Über Wochen und Monate hinweg wurde Arbeitsspeicher immer teurer. Inzwischen hat sich die Situation zumindest dahingehend entspannt, als dass die Preise nicht mehr weiter steigen und es sogar eine Entspannung der Situation gegeben hat. Wir nutzen diese Gelegenheit, uns ein weiteres Kit anzuschauen. Dabei handelt es sich um DDR5-6000 mit CL28 von Exceleram. Die 42-DDR5-Serie soll vorwiegend preisbewusste Kunden anlocken.
DDR5 entwickelt sich zunehmend zum allein maßgeblichen Standard für neue Systeme – hohen Preisen zum Trotz. Sowohl AMD als auch Intel setzen bei ihren aktuellen Plattformen konsequent auf den modernen Speicher. Im Handel sind inzwischen Kits mit Transferraten von bis zu 9.200 MT/s erhältlich, bei Timings bis hinunter zu CL28 und Kapazitäten von bis zu 64 GB bei Verwendung von zwei Modulen.
Eine Kombination aus maximaler Frequenz, besonders niedrigen Latenzen und großen Modulkapazitäten bleibt jedoch selten und ist in der Praxis nicht immer zielführend. Nicht jeder Prozessor beziehungsweise Speichercontroller ist in der Lage, sehr hohe Taktraten oder große Module stabil zu betreiben. Auf der AM5-Plattform von AMD wird die Unterstützung für 64-GB-Module erst seit Kurzem geboten, während das Leistungsoptimum weiterhin bei rund 6.000 MT/s in Verbindung mit möglichst niedrigen Timings liegt. Bei Intel-Systemen sind zwar höhere Frequenzen realisierbar, doch jenseits von 8.000 MT/s ist ebenfalls nicht in jedem Fall ein stabiler Betrieb gewährleistet.
Exceleram bietet UDIMMs der 42-Serie mit den verschiedensten Kapazitäten, Transferraten und vielem mehr an. Diese sollen sowohl für AMDs als auch für Intels aktuelle Plattformen geeignet sein. Da die maximalen Transferraten bei 6.000 MT/s liegen, sehen wir primär die AM5-Plattform im Fokus.
Hersteller und Bezeichnung Exceleram 42 DDR5, 6.000 MT/s, CL28-36-36-76
Modellnummer E-42-014D-48-HM Modulhöhe 32 mm Rank Single-Rank, x8 Formfaktor DIMM Modulart Unbuffered DIMM (UDIMM) Straßenpreis – Homepage Exceleram XMP / EXPOEMP 3.0 / EXPO 1.1 Garantierte Timings DDR5-6000: CL28-36-36-76
Spannung DDR5-5200 CL42: 1,1 V
DDR5-6000 CL28: 1,4 V Chips Sk Hynix (A-Die) Eigenschaften – Garantiezeit eingeschränkte lebenslange Garantie Kapazität 48 GB (2x 24 GB)
Die Speichermodule der 42-Serie von Exceleram haben einen extrem kompakten Heatspreader mit einer Höhe von gerade einmal 32 mm. Es handelt sich um einen extrem dünnen Aluminium-Heatspreader, der für eine ausreichende Kühlung sorgen soll. Wie bereits erwähnt, werden sowohl EXPO wie auch XMP unterstützt. In beiden Fällen werden die Transferrate auf 6.000 MT/s angehoben und die Timings auf CL28-36-36-76 eingestellt. Allerdings steigt auch die notwendige Spannung von 1,1 auf 1,4 V.
Geplant war ein Test der Module in einem AMD-System. Allerdings war es uns nicht möglich, das System mit Ryzen 7 9850X3D und Ryzen 9 9950X3D auf einem ASUS ProArt X670E-Creator WIFI booten zu können. Sobald wir den Exceleram einsteckten, war kein erfolgreicher Boot-Vorgang mehr möglich. Ein Core Ultra 9 285K auf einem ASUS ROG Maximus Z890 Apex hingegen lief mit dem Speicher problemlos und so haben wir uns dazu entschieden, den Test auf dieser Plattform durchzuführen.
