Den gestrigen Dienstag bezeichnete Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus als „Tag der Entscheidung“. Nach vielen Bemühungen der Helfer einer privaten Rettungsinitiative wurde der vor der Ostseeinsel Poel gestrandete Buckelwal, inzwischen von vielen „Timmy“ oder „Hope“ genannt, in einen Lastkahn, eine sogenannte Barge, navigiert.
Mithilfe eines Schleppers soll der Meeressäuger nun in einer mehrtägigen Aktion um die Nordspitze Dänemarks herum durch das Skagerrak in die Nordsee gebracht und dort freigelassen werden. Doch Experten sind sich uneins darüber, ob der geschwächte Wal den langen Transportweg überstehen wird und ob „Timmy“ in der Nordsee oder im Atlantik in Freiheit überleben kann. Verfolgen Sie hier die Entwicklungen im Newsticker und Livestream:
Wal-Rettung im News5-Livestream:
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13.12 Uhr: Backhaus äußert sich zu Timmys Gesundheitszustand
Am Mittag äußerte sich Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus zum Gesundheitszustand des Buckelwals. Im Hafen vor Poel berichtete der SPD-Politiker vor Pressevertretern, dass der Meeressäuger bei der Rettungsaktion „keine Verletzungen“ davongetragen habe. „Es geht ihm in der Barge sehr gut. Er soll heute Nacht gesungen haben“, sagte er und ergänzte: „Er hat heute Nacht angeblich vokalisiert.“
Wir haben ein Stückchen Wal-Geschichte geschrieben.
Till Backhaus zur Wal-Rettung
Der Minister betonte: „Der Transport des Tieres war die letzte Chance für ihn.“ Wäre der Wal vor der Insel Poel verendet, dann wäre sein Körper zur wissenschaftlichen Untersuchung „in die Sektion“ gekommen – dann hätte man geguckt, woran er gestorben ist. Wir machen mit solchen Skeletten keine Geschäfte, sondern es wäre ein Beitrag für die Wissenschaft gewesen.“ Er überlege nun, ob er für den Buckelwal an der Ostsee ein kleines Denkmal errichten wolle: „Meine Idee war es ja, ihm ein kleines Denkmal zu setzen. Da werden wir uns in aller Ruhe nochmal drüber unterhalten.“
Till Backhaus bei einer Pressestatement im Hafen von Poel.
© dpa/Helena Dolderer
13.02 Uhr: Meeresbiologe dämpft Erwartungen
Der Meeresbiologe Fabian Ritter äußerte sich auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur eher skeptisch zu einem möglichen Erfolg der laufenden Rettungsaktion für Buckelwal „Timmy“. „Ja, es steckt Lebenswille in ihm, keine Frage“, räumte der Experte ein. Allerdings sei der Ausgang der Rettungsaktion aus seiner Sicht noch völlig offen. Der Lastkahntransport sei für das Tier sehr stressig. „Wir wissen nicht, was das mit dem Wal macht“, sagte er und erklärte, dass es für Prognosen keinerlei Präzedenzfälle gebe.
Von einer Rettung kann erst gesprochen werden, wenn der Wal über Wochen nach der Freilassung normales Verhalten zeigt.
Fabian Ritter, Meeresbiologe
Ganz grundsätzlich sei der Gesundheitszustand des Tieres nicht gut. „Das sagen alle, auch die Befürworter der Rettungsaktion.“ Der Buckelwal habe sich in den vergangenen Wochen und Monaten in Netzen verfangen, sei ewig herumgeirrt und habe fünf Selbststrandungen hinter sich. „Das sind deutliche Zeichen, dass der Wal alles andere als fit ist.“ Den Moment der Freilassung in der Nordsee bezeichnete Ritter als entscheidend. Dann müsse sichergestellt werden, dass der Wal Nahrung aufnehmen, normal schwimmen und tauchen könne. Letzteres sei fraglich nach so langer Liegezeit, die sich auf die Muskulatur und die inneren Organe auswirke.
Meeresbiologe Fabian Ritter dämpft die Erwartungen in puncto Wal-Rettung.
© dpa/Serdar Dogan
12.55 Uhr: „Timmy“ bekommt in Barge einen GPS-Sender
In seiner Transport-Barge soll Buckelwal „Timmy“ mit einem GPS-Senderchip ausgestattet werden, damit man ihn nach der geplanten Auswilderung in der Nordsee verfolgen kann. Juristin Constanze von der Meden zufolge wolle man dann die Koordinaten des Wals den Initiatoren der Rettungsaktion und dem Schweriner Umweltministerium zur Verfügung stellen – nicht aber der Öffentlichkeit.
