Der Grund für den plötzlichen Aufschwung trägt einen Namen: Dietmar Kühbauer.

„Er hat viel Anteil daran, dass es so läuft“, sagt Kondert über seinen Erben an der Linzer Seitenlinie. Den er kürzlich im Rahmen eines Interviews mit dem vom LASK produzierten „08er-Magazin“ treffen konnte.

„Ich habe ihn auch als Spieler kennengelernt, aber nur aus der Ferne. Er war nicht unbedingt ein beliebter Spieler, er war ein Zornbinkel“, so Kondert schmunzelnd.

Kühbauer habe sich seither menschlich weiterentwickelt – aber nicht ausschließlich. Dass der LASK plötzlich einen so attraktiven wie erfolgreichen Fußball spielt, „hat natürlich schon er bewirkt. Ich muss sagen: ‚Hut ab, der Bursche kennt sich aus.'“

Viele Parallelen zu 1965

Ein Fehlstart in die Spielzeit, ein Trainerwechsel mitten in der Saison – das alles erinnert an das LASK-Double von 1965. Auch damals setzte es für die Stahlstädter zwei Niederlagen zum Auftakt, nach der Herbstsaison wurde Trainer Karl Schlechta durch den in Österreich weitgehend unbekannten Frantisek Bufka aus der ehemaligen Tschechoslowakei ersetzt.

„Irgendwie gibt es Parallelen. Bufka ist im Winter gekommen, man war im Herbst nur auf dem siebten Platz“, sieht Kondert Ähnlichkeiten zu heute.

Bufka organisierte als erste Maßnahme ein Wintertrainingslager in Obertraun am Hallstätter See, wo tagtägliche Läufe auf den 2.100 Meter hohen Krippenstein am Programm standen.

„Ob das maßgeblich war, kann ich nicht sagen. Ein gezieltes Training war dort jedenfalls nicht möglich, es lag ein halber Meter Schnee. Der Bufka hat nur gesagt: ‚Gute laufen, gute Spiel, gute Geld.‘ Das waren seine Deutschkenntnisse“, erinnert sich Kondert lachend.

Kondert damals als elfter Feldspieler dabei

Zu diesem Zeitpunkt war Kondert gerade mal 20 Jahre alt. Aufgrund seiner Verpflichtungen beim Militär in Salzburg konnte er kaum zu einem Training kommen, trug als elfter Feldspieler – Wechsel während eines Spiels waren damals noch nicht möglich – aber immerhin drei Tore in sechs Einsätzen zum Double bei.

Der ehemalige Mittelfeldspieler, über den der „Kicker“ damals schrieb: „Feiner Techniker, körperlich noch zu schwach, sehr wertvoller Ersatzmann, guter Torinstinkt“, kann sich bis heute nur schwer erklären, was dann im Frühjahr 1965 passierte.

„Es läuft oft eigenartig, oft auch von alleine. Ein bisschen Glück gehört auch dazu“, erkennt Kondert auch in dieser Hinsicht Parallelen zur gegenwärtigen Saison: „Zum Beispiel im Herbst, der LASK ist 0:3 gegen Hartberg hinten und kommt in den letzten Minuten noch zu einem 3:3 (so geschehen am 9. Spieltag, Anm.). Das sind die Glücksmomente, die dann oft entscheiden.“

Es sei damals „sicher ein bisschen Glück, aber auch Können und Einsatz“ dabei gewesen. „Was man halt alles braucht, um Meister zu werden.“

Ein Boykott stand im Raum