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Bardowick (Niedersachsen) – Notbremsung auf offener Strecke! Ein ICE musste am Freitag bei einer Fahrt von Hamburg nach München schlagartig stoppen. Rund 500 Meter nordwestlich vom Bahnhof Bardowick hing plötzlich die Oberleitung in den Fahrbereich. 460 Reisende saßen mehrere Stunden bei rund 23 Grad Außentemperatur in dem Fernzug fest.

Der Lokführer erkannte in Niedersachsen die Gefahr und leitete sofort eine Schnellbremsung ein. Weil es in dem stehenden Zug in der Sonne sehr warm geworden sei, hätten fünf Menschen medizinisch betreut werden müssen, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Die Betroffenen hätten Kreislaufstörungen gehabt.

Oberleitung lag auf dem Dach

Nach der Bremsung lag die beschädigte Leitung direkt auf dem Dach des ICE 589. Aufgrund der Oberleitungs-Spannung von etwa 15.000 Volt bestehe potenziell Lebensgefahr, so eine Sprecherin der Deutschen Bahn. Ein Notfallmanager und die Feuerwehr mussten die Leitung zunächst erden – es bestand akute Gefahr durch Stromschläge. Die Bundespolizei hat die Ermittlungen aufgenommen, wie die Oberleitung beschädigt wurde.

Die Fahrgäste mussten durch einen anderen Zug evakuiert werden. Der Vorfall sorgte auf der Strecke zwischen Hamburg und Berlin für längere Fahrzeiten und Verspätungen. Züge wurden über Hannover umgeleitet. Auch die Linien RE3 und RB31 der Metronom-Regionalzüge waren von dem Oberleitungsschaden betroffen. Hier kam es auf der Strecke zwischen Hamburg-Lüneburg-Uelzen zu massiven Verspätungen und Teilausfällen, teilte das Verkehrsunternehmen auf seiner Website mit. Ein Schienenersatzverkehr mit Bussen wurde eingerichtet. Fahrgäste wurden gebeten, sich vor Fahrtantritt über die aktuellen Abfahrts- und Ankunftszeiten zu informieren.

Zusätzlich kam im niedersächsischen Winsen eine gestörte Weiche dazu, wie das Verkehrsunternehmen Metronom mitteilte. Das bedeutete „noch höhere Verspätungen und noch mehr Einschränkungen“. Ein Sprecher sagte, die Züge fuhren nur bis Winsen, ein Ersatzverkehr wurde eingerichtet.