„Wir wollen keinen Waltourismus generieren“, sagt die Anwältin der privaten Initiative. Dadurch solle vermieden werden, dass Menschen selbst losfahren und nach dem Wal schauten. Der neue Sender sei aus den USA eingeflogen worden und werde in diesen Stunden angebracht. Der Tracker sei nicht vorher an dem Tier festgemacht worden, um sicherzustellen, dass er sich nicht während des Heranführens an die Barge wieder löst.
12.45 Uhr: Anwältin der Initiative zeigt sich emotional
Die Rechtsanwältin der privaten Rettungsinitiative, Constanze von der Meden, zeigte sich am Mittag auf der Insel Poel vor Medienvertretern sichtlich emotional. „Ich habe immer noch Gänsehaut“, sagte sie, auf die Geschehnisse am Dienstagnachmittag angesprochen, als der Buckelwal in den Lastkahn navigiert wurde. „Am 28. April um 14.20 Uhr ist der Wal, der schon einmal für tot erklärt wurde, aus eigener Kraft in die Barge geschwommen und hat es uns allen gezeigt.“
Darauf angesprochen, dass der Transport via Barge bei dem Tier sicherlich viel Stress auslöse, sagte die Anwältin: „Die Zugbewegung in die Barge löst natürlich einen gewissen Stress aus.“ Nun müsse man allerdings schauen, ob der Stress tatsächlich „so gewaltig“ ist, dass er langfristig bleibende Schäden hinterlasse. „Die Tierärztin konnte mir bestätigen, dass er wieder in eine ruhige Position gekommen ist.“
12.12 Uhr: Sonnensegel soll „Timmys“ Haut schützen
Ein Mitglied der privaten Rettungsinitiative auf dem Schleppverband sagte der Deutschen Presse-Agentur (dpa), dass man über dem Lastkahn am Vormittag ein Sonnensegel angebracht habe, um die ohnehin angegriffene Haut des Buckelwals vor zu starker Sonneneinstrahlung zu schützen. Zudem sei „Timmy“ bewässert worden. Er floate in der Barge (also liege nicht auf) und bewege stetig seine Flipper. Gefüttert werden solle der Wal der Quelle zufolge nicht.
Der Schlepper „Robin Hood“, der die Barge zunächst bis Fehmarn gezogen hatte, soll nun laut Angaben eher als eine Art Shuttle für den jetzigen Schlepper „Fortuna B“ funktionieren, um Helfer zwischen der Barge und dem Schlepper hin und her zu transportieren. Man wolle zeitnah versuchen, eine Kamera direkt an der Barge zu installieren, um den Wal besser beobachten zu können.
11.45 Uhr: „Timmys“ langer Weg in die Nordsee 10.49 Uhr: Großes Containerschiff überholt Schlepperverband
Der Barge-Schlepperverband, der den Buckelwal in Richtung Nordsee transportieren soll, wurde soeben im engen Fehmarnbelt von einem großen Tanker flankiert. Auf der Karte des Schiffsortungsdienstes „VesselFinder“ war zu sehen, wie das große Containerschiff „Annalisa P“ den Verband mit etwa 10 Knoten (18 Kilometer pro Stunde) überholte. Die Entfernung betrug zeitweise etwas weniger als 700 Meter, wie der Entfernungsmesser von „VesselFinder“ zeigte. Die „Annalisa P“ ist 166 Meter lang und hatte als letzten Hafen Klaipėda in Litauen angesteuert.
Der Schiffsverkehr im Fehmarnbelt: Die „Annalisa P“ ist hier gelb markiert. (Stand: 10.46 Uhr, 29.04.2026)
© Vesselfinder / Screenshot: TSP
10.41 Uhr: Buckelwal liegt in der Barge auf Sand
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltministerium zufolge liegt der Buckelwal innerhalb des gefluteten Lastkahns auf einem Bett aus Sand. Das Tier sei während des Transports in Richtung Nordsee quasi sein eigener Anker, sagte ein Sprecher von Minister Till Backhaus am Dienstagmorgen in Schwerin. „Timmy“ soll innerhalb der Barge nicht angebunden sein und sich frei bewegen können, heißt es weiter. Zur Mittagszeit soll es in Kirchdorf auf der Ostseeinsel Poel ein weiteres Statement der Verantwortlichen geben.
