Mullah-Regime unter Druck

Trumps Schmerzgriff scheint zu wirken

Aktualisiert am 29.04.2026 – 23:15 UhrLesedauer: 4 Min.

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US-Soldaten an Bord der „USS New Orleans“ beobachten den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus: Seit Mitte April gehen die USA gegen iranische Schiffe vor. (Quelle: IMAGO)

Mit der faktischen Sperrung der Straße von Hormus treibt der Iran weltweit die Öl- und Gaspreise in die Höhe. Doch nun gerät auch das Regime in Teheran unter Druck.

Mit der Blockade iranischer Häfen und Öltanker haben die USA offenbar ein neues Druckmittel gegen das Regime in Teheran gefunden. Seit dem 13. April zwingt die US-Marine immer wieder Schiffe mit Verbindungen zum Iran zur Umkehr und reagiert damit auf die faktische Sperrung der Straße von Hormus durch iranische Kräfte.

So hat sich der Krieg im Nahen Osten nach einer ersten Phase mit heftigen wechselseitigen Angriffen inzwischen zu einem Armdrücken auf wirtschaftlicher Ebene entwickelt. Den seit 8. April geltenden Waffenstillstand haben die Kriegsparteien kürzlich auf unbestimmte Zeit verlängert. Nun versuchen die Akteure, ihre Ziele durch wirtschaftlichen Zwang zu erreichen.

Im Video | Straße von Hormus: Darum wird sie für Trump zur Sackgasse

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Während Teheran mit der Sperrung der Straße von Hormus die Weltwirtschaft als Geisel nimmt und so Washington unter Druck setzen will, versuchen die USA, das Regime von seiner wichtigsten Einnahmequelle abzuschneiden. Und das offenbar nicht ganz ohne Erfolg.

Denn die Blockade seiner Ölexporte bringt Teheran in eine vertrackte Lage. Öl, das nicht auf Schiffen abtransportiert werden kann, muss in großen Tanks zwischengelagert werden.

Sobald seine Lagerkapazitäten ausgeschöpft sind, steht das Mullah-Regime vor schwierigen Entscheidungen. Der Punkt könnte schon bald erreicht sein.

Nach Angaben der Analysefirma Kepler könnten die iranischen Öltanks Mitte Mai voll sein. Dann wäre das Regime gezwungen, die tägliche Ölförderung weiter zu drosseln. Laut Kepler ist die tägliche Ölproduktion im Land infolge des Krieges im März bereits auf 3,68 Millionen Fass gefallen, im April könnte sie demnach auf 3,43 Millionen sinken.