Bereits am frühen Dienstagmorgen prognostizierte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus: „Heute ist der Tag der Entscheidung.“ Ab mittags sollte der vor der Ostseeinsel gestrandete Buckelwal, inzwischen von vielen „Timmy“ oder „Hope“ genannt, in einen Lastkahn, eine sogenannte Barge, navigiert werden. Darin soll der Meeressäuger von einem Schlepper gen Nordsee in Richtung Skagen manövriert werden.
Der Versuch der privaten Initiative glückte, indem man das etwa zwölf Tonnen schwere Tier mit einem Gurt in eine tiefere Wasserrinne zog. Das Vorgehen wurde von unabhängigen Wal-Experten kritisiert. Verfolgen Sie hier die Entwicklungen im Newsticker und Livestream:
Die Wal-Rettung im News5-Livestream:
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07:03 Uhr: Schleppverband mit Wal ist auf dem Weg in die Nordsee
Der Schleppverband mit „Timmy“ ist auf dem Weg Richtung Nordsee. Laut dem Schiffs-Ortungsdienst VesselFinder befand sich der Verband am frühen Morgen circa 6 Seemeilen (rund 11 Kilometer) südöstlich von Fehmarn. Der Transport bewege sich mit „sehr langsamer Geschwindigkeit“ in Richtung der Insel, sagte ein Sprecher der begleitenden Wasserschutzpolizei.
05:25 Uhr: Wal-Transport fährt auf Ostsee weiter Richtung Fehmarn
Der Transport hat die offene Ostsee erreicht. Ein Schiff der Wasserschutzpolizei Wismar begleitete das Gespann aus einem Schlepper und einer Barge samt Wal nördlich der Insel Poel bis zur offenen See, wie ein Sprecher am späten Dienstagabend erklärte. Die Polizei drehte dann wegen starken Windes ab. Der Transport fahre nun weiter in Richtung der Insel Fehmarn.
22:04 Uhr: Wal trägt Peilsender, der extra aus den USA eingeflogen wurde
„Timmy“ trägt auf seiner Reise zurück in den Atlantik einen speziellen Peilsender. „Weil es ihn nicht in Europa gibt, wurde er in den USA gekauft und aus Washington eingeflogen“, erklärte Unternehmer Walter Gunz, der die private Rettung mitfinanzierte, gegenüber „Bild“.
21:02 Uhr: Schlepper übernimmt Barge mit gestrandetem Wal
Der Schlepper „Robin Hood“ hat die Barge mit dem Buckelwal übernommen. Am 2. Mai soll das Schiff gegen 12 Uhr Skagen in Dänemark passieren und damit in die Nordsee einlaufen. Schließlich soll Timmy in den Atlantik und zu einer Buckelwal-Familie gebracht werden. Die genaue Route ist geheim.
Ein aus Island eingeflogenes Team will sicherstellen, dass der Wal fit für die Auswilderung ist.
20:23 Uhr: Frachtkahn mit Wal tritt Weg in Richtung offenes Meer an
Der Frachtkahn mit „Timmy“ an Bord hat seinen Weg in Richtung offenes Meer angetreten. Wie Livebilder zeigten, bewegte sich die Barge aus der Bucht, in der das Tier zuvor aufgenommen worden war. In dem Kahn soll der Wal aufs offene Meer gebracht und dort in die Freiheit entlassen werden.
Nach Angaben des NDR ist es vor Ort „unfassbar laut“. Tierschützer hatten davor gewarnt, das geschwächte Tier Lärm auszusetzen. „Wale und Delfine leben in einer Welt des Schalls. Die sind da extrem empfindlich.“ Das wäre so, sagt Ritter, als würde man einem Menschen drei Tage lang eine helle Lampe ins Gesicht halten“, zitiert der Sender den Walexperten Fabian Ritter.
19:28 Uhr: Die Barge bewegt sich, Timmy sprüht eine Fontäne
In Poel kommt Bewegung in die Sache. Die Barge mit Wal Timmy dreht sich leicht. Wichtig ist, dass unter dem Wal 1,60 Meter Wassertiefe erreicht werden. Daher wird die Barge von Helfern noch hochgepumpt. Der Wal sprüht zwischendurch eine Fontäne. Laut NDR brummt er auch in kurzen Abständen.
17:24 Uhr: So geht es jetzt weiter
Die Barge soll noch heute Abend in Richtung Wismar bewegt werden, erklärte Chef-Taucher Fred Babbel gegenüber „Bild“. In der Barge hat der Wal eine Wassertiefe von 1,60 Meter. Helfer besprühen ihn immer wieder mit Wasser.
