(v.l.) Israels Verbandsvize Vizepräsident Basim Scheich Suliman, FIFA-Präsident Gianni Infantino und der palästinensische Verbandschef Jibril Rajoub

Stand: 01.05.2026 • 00:01 Uhr

Konfrontation auf offener Bühne: Nach Redebeiträgen wollte FIFA-Präsident Gianni Infantino Vertreter des palästinensischen und des israelischen Verbands zum Handschlag bringen – und scheiterte.

Nachdem der Präsident des palästinensischen Verbands (PFA) und der Vizepräsident des israelischen Verbands (IFA) beim FIFA-Kongress in Vancouver/Kanada Reden gehalten hatten, bat Infantino beide auf die Bühne. Es hätte ein Bild der Versöhnung werden können. Es wurde ein peinlicher Moment, auch für Infantino. Der palästinensische Verbandschef Jibril Rajoub, der auch NOK-Chef und Generalsekretär bei der Fatah ist, verweigerte einem israelischen Vertreter den Handschlag und startete eine Diskussion abseits der Mikros. Am Ende gab er nur Infantino die Hand und ging von der Bühne.

Der FIFA-Chef lächelte und forderte beide Verbände zur Zusammenarbeit auf. „Das sind, wie wir wissen, sehr häufig komplexe Angelegenheiten“, sagte Infantino, nachdem beide mit einigen Metern Abstand die Bühne wieder verlassen hatten. Die erhoffte Friedensgeste scheiterte.

Palästinensischer Verband zieht vor Sportgerichtshof

Zuvor hatte die PFA angekündigt, dass sie vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS ziehen werde, um eine Entscheidung des FIFA-Rats anzufechten. Die Berufung gegen die FIFA-Entscheidung sei am 20. April eingereicht worden. „Unser Ziel ist nicht Konfrontation. Unser Ziel ist eine Korrektur“, sagte Rajoub zum Vorgehen des Verbands und warnte vor einem Präzedenzfall. „Wir verlangen von der FIFA nicht, einen politischen Konflikt zu lösen, wir verlangen, Fußball zu organisieren“, sagte Rajoub.

Für Israels Verband trat Vizepräsident Basim Scheich Suliman ans Rednerpult. Er sprach die Delegierten der 211 Verbände auf arabisch an, warb für einen Ausgleich und betonte, „dass Politik im Fußball keinen Platz hat“.

Der Hintergrund: Israels Fußball-Verband wurde, anders als vom palästinensischen Verband 2024 beantragt, kaum sanktioniert. Die Vorwürfe waren unter anderem ein illegaler Spielbetrieb in den israelischen Siedlungsgebieten im Westjordanland. Wegen diskriminierender Handlungen eines Klubs gegen palästinensische Fußballer musste die IFA eine Geldstrafe zahlen.

Der FIFA-Rat entschied jedoch im März, keine weiteren Schritte zu unternehmen, „da der endgültige rechtliche Status des Westjordanlands gemäß Völkerrecht nach wie vor eine ungelöste und äußerst komplexe Sachfrage darstellt“.