US-Präsident Donald Trump hat ablehnend auf neue Verhandlungsvorschläge aus dem Iran reagiert, um die ins Stocken geratenen Gespräche wieder aufzunehmen. Die iranische Regierung hatte zuvor nach Berichten iranischer Staatsmedien eine neue Verhandlungsposition an den Vermittler Pakistan übermittelt. »Im Moment bin ich nicht zufrieden mit ihrem Angebot«, sagte Trump vor Journalisten. Details zu dem Vorschlag nannten beide Seiten nicht. Unklar blieb zudem, ob sich Trumps Äußerung gezielt auf den neuesten Vorschlag des Iran bezog.
Die Verhandlungen seien telefonisch fortgesetzt worden, nachdem er die Reise seiner Gesandten nach Pakistan abgesagt habe, sagte Trump. Derzeit kämen die Gespräche allerdings nicht voran. Er sei sich nicht sicher, ob es zu einer Einigung kommen werde.
Der US-Präsident zeigte sich frustriert über die iranische Führung, die er als zersplittert bezeichnete. »Es ist eine sehr uneinige Führung«, sagte Trump. »Sie wollen alle ein Abkommen, aber sie sind alle durcheinander.«
Iranischer Außenminister telefoniert mit Kallas
Die stellvertretende US-Pressesprecherin Anna Kelly hatte zuvor eine konkrete Reaktion auf den neuen iranischen Vorschlag abgelehnt. »Wir geben keine Details zu vertraulichen diplomatischen Gesprächen bekannt«, teilte sie mit. Der Iran dürfe »niemals« Atomwaffen besitzen – »und die Verhandlungen werden fortgesetzt, um die kurz- und langfristige nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten zu gewährleisten«.
© Lea Dohle
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Am Donnerstagnachmittag hatte der staatliche Fernsehsender Irib berichtet, dass der iranische Außenminister Abbas Araghtschi in mehreren Telefonaten mit Amtskollegen in der Region über »neue Initiativen im Zusammenhang mit der Beendigung des Krieges« gesprochen habe. Darunter seien Minister der Türkei, Ägyptens, Katars, Saudi-Arabiens, des Irak und Aserbaidschans. Auch mit der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas soll Araghtschi telefoniert haben.
Iran wollte Gespräche über Atomprogramm verschieben
In dieser Woche hatte Trump bereits einen anderen iranischen Vorschlag abgelehnt. Einer Meldung des
US-Nachrichtenportals Axios zufolge wollte der Iran dabei die Gespräche über das iranische Atomprogramm auf einen
späteren Zeitpunkt verschieben.
Anfang April war eine Waffenruhe in Kraft getreten, auf die eine erste Verhandlungsrunde in Pakistan ohne größere Ergebnisse folgte. Seither kommen die Bemühungen für ein Ende des Konflikts nicht voran. Die strategisch wichtige Straße von Hormus
wird weiterhin weitgehend vom iranischen Militär blockiert, während die
USA ihre Blockade iranischer Häfen fortsetzen.
Die Meerenge ist eine der wichtigsten Routen für den globalen Öl- und Gashandel. Weltweit sind die Preise seit Beginn des Krieges deutlich gestiegen. Nach den Berichten über ein neues Verhandlungsangebot haben die Ölpreise zunächst ein wenig nachgegeben. Die Nordseesorte Brent fiel um 0,2 Prozent
auf 110,14 US-Dollar je Barrel, die US-Sorte WTI verbilligte sich
um 1,7 Prozent auf 103,24 US-Dollar.
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