10.22 Uhr: Wal-Schlepper steckt im Ostsee-Berufsverkehr fest
Der Barge-Schlepperverband bewegt sich derzeit nur sehr langsam vorwärts. Auf der Karte des Schiffsortungsdienstes „VesselFinder“ war zu sehen, wie die „Fortuna B“ und die „Robin Hood“ im Fehmarnbelt feststeckten. Die etwa 19 Kilometer breite Wasserstraße zwischen der Südküste Lollands und der Insel Fehmarn gilt als stark frequentiert und wird von vielen Schiffen angesteuert. Seit den frühen Morgenstunden passieren immer mehr Wasserfahrzeuge diesen Transportweg.
Der Schiffsverkehr im Fehmarnbelt. (Stand: 10.36 Uhr, 29.04.2026)
© Vesselfinder / Screenshot: TSP
Die „Fortuna B“ ist nach Angaben von „VesselFinder“ zwischenzeitlich mit bis zu 4,5 Knoten im Fehmarnbelt unterwegs. Das entspricht umgerechnet etwa acht Kilometern pro Stunde.
08:20 Uhr: Wal-Transport wechselt Schleppfahrzeug
Auf seiner Reise Richtung Nordsee wird der Lastkahn „Timmy“ an Bord nun von einem anderen Schiff weitergezogen. Die „Fortuna B“ hat am Morgen vor 7.00 Uhr als Schleppfahrzeug übernommen, wie ein Mitglied der privaten Initiative, das an Bord ist, sagte.
Am Dienstagabend hatte zunächst der Schlepper „Robin Hood“ die Barge – also eine Art schwimmendes Becken – mit dem Wal am Ausgang der Kirchsee vor der Insel Poel übernommen. Anschließend fuhr er samt dem mit Wasser gefüllten Lastkahn in die Wismarbucht und weiter hinaus auf die offene Ostsee. Begleitet wurde er von dem Mehrzweckschiff „Fortuna B“, das nun die Schleppaufgabe übernimmt.
07:03 Uhr: Schleppverband mit Wal ist auf dem Weg in die Nordsee
Der Schleppverband mit „Timmy“ ist auf dem Weg Richtung Nordsee. Laut dem Schiffsortungsdienst „VesselFinder“ befand sich der Verband am frühen Morgen circa 6 Seemeilen (rund 11 Kilometer) südöstlich von Fehmarn. Der Transport bewege sich mit „sehr langsamer Geschwindigkeit“ in Richtung der Insel, sagte ein Sprecher der begleitenden Wasserschutzpolizei.
05:25 Uhr: Wal-Transport fährt auf Ostsee weiter Richtung Fehmarn
Der Transport hat die offene Ostsee erreicht. Ein Schiff der Wasserschutzpolizei Wismar begleitete das Gespann aus einem Schlepper und einer Barge samt Wal nördlich der Insel Poel bis zur offenen See, wie ein Sprecher am späten Dienstagabend erklärte. Die Polizei drehte dann wegen starken Windes ab. Der Transport fahre nun weiter in Richtung der Insel Fehmarn.
Der Schlepper „Robin Hood“ zieht die Barge mit dem gestrandeten Wal an der Ostseeküste entlang.
© dpa/Bodo Marks
22:04 Uhr: Wal trägt Peilsender, der extra aus den USA eingeflogen wurde
„Timmy“ trägt auf seiner Reise zurück in den Atlantik einen speziellen Peilsender. „Weil es ihn nicht in Europa gibt, wurde er in den USA gekauft und aus Washington eingeflogen“, erklärte Unternehmer Walter Gunz, der die private Rettung mitfinanzierte, gegenüber „Bild“.
21:02 Uhr: Schlepper übernimmt Barge mit gestrandetem Wal
Der Schlepper „Robin Hood“ hat die Barge mit dem Buckelwal übernommen. Am 2. Mai soll das Schiff gegen 12 Uhr Skagen in Dänemark passieren und damit in die Nordsee einlaufen. Schließlich soll Timmy in den Atlantik und zu einer Buckelwal-Familie gebracht werden. Die genaue Route ist geheim.
Ein aus Island eingeflogenes Team will sicherstellen, dass der Wal fit für die Auswilderung ist.
