Vorwurf der Intransparenz
Den Vorwurf der „Intransparenz“ ließ Kaup-Hasler nicht gelten. Sie sei – wie bei allen bisherigen Personalentscheidungen – dem Vorschlag der Jury gefolgt und habe keinen Grund gesehen, davon diesmal abzuweichen. Auch bei der Bestellung des aktuellen Leitungsteams habe sie es so gehalten. „Ich habe die Truppe damals überhaupt nicht gekannt“, so die Stadträtin, die unterstrich, dass die Subventionen der beiden Häuser jeweils erhalten bleiben sollen. Die Frage, ob mögliche Synergieeffekte bereits in der Ausschreibung enthalten waren, wurde bejaht, diese könne man allerdings „enger oder weiter fassen“.
Ein weiterer Aspekt von Ostertags Konzept sei es auch, vielleicht schon vergessenen zeitgenössischen Texten wieder eine Bühne zu geben und eine „Generationenkluft zu überwinden“, wie Ostertag sagte. Damit werde sie der „neoliberalen Verbrennungsdynamik“ entgegenwirken, der Autorinnen und Autoren heutzutage ausgesetzt sind, sekundierte Kaup-Hasler. Auch inhaltliche Synergien sind angedacht, zudem werde es ein gemeinsames Outreach-Programm geben. Ostertag, die nur ein Geschäftsführungsgehalt beziehen wird, werde künftig in jeder der beiden Spielstätten („Innerhalb meines Gehalts“) eine Inszenierung selbst bestreiten. Derzeit sieht ihr Vertrag vor, zusätzlich pro Saison eine weitere Regie außerhalb des Hauses realisieren zu können (wie etwa kommende Saison am Burgtheater). Wie dies künftig aussehen wird, werde noch verhandelt.