Newsblog zum Krieg in der Ukraine

Deutsches Unternehmen schenkt Ukraine Kraftwerk

Aktualisiert am 30.04.2026 – 18:45 UhrLesedauer: 13 Min.

Lubmin: Rohrsysteme und Absperrvorrichtungen in der Gasempfangsstation der Ostseepipeline Nord Stream 1 und der Übernahmestation der Ferngasleitung OPAL (Ostsee-Pipeline-Anbindungsleitung).Vergrößern des Bildes

Lubmin: Rohrsysteme und Absperrvorrichtungen in der Gasempfangsstation der Ostseepipeline Nord Stream 1 und der Übernahmestation der Ferngasleitung Opal (Ostsee-Pipeline-Anbindungsleitung). (Quelle: Jens Büttner)

Selenskyj reagiert auf Trumps Telefonat mit Putin. Die Ukraine bekommt Unterstützung für die Energieversorgung. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Ein Gaskraftwerk am Einspeisepunkt der aktuell ungenutzten Erdgasleitung Nord Stream 1 ins deutsche Gasfernleitungsnetz soll an die Ukraine verschenkt werden. Mit der Einstellung der russischen Gaslieferungen durch die Ostsee im September 2022 sei der Betrieb der Anlage unrentabel geworden, teilte die Sefe Securing Energy for Europe GmbH (Berlin) mit. Sefe ist nach eigenen Angaben Mehrheitseigentümer des Betreibers Industriekraftwerk Greifswald GmbH (IKG). Zuvor hatte der NDR berichtet.

Die Anlage in Lubmin bei Greifswald habe ausschließlich der Bereitstellung der notwendigen Prozesswärme bei der Einspeisung des russischen Erdgases ins deutsche Gasfernleitungsnetz gedient. Andere Abnehmer für die Wärme gebe es nicht, sodass der Betrieb 2023 eingestellt worden sei. Ein Käufer für die Anlage fand sich dem Unternehmen zufolge ebenfalls nicht. Laut dem NDR hat das Kraftwerk eine Leistung von 84 Megawatt.

„Die Kraftwerksanlage wird daher im Rahmen der humanitären Hilfe einem ukrainischen Kraftwerksbetreiber als Selbstabholer zur Verfügung gestellt“, teilte Sefe weiter mit. Dies sei für das Unternehmen im Vergleich zu Rückbau und Verschrottung ohne wirtschaftlichen Nachteil. „Gleichzeitig trägt die Transaktion zur Aufrechterhaltung der ukrainischen Energieinfrastruktur bei.“

Ab Freitag will Russland kein Öl aus Kasachstan mehr über die sogenannte Druschba-Pipeline zur PCK-Raffinerie im brandenburgischen Schwedt leiten. Die Versorgung der Raffinerie sei im Mai aber gesichert, sagte ein Sprecher des Betreibers Rosneft Deutschland. Das Unternehmen sei außerdem „zuversichtlich“, dass auch für Juni eine Lösung gefunden werde.

Die PCK ist für die Versorgung Berlins und des Nordostens von Deutschland mit Diesel, Benzin, Kerosin und Heizöl wichtig. Die Raffinerie verarbeitete laut brandenburgischer Staatskanzlei im vergangenen Jahr 2,15 Millionen Tonnen kasachisches Rohöl, demnach rund ein Fünftel der Gesamtmenge. 60 Prozent des Rohöls für die PCK kamen demnach über den Hafen Rostock nach Schwedt, rund ein Fünftel über den polnischen Hafen Danzig. Russland hatte „technische Gründe“ für den Stopp der Öllieferungen aus Kasachstan angegeben, ohne dies näher zu erläutern.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bittet die USA um Aufklärung über den Moskauer Vorschlag einer Waffenruhe zum russischen Tag des Sieges am 9. Mai. „Wir werden klären, worum es genau geht – um ein paar Stunden Sicherheit für eine Parade in Moskau oder um mehr“, schrieb Selenskyj in sozialen Netzwerken.

Kremlchef Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump hatten am Vorabend bei einem Telefonat über eine begrenzte Waffenruhe gesprochen. Selenskyj wies sein Team an, sich mit den Amerikanern in Verbindung zu setzen. „Unser Vorschlag ist ein langfristiger Waffenstillstand, verlässliche und garantierte Sicherheit für die Menschen und ein dauerhafter Frieden“, erklärte er.