Schlicht in Schwarz, ohne RGB-Beleuchtung und ohne wuchtigen Heatspreader kommen die Module der 42-Serie von Exceleram daher. Viel mehr gibt es an dieser Stelle nicht mehr zu sagen.
Zum Abschluss noch zwei Screenshots auf CPU-Z, welche die eingestellten Transferraten und Timings sowie die dazugehörigen JEDEC-, XMP- und EXPO-Profile zeigen.
Benchmarks
Getestet haben wir die beiden Speicherkits auf dem ASUS ROG Maximus Z890 Apex. Als Prozessor kam ein Intel Core Ultra 9 285K zum Einsatz.
Synthetische Benchmarks
Den Anfang machen wie immer die synthetischen Benchmarks, da diese die Unterschiede in Takt und Timings am besten darstellen können.
AIDA64Lesedurchsatz
in MB/s
Mehr ist besser
AIDA64Schreibdurchsatz
in MB/s
Mehr ist besser
AIDA64Kopierdurchsatz
in MB/s
Mehr ist besser
AIDA64Latenz
in ns
Weniger ist besser
Erwartungsgemäß liegt der Exceleram 42 bei 6.000 MT/s und CL28 in den verschiedenen Subtests von AIDA64 zwischen den JEDEC-Vorgaben (5.600 MT/s) und dem deutlich schnelleren Speicherkit mit 7.200 MT/s. Der geringe Abstand zu den JEDEC-Vorgaben ergibt sich aus dem geringen Taktplus.
Y-CrunchernT 500M
in s
Weniger ist besser
Mit etwas Taktplus und strafferen Timings kommt der Exceleram 42 im Y-Cruncher aber auf ein deutlicheres Leistungsplus, als dies die synthetischen Zahlen des AIDA64 haben vermuten lassen.
Gaming-Benchmarks
Für viele sicherlich interessanter sind die Spiele-Benchmarks, denn hier spielen nicht nur die Transferraten eine Rolle, sondern in einigen Bereichen auch möglichst niedrige Timings.
Anno 18001.280 x 720 Pixel, Sehr Hoch
in FPS
Mehr ist besser
ARC Raiders1.280 x 720 Pixel, Hoch, DLSS: Qualität
in FPS
Mehr ist besser
Baldur’s Gate 31.280 x 720 Pixel, Ultra, DLSS: Qualität
in FPS
Mehr ist besser
Counter-Strike 21.280 x 720 Pixel, Sehr Hoch
in FPS
Mehr ist besser
Cyberpunk 20771.280 x 720 Pixel, RT: Niedrig, DLSS: Leistung
in FPS
Mehr ist besser
F1 251.280 x 720 Pixel, Mittel, DLSS: Qualität
in FPS
Mehr ist besser
Frostpunk 21.280 x 720 Pixel, Hoch, DLSS: Qualität
in FPS
Mehr ist besser
Spiderman1.280 x 720 Pixel, Sehr Hoch, RT: Sehr Hoch, DLSS: Qualität
in FPS
Mehr ist besser
Starfield1.280 x 720 Pixel, Hoch, DLSS: Qualität
in FPS
Mehr ist besser
In Spielen sehen wir einen Zugewinn im einstelligen Prozentbereich. Es zeigt sich also einmal mehr, dass selbst eine auf den ersten Blick geringe Veränderung an den Speicherspezifikationen dafür sorgen kann, die Leistung des Gesamtsystems zu beeinflussen. Noch besser wäre es beim Einsatz eines Intel-Systems natürlich, wenn hier gleich zum Sweet-Spot von 7.000+ MT/s gegriffen würde.
