Innerhalb von wenigen Jahren ist Xiaomi zum drittgrößten Smartphone-Hersteller avanciert und brilliert einmal mehr mit seinem neuesten Flaggschiff. Doch Xiaomi will mehr.
Der chinesische Hersteller Xiaomi (zu deutsch: kleiner Reis) wurde 2010 in Peking von Lei Jun und sieben weiteren Personen mit dem Ziel gegründet, qualitativ hochwertige Elektronik zu erschwinglichen Preisen anzubieten. Aktuell ist das Xiaomi 17 Ultra das Vorzeige-Smartphone des Herstellers.
Vom einstigen Billiganbieter ist nicht mehr viel übrig. Das Xiaomi 17 Ultra kostet mit 16 GB RAM und 512 GB Speicher knapp 1499 Euro. Und damit ist es nur minimal günstiger als die Top-Modelle von Apple oder Samsung. Doch in einem Bereich übertrifft Xiaomi den Mitbewerb.
Das Handy ist mit seinem 6,9 Zoll großen Display kein Gerät für kleine Hände. Überraschend ist, wie leicht es sich trotz seiner 218 Gramm anfühlt. Die Verarbeitung ist insgesamt auf sehr hohem Niveau und lässt kaum Wünsche offen. Insgesamt ist es sehr gut austariert, trotz der dominierenden riesigen Kameraeinheit auf der Rückseite.
Und die ist es auch, womit das Xiaomi 17 Ultra aus der Masse hervorsticht. Denn mit der seit 2022 bestehenden Leica-Kooperation bietet Xiaomi einmal mehr ein nahezu unschlagbares Kamerasystem (bestehend aus einer Ultraweitwinkel-, einer Weitwinkelkamera und einem Teleobjektiv mit optischem Zoom). In Kombination mit dem neuen Sensor, dem Light Fusion 1050 L, verspricht Xiaomi sechsmal mehr Dynamikumfang im Vergleich zum Vorgänger. Die Fotos sprechen für sich und es ist tatsächlich beeindruckend, was der 200-Megapixel-Sensor mit mechanischem Zoom schafft.
Da wirken Funktionen wie verbessertes Wlan, schnelleres 5G-Modul oder die verlängerte Akkulaufzeit beinahe vernachlässigbar. Freunde der Fotografie, die keine Abstriche machen wollen, sollten einen Blick auf den China-Export werfen.
Dabei ist Xiaomi mehr als nur ein Smartphone-Hersteller: smarte Uhren, Elektrogeräte bis hin zu E-Scootern. Der Hersteller hat ständig weiterentwickelt. Dazu zählen auch Autos. Die Xiaomi-Autos düsen bislang nur in China durch die Straßen. Aber nicht mehr lange.
2027 soll der Europa-Start erfolgen, bestätigt Florian Lindebner im „Presse am Sonntag“-Gespräch. Doch bis auch in Österreich der Startschuss fällt, könnte es noch ein bisschen dauern: „Österreich wird zwar mitgedacht, aber es wird nicht zu den ersten Ländern zählen, in denen Xiaomi seine Elektroautos ausrollen wird.“ Es könnte also sein, dass der SU7, SUV YU7 oder die Ultra-Serie erst 2028 hierzulande verfügbar sein werden. Aufgrund der aktuellen Zollpolitik auch deutlich teurer als in China. Statt 28.000 Euro wird der SU7 wohl zwischen 35.000 und 40.000 Euro in Europa kosten.
„Smartphones und Autos passen gut zusammen“, ist Lindebner überzeugt. Immerhin sind Autos heute Smartphones auf vier Rädern: Smarte Cockpits, große Touchscreens, Handy-Integration und Updates per Knopfdruck. Autos haben sich in Richtung „softwarebasierte Fahrzeuge“ entwickelt. Xiaomis Vorteil? Seine technologische DNA und die Tatsache, dass entscheidende Komponenten wie Motoren, Betriebssystem und Software für assistiertes Fahren sowie die CPUs aus der eigenen Entwicklung kommen. Der Vorteil? Die vertikale Integration verschafft Xiaomi Unabhängigkeit und die Möglichkeit, Innovationen schneller umzusetzen.
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