Die Vereinigten Staaten gelten als die älteste Demokratie der Welt. So bezeichnen ihre Vertreter das Land selbst gern, so hat man es in der Welt mit aller Selbstverständlichkeit übernommen.

Nur stimmt das nicht. Nimmt man den Begriff ernst, ist die US-amerikanische Demokratie gerade mal 61 Jahre alt.

1965 verabschiedete der Kongress den Voting Rights Act. Dieses Gesetz sollte endlich durchsetzen, was laut Verfassung schon seit einem Jahrhundert galt: dass auch Schwarze Bürger wählen dürfen. Es legte fest, dass Bundesstaaten Wähler nicht aufgrund ihrer Hautfarbe diskriminieren dürfen, etwa durch Alphabetisierungstests oder sogenannte poll taxes, einer Art Eintrittgeld fürs Wahllokal. Die Sklaverei, die nach dem Ende des Bürgerkriegs abgeschafft worden war, hatten viele frühere Sklavenhalterstaaten durch andere Unrechtsregime ersetzt. People of Color am Wählen zu hindern, war eines davon.