29.04.26 – Ob Tenne, Datscha, Gartenlaube, Hippodrom, Blowup, Las Palmas und viele weitere Diskos und Tanzlokale: Die Diskjockeys waren die Helden der Jugend in den 1970er-, 1980er- oder 1990er-Jahren. Es wurde jedes Wochenende gefeiert, getanzt, gelacht und gebaggert, was das Zeug hielt. Ja, damals, als es noch Schallplatten gab. Keine Mobiltelefone und kein Internet.
Nein, wir schreiben jetzt nicht, dass früher alles besser war. Aber manches ganz sicher schon. Die Zeiten haben sich geändert. Bei Jürger Herberg, Andy Möller, Heiko Franz und all den weiteren Moderatoren ist eines geblieben: die Liebe zur Musik.
Jürgen Herberg nd Andy Mölle rim Radiostudio in Bad Hersfeld
Mittlerweile stehen sie nur noch selten an den Mischpults und legen vor Publikum auf. Und doch sind sie Woche für Woche präsent. Seit dem Internetzeitalter hat sich ihre kreative Schaffenskraft öfters ins weltweite Netz verlagert. Jürgen Herberg ist seit 50 Jahren in der Musikbranche unterwegs und erinnert sich genau: „Angefangen hat alles an einem Sonntagnachmittag im Zigeunerkeller. Dort habe ich bei der Teeniedisco aufgelegt“, sagt Herberg im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS. Seitdem hat der Mitsechziger in unzähligen Tanzlokalen und Diskotheken für authentische Musik sowie lockere Sprüche mit Herz und Leidenschaft gesorgt.
Irgendwann gab es jedoch immer weniger Locations. Jürgen Herberg überlegte sich Alternativen und heuerte zunächst beim Radiosender „Radio Ohrenkrebs“ an. In ihm reifte die Entscheidung, das Ganze professioneller anzugehen. Es war die Geburtsstunde von Radio Fantastic. „Am 1. Mai 2008 um 14 Uhr sind wir zum ersten Mal auf Sendung gegangen“, sagt Herberg. Daraus hat sich eine Erfolgsgeschichte entwickelt. Angefangen mit einem Computer in der Ecke, dazu ein Mischpult und Headset. Mittlerweile senden sie aus ihrem Studio unterm Dach ihrer Wohnung in der Bad Hersfelder Innenstadt. Tagsüber läuft Musik, dazwischen Nachrichten, das Wetter und ein bisschen Werbung. Abends ab 20 Uhr wechselt sich das Team um Jürgen Herberg mit seinen jeweiligen Formaten ab. Montags ab 20 Uhr sendet beispielsweise Herberg Countrymusik. Dazwischen gibt es Anekdoten, oftmals spontan und eben nicht von der Stange. Da unterscheidet sich Fantastic Radio vom gängigen Einheitsbrei.
Sie spielen eben keinen Einheitsbrei
Nach einer kurzen Unterbrechung ist auch Andy Möller wieder an Bord. Ab dem 6. Mai ist er wieder wöchentlich mittwochs ab 20 Uhr für zwei Stunden mit seiner Sendung „Andy`s World of Music“ im Netz. „Jürgen hatte mich immer wieder angesprochen. Mensch Andy, komm mal vorbei und schau es Dir an. Musik und Laufen sind mein Leben. Ich habe freie Hand“, sagt Andy. Früher war er einer der erfolgreichsten Discjockeys in Osthessen und füllte die großen Festzelte wie in Rotensee oder Niederaula. Kult war seine Zeit in der Diskothek Las Palmas in Mengshausen. „Bei mir geht es etwas rockiger zu. Ich spiele ebenso Songs, die man sonst selten hört, eben keinen Einheitsbrei“, sagt Möller und hat sich so sein Markenzeichen bewahrt.
Hochzeit im Gründungsjahr
So passen er und seine Kollegen wie beispielsweise Heiko Franz ideal ins Konzept von Jürgen Herberg. „Wir haben Stammhörer aus der Region, aber auch rund um den Globus. Es wird sehr gut angenommen“, freut sich Herberg. Seine Ehefrau Gabriele, die er übrigens im Gründungsjahr von Radio Fantastics heiratete, unterstützt Jürgen und ist selbst am Mikro zu hören. Ab und zu auch gemeinsam. Ob es nicht Streit gibt, frage ich. „Nein, über die Musik sind wir uns einig“, sagt sie und verrät, dass sie großer Fan von Peter Maffay.
Am Maifeiertag live aus dem Green Garden-Biergarten
Am 1. Mai ist Jürgen Herberg übrigens endlich mal wieder live zu sehen. Ab 14 Uhr sendet er aus dem Biergarten vom Parkhotel Green Garden im Bad Hersfelder Kurpark. Bis 20 Uhr gibt es jede Menge Musik und lockere Sprüche von Jürgen Herberg und drei weiteren Kult-DJs. Im Internet findet ihr Fantastic Radio übrigens unter Fantastic Radio. Oder fragt einfach die Alexa. Die Zeiten haben sich geändert. Wie schön, dass die Stimmen der Kult-DJs bleiben – live und in echt. Auch nicht mehr so selbstverständlich heutzutage. (Hans-Hubertus Braune) +++





