Der US-Präsident will sich über mehrere Optionen für Militärschläge gegen den Iran unterrichten lassen, um den Verhandlungsdruck auf Teheran zu erhöhen, so das Portal „Axios“.

US-Präsident Donald Trump wird sich einem Medienbericht zufolge am Donnerstag ​über neue Pläne für ein mögliches erneutes militärisches Vorgehen gegen den Iran unterrichten lassen. Der Kommandeur des US-Zentralkommandos (Centcom), Brad Cooper, werde Trump entsprechende Optionen vorstellen, berichtete das Nachrichtenportal Axios unter Berufung auf Insider. An dem Treffen solle zudem der Vorsitzende des Generalstabs der US-Streitkräfte, General Dan Caine, teilnehmen. Das Präsidialamt ‌und das US-Zentralkommando äußerten sich auf Anfrage ​zunächst nicht zu dem Bericht.

Centcom habe einen Plan für eine „kurze und schlagkräftige“ Angriffswelle auf den Iran ausgearbeitet, die wahrscheinlich Infrastrukturziele umfasse, berichtete Axios weiter. Ein weiteres Vorhaben, das Trump voraussichtlich präsentiert werde, ziele ​darauf ab, einen Teil der Straße von Hormus unter Kontrolle zu bringen, um sie wieder für die Handelsschifffahrt zu öffnen. An ​einem solchen Einsatz könnten Bodentruppen beteiligt sein. Eine weitere Option, die bei der Unterrichtung zur Sprache kommen könnte, sei eine Operation ⁠von ‌Spezialkräften zur ​Sicherung der iranischen Bestände an hochangereichertem Uran.

Die Regierung in Washington hoffe, den Iran durch diese Pläne bei den Verhandlungen über sein Atomprogramm kompromissbereiter zu machen, hieß es in dem Bericht. Trump hatte das iranische Atomprogramm als unmittelbare Bedrohung bezeichnet. Die Regierung in Teheran bestreitet, nach Atomwaffen zu ​streben. Sie verweist jedoch auf ihr Recht als Vertragsstaat des Atomwaffensperrvertrags, Nukleartechnologie für friedliche Zwecke zu entwickeln, was die Urananreicherung einschließe.

Seit drei Wochen gilt nunmehr eine fragile Waffenruhe in dem Konflikt. Der Krieg hatte am 28. Februar mit einem Angriff der USA und Israels auf den Iran begonnen. Die Islamische Republik reagierte darauf mit eigenen Angriffen gegen Israel und Golfstaaten, in denen sich US-Stützpunkte befinden. Die amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran sowie israelische Einsätze im Libanon haben Tausenden Menschen das Leben gekostet und Millionen in die Flucht getrieben.

Der in den USA unpopuläre Krieg hat die Finanzmärkte erschüttert und die Ölpreise in die ​Höhe ⁠getrieben. Das Nordseeöl Brent stieg um bis zu 7,1 Prozent auf 126,41 Dollar je Fass. So teuer war Brent zuletzt 2022. Der Schiffsverkehr durch die Straße ​von Hormus, ein Nadelöhr für etwa ‌20 Prozent der weltweiten ⁠Öl- und Flüssiggaslieferungen, ist nach wie vor weitgehend geschlossen.

Trump hatte in der Vergangenheit damit gedroht, die zivile Infrastruktur des Irans zu zerstören. Völkerrechtsexperten zufolge könnten derartige Angriffe ‌Kriegsverbrechen darstellen. Die Genfer ⁠Konventionen von 1949 zum humanitären Völkerrecht in bewaffneten ⁠Konflikten verbieten Angriffe auf ​Einrichtungen, die für die Zivilbevölkerung als lebensnotwendig gelten. (Reuters)

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