In dieser Woche bestätigten die „GreedFall“-Macher von Nacon die Schließung des Studios. In einem Statement legten die Entwickler noch einmal nach und riefen die Spieler zum Boykott von Nacon und damit auch ihrer eigenen Spiele auf.

Nur kurz, nachdem Nacon in eine finanzielle Schieflage gerutscht war und Insolvenz anmelden musste, wurde bekannt, dass auch die führenden Studios des Publishers von diesem Schritt nicht verschont blieben.

Um Spiders, das Studio hinter „The Technomancer“ oder der „GreedFall“-Reihe, zu retten, versuchte Nacon zunächst, einen Käufer zu finden. Da dieses Unterfangen nicht von Erfolg gekrönt war, bestätigte Spiders in dieser Woche die Schließung des Studios und nahm Abschied von seinen Partnern und Spielern.

Zusammen mit einer französischen Gewerkschaft legten Entwickler des Studios nun nach und machten Nacon für das Aus von Spiders verantwortlich. Wie es in der Stellungnahme heißt, ist die Schließung von Spiders darauf zurückzuführen, dass das Studio nicht genug Profit erwirtschaftete.

Der endgültige Sargnagel war das Fehlen eines potenziellen Käufers.

Schwere Vorwürfe gegen Nacon

Nach der Übernahme im Jahr 2019 geriet Spiders in eine totale Abhängigkeit von Nacon, da der Publisher als einziger Auftraggeber über die Existenz des Entwicklers entschied. Auch dies hatte laut den zitierten Mitarbeitern negativen Einfluss auf die weitere Entwicklung des Studios.

„Das Studio erhielt keine Tantiemen für die von ihm entwickelten Spiele und alle seine Einnahmen sowie liquiden Mittel wurden de facto von der Gruppe beschlagnahmt“, behaupten die Entwickler (via TheGamer).

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„Tatsächlich war Spiders nur noch eine leere Hülle. Seine Rolle war darauf reduziert, eine Abteilung innerhalb von Nacon zu sein, jedoch so organisiert, dass es nach dem Gutdünken der Nacon-Geschäftsführung ausgegliedert werden konnte“, so die Kritik am Führungsstil von Nacon weiter.

Da die Entwickler von Spiders von den Verkäufen ihrer Spiele nicht mehr profitieren und die Einnahmen stattdessen ausschließlich Nacon zugutekommen würden, rufen sie die Spieler dazu auf, die Spiele des Studios im besten Fall einfach nicht mehr zu kaufen.

Entwickler rufen zum Boykott auf

„Die Beschäftigten des Studios erhielten ohnehin nichts außer ihren Gehältern, die für viele von ihnen armselig waren“, heißt es in der Erklärung weiter.

„Nun wird es für sie unmöglich sein, auch nur einen Cent aus den Verkäufen der Spiele des Studios zu erhalten. Wir weigern uns zuzusehen, wie die für das abrupte Ende von Spiders verantwortliche Gruppe den noch warmen Leichnam unserer Arbeitsplätze plündert.“

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„Obwohl wir hoffen, dass unsere Spiele weiterhin genossen werden, möchten wir die Spieler bitten, Nacon kein Geld zu geben, da dies die Gruppe für ihre Taten belohnen würde“, so die Entwickler abschließend.

Zuletzt veröffentlichte Spiders das Rollenspiel „GreedFall 2: The Dying World“ für PC, PS5 und Xbox Series X/S.

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