In der Wismarbucht soll dann ein anderer Schlepper den Lastkahn innerhalb der nächsten 10 bis 14 Stunden in Richtung Nordsee ziehen. Am Ende der Reise soll Timmy nördlich von Dänemark in den Atlantik gebracht werden.
16.52 Uhr: Wal „Timmy“ schwimmt in der Barge
Der Buckelwal „Timmy“ ist durch eine zuvor ausgebaggerte Wasserrinne auf den Transport-Kahn zugeschwommen und befindet sich nun innerhalb der sogenannten Barge. In einem Statement vor Pressevertretern am Hafen von Poel zeigten sich Umweltminister Till Backhaus und die verantwortlichen Tierärzte hochemotional und „überglücklich“. Backhaus bedankte sich „bei allen, die an Hope geglaubt haben“.
Ende gut – und für den Wal hoffentlich nun: alles gut!
Till Backhaus, Umweltminister
„Ich wünsche ihm nun eine gute Reise“, sagte der Minister und ergänzte, dass es für ihn ein besonderer Moment gewesen sei, als der Wal in die Barge eingeschwommen sei und sich „im Übrigen auch noch mit seinen Flippern und seiner Fluge aus der Kirchsee verabschiedet“ habe. In dem Lastkahn fühle sich der Wal aktuell „wirklich pudelwohl“, so Backhaus.
Constanze von der Meden von der privaten Rettungsinitiative und Umweltminister Till Backhaus traten am Nachmittag vor die Presse.
© dpa/Helena Dolderer
16.12 Uhr: Chef-Taucher wischt sich Tränen aus den Augen
Der maßgeblich an der Rettungsaktion beteiligte Tauchunternehmer Fred Babbel zeigte sich vor der Presse sichtlich emotional. „Das Tier ist in eigener Kraft in die Barge hineingeschwommen“, sagte er und betonte, dass ihm in diesem Augenblick die Worte gefehlt hätten. „Das waren 14 lange Tage“, resümierte der Taucher. „Die ersten paar Tage war es einfach ein Job. Alles andere, was jetzt so gekommen ist – da baut man eine Bindung auf und sagt: Den muss man einfach retten.“
Tauchunternehmer Fred Babbel (Mitte) kamen die Tränen, als der Buckelwal in den Lastkahn hineinschwamm.
© dpa/Jens Büttner
15.40 Uhr: Technischer Leiter erklärt weiteren Ablauf
Der technische Leiter der Rettungsaktion, Felix Bohnsack, sagte am Poler Hafen vor Medienvertretern, dass alle an den Rettungsmaßnahmen Beteiligten am Ende an einem Strang gezogen hätten: die private Initiative, die DLRG, das Umweltministerium und weitere. Nur dadurch sei die Aktion letztlich geglückt.
Oliver Kahn sagte einmal: „Eier, wir brauchen Eier.“ Und die haben wir bis jetzt ziemlich gut bewiesen.
Felix Bohnsack, Technischer Leiter der privaten Initiative
„Wir sind aber noch nicht ganz über den Berg“, betonte er und verwies auf das weitere Vorgehen. „Jetzt muss die Barge wieder auf ein vernünftiges Niveau gepumpt werden, damit der Wal in der optimalen Strandungsposition landet.“ Grundsätzlich sei der Gesundheitszustand des Wals von den Tierärzten aber positiv bewertet worden. Sobald der Salzgehalt im Wasser bei der nun anstehenden etwa viertägigen Reise des Wals gen Nordsee weiter steige, würden auch „die Werte des Tieres weiter hochgehen“.
15.14 Uhr: Rettungsversuch laut Backhaus „geglückt“
Das Rettungskonzept mit dem Lastkahn sei dem SPD-Politiker zufolge aufgegangen. „Er fühlt sich in der Barge wirklich pudelwohl“, sagte er in Poel vor Medienvertretern kurz nachdem der Wal in den Lastkahn hineingeschwommen war. Noch am Abend soll der Buckelwal innerhalb des Lastkahns seine Reise in Richtung Ostsee antreten – solange die See weiterhin ruhig bleibt. Backhaus betonte in dem Zusammenhang: „Der Rettungsversuch ist geglückt. Wenn man zusammenhält, dann schafft man auch Lösungen.“
Till Backhaus begleitete die Rettungsaktion von der schwimmenden Barge aus.
© dpa/Jens Büttner
15.02 Uhr: Netz der Barge wird heruntergelassen
In dem Moment, als sich der Wal vollständig in der Barge befand, wurde ein oberhalb an dem Kahn befestigtes grünes Netz von den Helfern hinter dem Meeressäuger heruntergelassen. So soll während des nun geplanten, mehrtägigen Transports zum Eingang der Ostsee bis nach Skagen gewährleistet werden, dass konstant frisches Wasser in die Barge gelangt und der Wal im äußersten Notfall freigelassen werden kann. Der Meeressäuger soll während des Transports nicht mithilfe der Heckklappe in der Barge eingeschlossen werden.