20:23 Uhr: Frachtkahn mit Wal tritt Weg in Richtung offenes Meer an
Der Frachtkahn mit „Timmy“ an Bord hat seinen Weg in Richtung offenes Meer angetreten. Wie Livebilder zeigten, bewegte sich die Barge aus der Bucht, in der das Tier zuvor aufgenommen worden war. In dem Kahn soll der Wal aufs offene Meer gebracht und dort in die Freiheit entlassen werden.
Nach Angaben des NDR ist es vor Ort „unfassbar laut“. Tierschützer hatten davor gewarnt, das geschwächte Tier Lärm auszusetzen. „Wale und Delfine leben in einer Welt des Schalls. Die sind da extrem empfindlich.“ Das wäre so, sagt Ritter, als würde man einem Menschen drei Tage lang eine helle Lampe ins Gesicht halten“, zitiert der Sender den Walexperten Fabian Ritter.
19:28 Uhr: Die Barge bewegt sich, Timmy sprüht eine Fontäne
In Poel kommt Bewegung in die Sache. Die Barge mit Wal Timmy dreht sich leicht. Wichtig ist, dass unter dem Wal 1,60 Meter Wassertiefe erreicht werden. Daher wird die Barge von Helfern noch hochgepumpt. Der Wal sprüht zwischendurch eine Fontäne. Laut NDR brummt er auch in kurzen Abständen.
Taucher begutachteten in der Barge immer wieder den Gesundheitszustand von Buckelwal „Timmy“.
© REUTERS/NonstopNews/Schwarck
17:24 Uhr: So geht es jetzt weiter
Die Barge soll noch heute Abend in Richtung Wismar bewegt werden, erklärte Chef-Taucher Fred Babbel gegenüber „Bild“. In der Barge hat der Wal eine Wassertiefe von 1,60 Meter. Helfer besprühen ihn immer wieder mit Wasser.
In der Wismarbucht soll dann ein anderer Schlepper den Lastkahn innerhalb der nächsten 10 bis 14 Stunden in Richtung Nordsee ziehen. Am Ende der Reise soll Timmy nördlich von Dänemark in den Atlantik gebracht werden.
16.52 Uhr: Wal „Timmy“ schwimmt in der Barge
Der Buckelwal „Timmy“ ist durch eine zuvor ausgebaggerte Wasserrinne auf den Transport-Kahn zugeschwommen und befindet sich nun innerhalb der sogenannten Barge. In einem Statement vor Pressevertretern am Hafen von Poel zeigten sich Umweltminister Till Backhaus und die verantwortlichen Tierärzte hochemotional und „überglücklich“. Backhaus bedankte sich „bei allen, die an Hope geglaubt haben“.
Ende gut – und für den Wal hoffentlich nun: alles gut!
Till Backhaus, Umweltminister
„Ich wünsche ihm nun eine gute Reise“, sagte der Minister und ergänzte, dass es für ihn ein besonderer Moment gewesen sei, als der Wal in die Barge eingeschwommen sei und sich „im Übrigen auch noch mit seinen Flippern und seiner Fluge aus der Kirchsee verabschiedet“ habe. In dem Lastkahn fühle sich der Wal aktuell „wirklich pudelwohl“, so Backhaus.
Constanze von der Meden von der privaten Rettungsinitiative und Umweltminister Till Backhaus traten am Nachmittag vor die Presse.
© dpa/Helena Dolderer
16.12 Uhr: Chef-Taucher wischt sich Tränen aus den Augen
Der maßgeblich an der Rettungsaktion beteiligte Tauchunternehmer Fred Babbel zeigte sich vor der Presse sichtlich emotional. „Das Tier ist in eigener Kraft in die Barge hineingeschwommen“, sagte er und betonte, dass ihm in diesem Augenblick die Worte gefehlt hätten. „Das waren 14 lange Tage“, resümierte der Taucher. „Die ersten paar Tage war es einfach ein Job. Alles andere, was jetzt so gekommen ist – da baut man eine Bindung auf und sagt: Den muss man einfach retten.“
Tauchunternehmer Fred Babbel (Mitte) kamen die Tränen, als der Buckelwal in den Lastkahn hineinschwamm.
