Die Migration steigt stetig: EU-weit liegt die Zahl der Einwanderer unter der Gesamtbevölkerung bei rund 14 Prozent, in Österreich sogar noch weit höher.

In der EU leben heute 64,2 Millionen Menschen, die im Ausland geboren wurden – so viele wie noch nie zuvor: Das zeigt ein neuer Bericht der Rockwool Foundation Berlin (RF Berlin), der auf Grundlage von Daten des EU-Statistikamts Eurostat und dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) erstellt wurde. Von 2024 auf 2025 stieg die Zahl der Migranten um 2,1 Millionen, das entspricht einem Wachstum von 3,4 Prozent.

Noch mehr Menschen – 2,6 Millionen – wanderten im Jahr davor nach Europa ein. Seit dem Jahr 2010, als die Zahl der Einwanderer in der EU bei insgesamt 40 Millionen lag, verzeichneten Statistiker ein kontinuierliches Wachstum, mit Ausschlägen nach oben während der Flüchtlingskrise 2015 und einer Abflachung zu Coronazeiten. Der Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine 2022 markiert den Beginn eines steilen Anstiegs, der bis heute anhält: Im Dezember 2025 lebten 4,35 Millionen Ukrainer mit temporärem Schutzstatus in der EU.

Obwohl der Grund für die Zuwanderung nach Europa – Flucht, familiäre Gründe, Job u.ä. – bei den Gesamtzahlen der Studie keine Rolle spielt, zeigen sich erhebliche Differenzen zwischen den Ländern der EU-27: Als größtes Zielland sticht Deutschland mit 18 Millionen im Ausland geborenen Einwohnern hervor, das sind um 80 Prozent mehr als noch 2010 (10 Millionen).

Zuletzt wuchs die Einwanderercommunity in Österreichs größtem Nachbarland mit 300.000 Menschen von 2024 auf 2025 nicht mehr so stark – ganz anders als in Spanien, das im Vorjahr einen Anstieg seiner Einwandererzahlen um rekordverdächtige acht Prozent verzeichnete; von 8,8 auf 9,5 Millionen (also um 700.000 Personen, was knapp einem Drittel der Gesamtzuwanderung in die EU in diesem Zeitraum entspricht). Seit 2010 betrug der Zuwachs an Migranten in dem südeuropäischen Land rund 50 Prozent, etwas weniger waren es im zweitgrößten Mitgliedstaat Frankreich (plus 30 Prozent seit 2010, insgesamt rund 9,6 Millionen Zuwanderer 2025). Die Zuwandererzahlen in den übrigen Mitgliedstaaten sind seit 2010 um etwa 75 Prozent angestiegen, rechnet die RF Berlin vor. Drei Viertel der Migranten sind im erwerbsfähigen Alter (zwischen 15 und 64 Jahren).

Heute beträgt der Anteil der migrantischen Bevölkerung in der EU durchschnittlich 14 Prozent. Luxemburg sticht mit 52 Prozent hervor, es folgen Malta (32%) und Zypern (27,6%). Österreich liegt unter den EU-27 an fünfter Stelle (22,7%). Die Conclusio: In absoluten Zahlen führen die großen Mitgliedstaaten das Ranking an, im Verhältnis zur Bevölkerungsgröße dominieren die Kleinen.

Anders als die Gesamtzahl der Migranten gehen die Asylanträge in der EU seit Jahren zurück – und lag 2025 bei 669.365 (ein Rückgang von 26,6% im Vergleich zu 2024). Die vier größten EU-Länder Deutschland (113.000 Anträge), Spanien (141.000), Frankreich (116.000) und Italien (127.000) verzeichneten zusammen fast drei Viertel aller Anträge. In Österreich, das in absoluten Zahlen an neunter Stelle liegt, gingen im Vorjahr 12.100 Anträge ein.

Die Zusammensetzung der Herkunftsländer variiert stark: In Deutschland machen Syrer und Afghanen fast die Hälfte aller Asylbewerber aus, während in Spanien 60 Prozent der Anträge von Venezolanern kommen. In Italien dominieren Asylbewerber aus Bangladesch (22%).

Und welches EU-Land beherbergt nun die meisten Flüchtlinge? Auch hier sticht Deutschland mit 2,7 Millionen aufgenommenen Schutzbedürftigen hervor, gefolgt von Polen (rund 1 Million) und Frankreich (751.000). Österreich beherbergt 281.300 Flüchtlinge und steht somit an siebenter Stelle. Vergleicht man die Flüchtlingszahlen mit der Gesamtbevölkerung, ergibt sich ein differenziertes Bild: Zypern liegt mit einem Anteil von knapp fünf Prozent Flüchtlingen EU-weit an erster Stelle, Österreich auf Platz vier (3,1%).

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