TemperaturMemtest, Intel Core Ultra 9 285K
in °C
Weniger ist besser
Die Temperaturen des Exceleram 42 steigen einerseits wegen der notwendigen 1,4 V an, aber auch, weil der Speicher nicht über einen großen Heatspreader verfügt. Als problematisch sehen wir die ausgelesenen 56 °C noch nicht an.
Fazit
Die Preise für Arbeitsspeicher haben sich in den vergangenen Wochen etwas entspannt. Eine Entspannung bedeutet aber nicht, dass wir das ursprüngliche Niveau des vergangenen Jahres wieder erreicht haben. Entsprechend sind viele potenzielle Käufer von DDR5 vorsichtig geworden.
Vorsichtig auch in dem Sinn, dass im Zweifel nicht mehr zu den High-End-Kits gegriffen wird. In Kapazität, Transferraten und Timings wird ein oder mehrere Schritte zurückgegangen. Hier kommen dann die getesteten Exceleram 42 mit 6.000 MT/s und Timings von CL28-36-36-76 ins Spiel. Mit 6.000 MT/s ist das Kit vorrangig für AMDs AM5-Plattform geeignet, denn die dazugehörigen Ryzen-Prozessoren bewegen sich hier im Sweet-Spot für die Speichergeschwindigkeit. Bei Intel hingegen dürfen es auch gerne 7.200+ MT/s sein. Insofern ist das Exceleram-42-Kit hier zwar mit den entsprechenden XMP-Profilen vorgerüstet, wir sehen aber eher die AMD-Plattform im Fokus.
Der Umstand, dass wir das Kit mit zwei Ryzen-Prozessoren (Ryzen 7 9850X3D und Ryzen 9 9950X3D) und auf zwei Mainboards (ASUS ProArt X670E-Creator WIFI und Gigabyte X870E AORUS Pro X3D ICE) mit neuestem BIOS nicht booten wollte, macht uns etwas stutzig. Der Betrieb auf Intels aktueller Plattform verlief hingegen problemlos.
Mit 6.000 MT/s bewegt sich das Exceleram-42-Kit nur knapp über den offiziell spezifizierten Geschwindigkeiten der Speichercontroller für AMDs und Intels aktuelle Prozessor-Generation. Die Timings von CL28-36-36-76 sind aber natürlich auch von Vorteil. In den Benchmarks sehen wir damit das zu erwartende Ergebnis. Auf einer Intel-Plattform bietet das Kit ein leichtes Leistungsplus gegenüber der JEDEC-Basis. Empfehlenswert für den Einsatz zusammen mit einem Core-Ultra-200S-(Plus)-Prozessor wäre aber ein schnelleres Kit. Zu erwarten ist, dass die Ryzen-Prozessoren von 6.000 MT/s bei Timings von CL28-36-36-76 deutlich stärker profitieren.
Bei den Exceleram 42 gefällt die Unaufgeregtheit in Sachen Optik und Heatspreader. Ein dünner schwarzer Heatspreader, ein Schriftzug, das war es. Die Module kommen zudem auf eine Höhe von nur 32 mm.
Offen ist die Frage nach dem Preis. Aktuell ist das Exceleram-42-Kit mit 6.000 MT/s und Timings von CL28-36-36-76 nicht im Handel zu finden. Ob die von uns getesteten 2x 24 GB unbedingt notwendig oder auch 2x 16 GB ausreichend sind, ist eine Frage, die viele Nutzer für sich selbst beantworten müssen. In Anbetracht der aktuellen Preise entscheiden sich viele für die kleinere Kapazität. Aktuell günstige Kits mit 2x 16 GB, 6.000 MT/s und CL30 kosten etwa 340 Euro. Mit 2x 24 GB und etwas strafferen Timings dürfte der Preis deutlich darüber liegen.
Exceleram 42 DDR5, 6.000 MT/s, CL28-36-36-76
Pro 6.000 MT/s bei CL28Modulhöhe von nur 32 mmEXPO- und XMP-Profile Kontra Boot-Probleme auf AM5-Plattformaktuell nicht verfügbar