© dpa/Jens Büttner
15.40 Uhr: Technischer Leiter erklärt weiteren Ablauf
Der technische Leiter der Rettungsaktion, Felix Bohnsack, sagte am Poler Hafen vor Medienvertretern, dass alle an den Rettungsmaßnahmen Beteiligten am Ende an einem Strang gezogen hätten: die private Initiative, die DLRG, das Umweltministerium und weitere. Nur dadurch sei die Aktion letztlich geglückt.
Oliver Kahn sagte einmal: „Eier, wir brauchen Eier.“ Und die haben wir bis jetzt ziemlich gut bewiesen.
Felix Bohnsack, Technischer Leiter der privaten Initiative
„Wir sind aber noch nicht ganz über den Berg“, betonte er und verwies auf das weitere Vorgehen. „Jetzt muss die Barge wieder auf ein vernünftiges Niveau gepumpt werden, damit der Wal in der optimalen Strandungsposition landet.“ Grundsätzlich sei der Gesundheitszustand des Wals von den Tierärzten aber positiv bewertet worden. Sobald der Salzgehalt im Wasser bei der nun anstehenden etwa viertägigen Reise des Wals gen Nordsee weiter steige, würden auch „die Werte des Tieres weiter hochgehen“.
15.14 Uhr: Rettungsversuch laut Backhaus „geglückt“
Das Rettungskonzept mit dem Lastkahn sei dem SPD-Politiker zufolge aufgegangen. „Er fühlt sich in der Barge wirklich pudelwohl“, sagte er in Poel vor Medienvertretern kurz nachdem der Wal in den Lastkahn hineingeschwommen war. Noch am Abend soll der Buckelwal innerhalb des Lastkahns seine Reise in Richtung Ostsee antreten – solange die See weiterhin ruhig bleibt. Backhaus betonte in dem Zusammenhang: „Der Rettungsversuch ist geglückt. Wenn man zusammenhält, dann schafft man auch Lösungen.“
Till Backhaus begleitete die Rettungsaktion von der schwimmenden Barge aus.
© dpa/Jens Büttner
15.02 Uhr: Netz der Barge wird heruntergelassen
In dem Moment, als sich der Wal vollständig in der Barge befand, wurde ein oberhalb an dem Kahn befestigtes grünes Netz von den Helfern hinter dem Meeressäuger heruntergelassen. So soll während des nun geplanten, mehrtägigen Transports zum Eingang der Ostsee bis nach Skagen gewährleistet werden, dass konstant frisches Wasser in die Barge gelangt und der Wal im äußersten Notfall freigelassen werden kann. Der Meeressäuger soll während des Transports nicht mithilfe der Heckklappe in der Barge eingeschlossen werden.
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14.30 Uhr: Wal schwimmt in Richtung Transportkahn
Nachdem Helfer die letzte Sandbarriere unterhalb des festliegenden Wals abgesaugt hatten, um dem Tier den Weg in die tiefere Wasserrinne zu ermöglichen, schwamm das Tier ein gutes Stück in Richtung der Transport-Barge. Aktuell befindet sich der Meeressäuger nur noch wenige Meter vor dem geöffneten Heck des Transport-Kahns.
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Die Versuche der Helfer, den Wal mittels Ziehen an einem Gurt in Richtung der Transport-Barge zu navigieren, scheinen zu funktionieren. Das Tier hat sich um 180 Grad in Richtung Lastenkahn gedreht. In Aufnahmen des Livestreams war zu sehen, wie die Heckklappe der Barge weit offenstand. Hier soll der Wal durch eine tiefere Wasserrinne hereinschwimmen, damit es in Richtung Nordsee transportiert werden kann. Aktuell wird sie letzte Sandbarriere, die den Wal bislang noch in der seichten Kuhle hielt, von den Helfern vor Ort weggespült, um den Weg freizugeben.
Helfer ziehen an einem Gurt, der sich unter der Brust des Wals befindet, um das Tier in Richtung Lastkahn zu drehen.
© AFP/Danny Gohlke
Der Meeresbiologe und Wal-Experte Fabian Ritter bezeichnete die Bilder in einer Sondersendung der „Bild“ allerdings als nur schwer aushaltbar und „gruselig“. Das Tier erleide mutmaßlich großen Stress. Zeitweilig sah es in den Videoaufnahmen so aus, als ob ein Helfer vor Ort auf den Rücken des Wals gestiegen sei. Darüber hinaus ziehen die Helfer stetig an einem Gurt, der sich unter der Brust des Wals befindet, um ihn in Richtung Lastkahn zu navigieren.
