parlament. Aber diese Ära geht nun zu Ende. Nach der krachenden Niederlage seiner Fidesz-Partei bei den Wahlen vor zwei Wochen zieht sich der Noch-Premier auch aus dem Parlament zurück. Parteivorsitzender des Fidesz will Orbán aber bleiben und als solcher die „Neuorganisation des nationalen Lagers“ einleiten, wie er in einem Video sagte. Im Parlament werde er hingegen derzeit nicht gebraucht. Nach Angaben Orbáns werde sein Vertrauter Gergely Gulyás, der zuletzt das Amt des Kanzleramtsministers innehatte, die deutlich geschrumpfte Fidesz-Fraktion anführen.

Der Mandatsverzicht heizt in Ungarn Spekulationen über die künftigen Pläne Orbáns an. Der ungarische Investigativjournalist Szabolcs Panyi schrieb auf X, dass Orbán im Sommer eine längere Reise in die USA plane, wo bereits seine Tochter und sein immer wieder mit Korruptionsvorwürfen konfrontierter Schwiegersohn leben und wo sich Orbán „auch vor einer möglichen strafrechtlichen Verfolgung in Sicherheit bringen könnte“, so Panyi. Aber eine Bestätigung für die Reisepläne gab es zunächst genauso wenig wie für Aussagen von Péter Magyar am Wochenende:

Der designierte ungarische Premier behauptete, ihm lägen Informationen vor, dass wohlhabende Personen aus dem Umfeld der abtretenden Regierung Vermögenswerte ins Ausland bringen. Magyar rief die Finanzbehörden dazu auf, die Transfers der „Oligarchen“ zu stoppen. (strei/ag.)

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