
AUDIO: European League Viertelfinals: Nordclubs mit dem „großen Ziel“ Final Four (1 Min)
Handball European League
Stand: 29.04.2026 09:11 Uhr
Im Viertelfinal-Hinspiel der European League empfängt die SG Flensburg-Handewitt heute Abend im Nordduell die TSV Hannover-Burgdorf. Beide Teams treffen sich erstmals auf internationalem Parkett – und wollen in die Finals.
Das große Ziel ist für beide Mannschaften gleich: Hamburg! Dort wird am 30. und 31. Mai die Endrunde in der European League ausgetragen. Heute (20.45 Uhr, im NDR Livecenter) steht das erste Viertelfinal-Duell der beiden Nordclubs an. Die SG Flensburg-Handewitt genießt Heimrecht und trägt nach den zuletzt überzeugenden Leistungen auch die Favoritenbürde. Herausforderer TSV Hannover-Burgdorf dümpelt im Bundesliga-Alltag nur im Mittelfeld herum.
Dem Champion winkt die Champions Leaugue
Zusätzliche Würze erhält der zweithöchste europäische Vereinswettbewerb durch die noch relativ frische Ankündigung der EHF, dass der Sieger von Hamburg in der kommenden Saison höchstwahrscheinlich in der Champions League antreten darf.
Während Flensburg über Platz zwei in der Bundesliga über eine weitere Option verfügt, ergibt sich für Hannover trotz eines mageren zehnten Ranges plötzlich eine neue Perspektive. „Das ist eine Riesenchance für den Verein und die Mannschaft“, meint TSV-Rückraumakteur Leif Tissier. „Wir werden die kommende Aufgabe dennoch so angehen wie alle anderen.“
Golla: „Dürfen nicht in die Falle tappen“
Es ist eine Premiere, dass sich die beiden Nordclubs auf dem internationalen Parkett gegenüberstehen. In der Bundesliga gab es in dieser Saison bereits zwei Vergleiche. Die „Recken“ unterlagen erst Anfang April zu Hause mit 32:35 und im September mit 29:37 in Flensburg. Am Sonntag erkämpften sie sich gegen Lemgo ein 30:30-Remis, während die Flensburger am Freitag beim 40:30-Erfolg über Melsungen glänzten.
„Wir dürfen nicht in die Falle tappen, dass es von allein läuft, denn die letzten Spiele sagen nun gar nichts mehr aus“, meint SG-Kapitän Johannes Golla und ergänzt: „Wir treffen auf eine erfahrene Mannschaft.“ TSV-Rückraumspieler Lukas Stutzke versucht sich auch gar nicht erst in der Rolle des ängstlichen Kaninchens und kündigt an: „Wir wollen uns eine gute Ausgangslage verschaffen und dann im Rückspiel den entscheidenden Schritt ins Halbfinale machen.“

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Die Stimmung bei den „Zebras“ ist nach zuletzt enttäuschenden Ergebnissen in der Liga gedrückt. In Kroatien braucht das verletzungsgeplagte Team einen kühlen Kopf.
Rückspiel am kommenden Dienstag
Anders als die Nordlichter gingen die Niedersachsen aus der Hauptrunde als Gruppensieger hervor. Dadurch übersprangen sie die Play-offs und genießen den Heimvorteil in der zweiten Partie. Diese wird am kommenden Dienstag (18.45 Uhr, im NDR Livecenter) in Hannover angepfiffen – allerdings nicht in der großen Arena, sondern in der kleineren Stadionsporthalle.
Flensburg ohne Bundesligaspiel zwischen den Duellen
Zwischendurch, nämlich am Sonnabend (19 Uhr), müssen die „Recken“ noch zum Bergischen HC. Flensburg sollte ursprünglich in Magdeburg antreten. Diese Begegnung wurde allerdings auf den 21. Mai verlegt. „Das ist ideal“, freut sich SG-Trainer Ales Pajovic. „So können wir uns voll auf die European League konzentrieren und müssen erst nach dem Viertelfinale den nächsten Schritt in der Bundesliga gehen.“
„Recken“ mit zwei Ex-Flensburgern
Für Hannover spielen aktuell zwei ehemalige Flensburger: Marius Steinhauser wechselte 2022 nach fünf Jahren im hohen Norden an den Maschsee. „Mit der SG verbinde ich immer noch viele positive Emotionen“, erzählt der Rechtsaußen und schmunzelt. „Auf dem Spielfeld mag es vielleicht manchmal nicht so aussehen, denn da gebe ich alles für Hannover.“
Erst für diese Saison nahm August Pedersen einen Trikottausch vor. Der norwegische Linksaußen fehlte im September wegen einer Oberschenkel-Blessur und freut sich daher nun umso mehr auf eine Stippvisite in der „Hölle Nord“. Anfang April warf er gegen seinen Ex-Club elf Tore.
Marian Michalczik fällt aus
Sein aktueller Verein bestätigte am Sonntag, dass für Marian Michalczik die Saison beendet ist. Der Rückraumspieler erlitt im Training einen Fußbruch. Flensburg schonte am Freitag Linkshänder Kent Robin Tönnesen (Fieber), konnte aber wieder Simon Pytick aufbieten, der aufgrund von Problemen an Wade und Bauchmuskel zuletzt nur sporadisch bis gar nicht mitwirken konnte.
„Die Pause hat gutgetan, ich fühle mich wieder richtig fit“, verrät das dänische Rückraumass. „Wenn wir über 60 Minuten gut performen, erreichen wir eine gute Ausgangsbasis und können dann im Rückspiel unser großes Ziel erreichen.“ Und das ist das Final Four von Hamburg.

Ergebnisse, Tabellenstände und die Spieltage im Überblick.