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14.30 Uhr: Wal schwimmt in Richtung Transportkahn
Nachdem Helfer die letzte Sandbarriere unterhalb des festliegenden Wals abgesaugt hatten, um dem Tier den Weg in die tiefere Wasserrinne zu ermöglichen, schwamm das Tier ein gutes Stück in Richtung der Transport-Barge. Aktuell befindet sich der Meeressäuger nur noch wenige Meter vor dem geöffneten Heck des Transport-Kahns.
14.01 Uhr: Wal „Timmy“ dreht sich
Die Versuche der Helfer, den Wal mittels Ziehen an einem Gurt in Richtung der Transport-Barge zu navigieren, scheinen zu funktionieren. Das Tier hat sich um 180 Grad in Richtung Lastenkahn gedreht. In Aufnahmen des Livestreams war zu sehen, wie die Heckklappe der Barge weit offenstand. Hier soll der Wal durch eine tiefere Wasserrinne hereinschwimmen, damit es in Richtung Nordsee transportiert werden kann. Aktuell wird sie letzte Sandbarriere, die den Wal bislang noch in der seichten Kuhle hielt, von den Helfern vor Ort weggespült, um den Weg freizugeben.
Helfer ziehen an einem Gurt, der sich unter der Brust des Wals befindet, um das Tier in Richtung Lastkahn zu drehen.
© AFP/Danny Gohlke
Der Meeresbiologe und Wal-Experte Fabian Ritter bezeichnete die Bilder in einer Sondersendung der „Bild“ allerdings als nur schwer aushaltbar und „gruselig“. Das Tier erleide mutmaßlich großen Stress. Zeitweilig sah es in den Videoaufnahmen so aus, als ob ein Helfer vor Ort auf den Rücken des Wals gestiegen sei. Darüber hinaus ziehen die Helfer stetig an einem Gurt, der sich unter der Brust des Wals befindet, um ihn in Richtung Lastkahn zu navigieren.
12.58 Uhr: Transport-Barge steht bereit
Das grüne Netz an der Transport-Barge soll herabgelassen werden, sobald der Wal hereingeschwommen ist. Dadurch soll konstant frisches Wasser in die Barge gelangen und der Wal im Notfall freigelassen werden können.
© dpa/Philip Dulian
12.32 Uhr: Helfer ziehen „Timmy“ mithilfe eines Gurtes
Aktuell versuchen Helfer, den gestrandeten Buckelwal mithilfe eines Gurtes in eine tiefere Wasserrinne und schließlich in die Transport-Barge zu ziehen. In Aufnahmen des Livestreams war zunächst zu sehen, wie unterhalb der Brust des Tieres ein Gurt in Form eines Schlauchs positioniert wurde. Danach positionierten sich rechts und links des Meeressäugers etwa 20 Helfer, um an dem Gurt zu ziehen. Dabei waren gemeinschaftliche Rufe wie „Zieht! Zieht!“ zu hören.
Der Rücken des zwölf Tonnen schweren Tieres wölbte sich bei der Aktion immer wieder. Dabei bewegte sich Buckelwal „Timmy“ nach und nach zwar sehr langsam, aber stetig näher an die tiefe Wasserrinne und in Richtung Transport-Barge. Zeitweise sah es in den Livestream-Aufnahmen so aus, als ob das Tier sich drehte. Der Meeressäuger gab dabei immer wieder ein lautes Brummen von sich und stieß verstärkt Atemluft aus.
Mithilfe dieses Gurtes soll der Wal vor Poel laut der privaten Initiative in eine tiefere Wasserrinne und dann in die Barge gezogen werden.
© dpa/Helena Dolderer
11.23 Uhr: Wal soll aktuell nicht aufliegen
Wie Tierärztin Kirsten Tönnies bereits am Vortag erklärte, soll das Tier mithilfe eines „festen flexiblen Gurtes“ sanft in eine tiefere Wasserrinne gezogen und schließlich in die Barge, also einen Lastkahn zum Transport, begleitet werden. Dafür sollte der Gurt unter der Brust des Meeressäugers positioniert werden. Dann sollen sich an jeder Seite des Tieres jeweils etwa fünf Helfer positionieren, die links und rechts am Gurt ziehen. Sollte das Tier in Panik geraten, könne man den Gurt jederzeit loslassen, so Tönnies. Aktuell soll das Tier demnach im flachen Wasser „floaten“ – also nicht auf dem Grund aufliegen.