12.58 Uhr: Transport-Barge steht bereit
Das grüne Netz an der Transport-Barge soll herabgelassen werden, sobald der Wal hereingeschwommen ist. Dadurch soll konstant frisches Wasser in die Barge gelangen und der Wal im Notfall freigelassen werden können.
© dpa/Philip Dulian
12.32 Uhr: Helfer ziehen „Timmy“ mithilfe eines Gurtes
Aktuell versuchen Helfer, den gestrandeten Buckelwal mithilfe eines Gurtes in eine tiefere Wasserrinne und schließlich in die Transport-Barge zu ziehen. In Aufnahmen des Livestreams war zunächst zu sehen, wie unterhalb der Brust des Tieres ein Gurt in Form eines Schlauchs positioniert wurde. Danach positionierten sich rechts und links des Meeressäugers etwa 20 Helfer, um an dem Gurt zu ziehen. Dabei waren gemeinschaftliche Rufe wie „Zieht! Zieht!“ zu hören.
Der Rücken des zwölf Tonnen schweren Tieres wölbte sich bei der Aktion immer wieder. Dabei bewegte sich Buckelwal „Timmy“ nach und nach zwar sehr langsam, aber stetig näher an die tiefe Wasserrinne und in Richtung Transport-Barge. Zeitweise sah es in den Livestream-Aufnahmen so aus, als ob das Tier sich drehte. Der Meeressäuger gab dabei immer wieder ein lautes Brummen von sich und stieß verstärkt Atemluft aus.
Mithilfe dieses Gurtes soll der Wal vor Poel laut der privaten Initiative in eine tiefere Wasserrinne und dann in die Barge gezogen werden.
© dpa/Helena Dolderer
11.23 Uhr: Wal soll aktuell nicht aufliegen
Wie Tierärztin Kirsten Tönnies bereits am Vortag erklärte, soll das Tier mithilfe eines „festen flexiblen Gurtes“ sanft in eine tiefere Wasserrinne gezogen und schließlich in die Barge, also einen Lastkahn zum Transport, begleitet werden. Dafür sollte der Gurt unter der Brust des Meeressäugers positioniert werden. Dann sollen sich an jeder Seite des Tieres jeweils etwa fünf Helfer positionieren, die links und rechts am Gurt ziehen. Sollte das Tier in Panik geraten, könne man den Gurt jederzeit loslassen, so Tönnies. Aktuell soll das Tier demnach im flachen Wasser „floaten“ – also nicht auf dem Grund aufliegen.
Die Helfer versuchen immer wieder, den Wal mithilfe eines Gurtes in die tiefere Wasserrinne und schließlich in die Barge zu ziehen.
© dpa/Jens Büttner
10.59 Uhr: Experten raten von Rettungskonzept ab
Wal-Experten raten von der Rettungsaktion ab: Das Deutsche Meeresmuseum teilte mit, das Tier sollte vielmehr größtmögliche Ruhe erhalten und ausschließlich palliativ versorgt werden. „Von weiteren Manipulationen am Wal“ sei abzusehen. „Der Allgemeinzustand des Wales hat sich weiter verschlechtert“ und die Erfolgsaussichten einer Lebendbergung seien sehr gering. Sie „ist zudem mit enormen Verletzungsrisiken für den Wal verbunden“, erklärten die Forscher und verwiesen auf ähnliche Einschätzungen etwa der International Whaling Commission und British Divers Marine Life Rescue.
10.42 Uhr: Helfer treffen beim Buckelwal ein
In Aufnahmen des Livestreams war zu sehen, wie sich Helfer der privaten Initiative in Booten auf den Weg zu dem gestrandeten Wal machten und sich rund um den gestrandeten Wal im Wasser positionierten. Die heiße Phase des möglicherweise finalen Rettungsversuchs für den gestrandeten Meeressäuger beginnt demnach. Tierärztin Dr. Kristen Tönnies ist im Taucheranzug ebenfalls bei den Helfern zu sehen. Am Hafen werden derweil die Boote mit Schläuchen und Equipment beladen. Auch die Barge wird startklar gemacht.
Die Helfer fahren im Boot zum Buckelwal. Von links nach rechts: Pedro Veranda, Anne Herrschaft, Danny Hilse und Tierärztin Kirsten Tönnies.
© dpa/Helena Dolderer
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(mit Agenturen)