Einen Tag vor dem mit Spannung erwarteten UNIQA-ÖFB-Cup-Finale am 1. Mai ((16 Uhr, Ligaportal-LIVETICKER) zwischen Außenseiter SCR Altach und dem klaren Favorit LASK absolvierten beide Teams am Donnerstag ab 16 bzw. 18 Uhr im Wörthersee Stadion in Klagenfurt das Abschlusstraining. Bei den Vorarlbergern auch der zuletzt verletzte und schmerzlich vermisste Unterschiedsspieler Patrick Greil, dem die Spielstätte aus seiner Austria Klagenfurt-Zeit bestens bekannt ist. Der 29-jährige Salzburger will mit den Rheindörflern Geschichte schreiben, ist es doch für den SCRA das erste Finale, für den LASK bereits das siebente.

Steht nach einer Wadenverhärtung und zweiwöchiger Verletzungspause wieder vor seinem Comeback: Patrick Greil. Der 29-jährige Salzburger hat in dieser Saison schon oft den Unterschied ausgemacht. Der Sommerneuzugang des SCR Altach hat sich als Volltreffer erwiesen und steuerte in 31 Pflichtpartien 12 Tore fünf Assists bei. Besonders bei Standards ist der Rechtsfuß gefährlich. Doch wie fit wird er in seinem „ehemaligen Wohnzimmer“ Wörthersee Stadion schon wieder sein?

In Außenseiterrolle bereits SK Sturm Graz und FC Red Bull Salzburg besiegt

Waren die Altacher in der Vorsaison bereits in Runde eins gegen Regionalligist SR Donaufeld (0:2) ausgeschieden, brachte sie in 2025/26 Trainer Fabio Ingolitsch über die ersten Runde. Jeweils auswärts mit 4:1 beim SV Hirschwang, 3:1 beim SV Donau und schließlich im Achtelfinale mit 3:1 nach Verlängerung bei Zweitligist KSV 1919. Dann folgte der 34-jährige Salzburger bekanntlich dem Lockruf vom amtierenden Meister SK Sturm Graz, mit dem Ingolitsch, Ironie des Schicksals, im Viertelfinale im Stadion Schnabelholz mit 1:3 nach Verlängerung ausschied. Matchwinner per Doppelpack Patrick Greil.

Das Trainer-Zepter hatte mittlerweile der 37-jährige Bosnier Ognjen Zarić übernommen, der mit seiner Mannschaft dann im Halbfinale für den großen Paukenschlag sorgte und einen 1:0-Coup beim einstigen Serienmeister und Serien-Cup-Sieger FC Red Bull Salzburg landete. Goldtorschütze in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit: SCRA-Kapitän Lukas Jäger, nach Cornerball von Patrick Greil. Die Standards neben der Defensiv- und Heimstärke in dieser Saison ein Erfolgs-Faktor der Rheindörfler.

Die, wie Trainer Zarić im Vorfeld des Cup-Finales betonte, wohl vor der größten Herausforderung in der bisherigen Laufbahn stehen – sowohl für zahlreiche Spieler als auch für ihn selbst. Bereits jetzt empfinde man Stolz darüber, Teil dieses besonderen Kapitels zu sein. Gleichzeitig sei die Mannschaft fest entschlossen, die Gelegenheit beim Schopf zu packen und die Geschichte des Clubs mit einem Pokalsieg zu veredeln.

Der 37-Jährige betonte zudem, dass der Finaleinzug das Resultat harter Arbeit sei. Eine solche Chance müsse man sich verdienen, denn auf dem Weg in ein Endspiel werde einem nichts geschenkt.

Welchen Matchplan wird Trainer Ognjen Zarić seinem verlängerten Arm, Kapitän Lukas Jäger, der mit seinem Goldtor in Salzburg den SCR Altach ins Finale brachte, und der Mannschaft mit auf den Weg geben im Duell „David“ gegen „Goliath“. Die Vorarlberger sind klarer Außenseiter, kamen außerdem in den letzten Wochen aus der Erfolgsspur, während der LASK im Flow ist und zuletzt beim 5:1 in Hartberg eine Machtdemonstration lieferte. Fakt ist: Der ÖFB-Cup-Sieger wird, wie in den vergangenen 12 Jahren, nicht aus Salzburg, der Steiermark bzw. Kärnten (1x) kommen. 

Respekt vor dem Favoriten – aber keine Angst

Dass mit dem LASK ein hochkarätiger Gegner wartet, ist den Altachern bewusst. Zaric unterstrich die Qualität der Linzer und verwies darauf, dass bereits ein Blick auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beider Clubs die Ausgangslage deutlich mache. Die Rollenverteilung sei damit klar definiert.

Personell kann Altach allerdings aufatmen: Topscorer Patrick Greil ist nach überstandener Wadenverletzung wieder einsatzbereit und soll im Finale von Beginn an auflaufen. Auch Kapitän Lukas Jäger sieht in der Partie eine außergewöhnliche Gelegenheit für den Verein. Aus seiner Sicht habe die Mannschaft wenig zu verlieren, könne jedoch enorm viel gewinnen.

Neben dem möglichen ersten bedeutenden Titel der Vereinsgeschichte winkt dem SCR Altach auch die Rückkehr auf die internationale Bühne. Der Cupsieger steigt in der dritten Qualifikationsrunde zur Europa League ein, selbst im Falle einer Finalniederlage wäre zumindest ein Play-off-Platz in der Conference League gesichert.

Heimspiel für Linzer? Das vierfache an Fans vom LASK gegenüber SCR Altach

Während Altach bereits internationale Erfahrungen sammeln konnte, wäre ein Erfolg im ÖFB-Cup eine absolute Premiere – sowohl für den Club selbst als auch für das gesamte Bundesland Vorarlberg, aus dem bislang noch kein Cupsieger hervorgegangen ist.

Mehr als 4.000 Anhänger aus dem „Ländle“ wollen ihre Mannschaft beim Endspiel unterstützen, darunter zahlreiche Fans, die per Sonderzug anreisen. Zusätzlich ist am Spieltag ein Fanmarsch vom Bahnhof geplant. Die Polizei rechnet daher mit erheblichen Verkehrsbehinderungen rund um das Stadion.

Das womöglich eher zu einem Heimspiel für den LASK werden könnte, denn auch hier zeigen sich die unterschiedlichen Dimensionen. So werden mit rund 15.000 Fans fast vier mal so viele Athletiker-Anhänger in der Kärntner Landeshauptstadt erwartet, die mit mehr als 100 Sonderbussen anreisen. 

Siehe auch:

Schlüsselspiel: Wie sich das ÖFB-Cup-Finale auf die Europacup-Startplätze auswirkt

LASK-Trainer Didi Kühbauer erwartet „hartes Stück Arbeit“ im Cup-Finale vs SCR Altach

LASK vs Altach: Alles angerichtet für das ÖFB-Cup-Finale

Schiedsrichter-Team für ÖFB-Cup-Finale SCR Altach vs. LASK fixiert

Fotocredit: Gepa-Admiral und RiPu-Sportfotos