Die Helfer versuchen immer wieder, den Wal mithilfe eines Gurtes in die tiefere Wasserrinne und schließlich in die Barge zu ziehen.
© dpa/Jens Büttner
10.59 Uhr: Experten raten von Rettungskonzept ab
Wal-Experten raten von der Rettungsaktion ab: Das Deutsche Meeresmuseum teilte mit, das Tier sollte vielmehr größtmögliche Ruhe erhalten und ausschließlich palliativ versorgt werden. „Von weiteren Manipulationen am Wal“ sei abzusehen. „Der Allgemeinzustand des Wales hat sich weiter verschlechtert“ und die Erfolgsaussichten einer Lebendbergung seien sehr gering. Sie „ist zudem mit enormen Verletzungsrisiken für den Wal verbunden“, erklärten die Forscher und verwiesen auf ähnliche Einschätzungen etwa der International Whaling Commission und British Divers Marine Life Rescue.
10.42 Uhr: Helfer treffen beim Buckelwal ein
In Aufnahmen des Livestreams war zu sehen, wie sich Helfer der privaten Initiative in Booten auf den Weg zu dem gestrandeten Wal machten und sich rund um den gestrandeten Wal im Wasser positionierten. Die heiße Phase des möglicherweise finalen Rettungsversuchs für den gestrandeten Meeressäuger beginnt demnach. Tierärztin Dr. Kristen Tönnies ist im Taucheranzug ebenfalls bei den Helfern zu sehen. Am Hafen werden derweil die Boote mit Schläuchen und Equipment beladen. Auch die Barge wird startklar gemacht.
Die Helfer fahren im Boot zum Buckelwal. Von links nach rechts: Pedro Veranda, Anne Herrschaft, Danny Hilse und Tierärztin Kirsten Tönnies.
© dpa/Helena Dolderer
10.22 Uhr: Barge für Wal-Transport wird bereitgemacht
Auch die Barge und der Lastkahn werden bereitgemacht. Die Barge soll den Wal in Richtung Skagen bis zur Nordsee bringen.
© dpa/MARCUS GOLEJEWSKI
10.02 Uhr: Rettung muss „bis Sonnenuntergang“ gelingen
Umweltminister Till Backhaus äußerte sich am Hafen vor Poel vor Pressevertretern zum geplanten Zeitrahmen der heutigen Rettungsaktion: „Bis Sonnenuntergang muss es gelingen, den Wal auf der Barge zu haben“, sagte er. Man müsse allerdings zunächst abwarten, wie der Wal auf die Rettungsversuche reagiere. „Er ist ein Wildtier“, betonte er.
9.55 Uhr: Tierärzte geben grünes Licht für Rettungsversuch
Die entscheidende Phase des Rettungsversuchs des in der Ostsee gestrandeten Buckelwals kann beginnen. Die Tierärzte der privaten Initiative halten das seit vier Wochen in einer flachen Bucht der Insel Poel vor Wismar festsitzende Tier für transportfähig. Das sagte Umweltminister Till Backhaus vor Pressevertretern in Kirchdorf auf Poel. Die Landesregierung gab zudem grünes Licht dafür, dass Gurte genutzt werden dürfen, um den rund zwölf Tonnen schweren Wal durch eine gebaggerte Rinne zum mit Wasser gefüllten Transportkahn zu führen.
9.28 Uhr: Neue Tücher für Buckelwal „Timmy“
Am Morgen verließen Boote der DLRG den Hafen von Kirchdorf und fuhren zum Wal, wie eine dpa-Reporterin berichtete. Auf Livestreams des Geschehens war zudem zu sehen, wie Menschen in Trocken- und Neoprenanzügen im flachen Wasser am Wal arbeiteten und diesen unter anderem mit Tüchern bedeckten, um ihn vor der Sonne zu schützen.
Buckelwal „Timmy“ wird laufend mit feuchten Tüchern abgedeckt.
© dpa/Philip Dulian
9.18 Uhr: Gurte als Rettungskonzept
Umweltminister Till Backhaus zufolge habe man bei einer Lagebesprechung heute Morgen nochmals die Möglichkeit abgewogen, den Wal mittels eines Gurtes sanft in die Barge zu ziehen. „Wenn es hilft, diesem Tier aus dieser Situation zu helfen und das gering invasiv ist, dann prüfen wir das“, so der Minister. „Wir brauchen heute Ruhe, wir brauchen heute Glück (…) für mich wäre es mit eines meiner schönsten Erlebnisse in meinem Leben.“
9.02 Uhr: Hier liegt „Timmy“ aktuell
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(mit Agenturen)