Reaktionen auf Trumps Zoll-Ankündigung
EU droht mit Gegenmaßnahmen
01.05.2026 – 21:23 UhrLesedauer: 3 Min.
Donald Trump (Archivbild): Der US-Präsident bekommt Gegenwind aus Europa. (Quelle: IMAGO/Aaron Schwartz – Pool via CNP/imago)
In Europa reagiert man mit harscher Kritik auf die neuerliche Ankündigung Donald Trumps, die Zölle auf Autos zu erhöhen. Viele zeigen sich aber nicht überrascht.
Die EU droht bereits mit Gegenmaßnahmen. „Wir bekennen uns weiterhin uneingeschränkt zu einer berechenbaren, für beide Seiten vorteilhaften transatlantischen Beziehung“, teilte die Sprecherin mit. Sollten die USA Maßnahmen ergreifen, die im Widerspruch zum gemeinsamen Handelsabkommen stünden, behalte man sich „alle Optionen vor, um die Interessen der EU zu schützen“. Die Sprecherin versicherte, die Europäische Union setze die eingegangenen Verpflichtungen im Einklang mit der üblichen Gesetzgebungspraxis um und halte die US-Regierung dabei stets umfassend auf dem Laufenden.
Der Vorsitzende des Handelsausschusses im EU-Parlament, Bernd Lange, kritisierte die Ankündigung. „Dieser jüngste Schritt zeigt, wie unzuverlässig die US-Seite ist“, erklärte der SPD-Politiker am Freitag. So gehe man nicht mit engen Partnern um. Trumps Verhalten sei inakzeptabel. Die Europäische Union müsse nun mit äußerster Klarheit und Entschlossenheit aus einer Position der Stärke heraus reagieren, forderte Lange. Während sich die EU an das sogenannte Schottland-Abkommen halte und die entsprechende Gesetzgebung voraussichtlich im Juni abschließen werde, hätten die USA die Vereinbarung wiederholt gebrochen.
Der Verband der Automobilindustrie (VDA) zeigte sich ebenfalls skeptisch. „Die Ankündigungen des US-Präsidenten, die Zölle auf Lkws und Autos, die aus der EU in die USA eingeführt werden, auf 25 Prozent zu erhöhen, sind eine erneute und schwerwiegende Belastung der transatlantischen Beziehungen“, teilte VDA-Präsidentin Hildegard Müller mit.
„Die Kosten durch diese zusätzlichen Zölle wären für die deutsche sowie europäische Automobilindustrie in ohnehin sehr herausfordernden Zeiten enorm, hätten aber wahrscheinlich auch Auswirkungen auf die Verbraucherinnen und Verbraucher in den USA.“ Das zwischen den USA und der EU vereinbarte Handelsabkommen müsse von beiden Seiten eingehalten werden. „Das bedeutet daher auch, dass die EU ihren Teil der bereits im letzten Sommer getroffenen Abmachungen nun endlich umsetzen muss“, so Müller.
