
Mehrere Mannschaften hatten auf Schützenhilfe des SC Freiburg gehofft – und die gab es dank Philipp Lienhart. Nach dessen Treffer zum 1:1 (0:1)-Remis gegen den VfL Wolfsburg beschränkt sich der Abstiegskampf in der Fußball-Bundesliga auf nur noch drei Teams.
In der 55. Minute hatte Konstantinos Koulierakis die Wolfsburger per Kopf in Führung gebracht, gegen schwache Freiburger winkte der zweite Sieg in den vergangenen 15 Spielen. 20 Minuten später köpfte Lienhart den folgenreichen Ausgleich.
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Denn durch den sind Werder Bremen und der 1. FC Köln (beide 32 Punkte) so gut wie gerettet – beide Klubs könnten theoretisch noch 16. werden -, Union Berlin (33) sowie der Hamburger SV (34) haben den Klassenerhalt jetzt sicher. Zwischen Wolfsburg, dem FC St. Pauli (beide 26) und dem 1. FC Heidenheim (23) geht es wohl nur noch um den Relegationsplatz.
„Hintenraus müssen wir mit dem Punkt zufrieden sein, aber wir haben über 90 Minuten ein richtig gutes Spiel gemacht“, sagte „Wölfe“-Trainer Dieter Hecking. „Wir sind sicher keine typische Abstiegsmannschaft, unsere Konkurrenten wussten, dass es nur um den Klassenerhalt geht, wir kommen in eine Situation, die vorher keiner gesehen hat. Aber wir sind jetzt auf einem guten Weg und haben dreimal nicht verloren – darauf müssen wir aufbauen in den letzten hoffentlich vier Spielen.“
Nach Eriksens Pfostenschuss passiert wenig
In der Anfangsphase ließ es Christian Eriksen einmal ordentlich krachen. Nach einem hohen Ballgewinn kam der Däne aus 17 Metern zum Abschluss und zeigte seine starke Schusstechnik, er hatte aber das Pech, dass der Ball an den Pfosten klatschte (9.). Es war für lange Zeit das einzige Highlight des Spiels, denn Freiburg wirkte nach der späten 1:2-Niederlage im Hinspiel des Europa-League-Halbfinals bei Sporting Braga müde, Wolfsburg spielte entsprechend der eigenen Situation verkrampft.
Die Gastgeber übernahmen nach der Eriksen-Chance das Kommando, im gesamten ersten Durchgang strahlten sie jedoch keinerlei Gefahr aus. Die einzige Situation, in der ein Torerfolg im Bereich des Möglichen war, gab es wieder von Wolfsburg. Adam Daghim setzte einen Kopfball aus elf Metern allerdings knapp am Freiburg-Tor vorbei (42.). So ging die Partie mit dem einzig richtigen Ergebnis torlos in die Halbzeitpause.
Koulierakis belohnt Wolfsburg
Aus der kam Wolfsburg ziemlich schwungvoll, nutzte einige Freiburger Fehler aber nicht konsequent. Daghim hatte in der Druckphase den besten Abschluss, seinen Flachschuss aus 19 Metern konnte Noah Atubolu allerdings abwehren (52.). Und dann brachte eine Standardsituation doch die Erlösung, nach einer Ecke erzielte Koulierakis das verdiente 1:0 für die „Wölfe“ (55.).
Auch in der Folge waren die Gäste dem 2:0 näher als Freiburg dem 1:1. Das Team von Julian Schuster enttäuschte und stand vor der vierten Pflichtspielniederlage in Folge. Im Gegensatz zum vorigen Bundesligaspiel (0:4 bei Borussia Dortmund) verzichtete der Trainer darauf, nur eine B-Elf aufzustellen, doch auch sein Stammpersonal wirkte komplett kraft- und ideenlos. Möglich auch, dass die Spieler einige Körner für das Rückspiel am Donnerstag gegen Braga (21 Uhr) sparen wollten.
Lienhart ermöglicht Freiburg wichtigen Punktgewinn
Sie rappelten sich aber doch nochmal auf und kamen tatsächlich zum Ausgleich. Nach einer Flanke von Johan Manzambi erzielte Lienhart ebenfalls per Kopf das 1:1 (75.), für den Verteidiger war es das erste Bundesligator nach über 19 Monaten. Und das war auch wichtig für die Freiburger, denn dadurch rückte das Schuster-Team in der Live-Tabelle an Eintracht Frankfurt vorbei auf Rang sieben vor.
Entsprechend sagte Lienhart nach der Partie auch im Sportschau-Interview: „Wir können mit dem Punkt gut leben, weil wir in Rückstand geraten sind, das spricht für die Mannschaft. Wir haben unglaublich viele Spiele und arbeiten brutal viel, am Ende hätten wir das Spiel auch noch für uns entscheiden können.“
Wichtiger Schritt für Wolfsburg trotz Remis
Das gelang weder Freiburg noch Wolfsburg nicht, beide Mannschaften waren nicht mehr in der Lage, am Ergebnis etwas zu verändern. Für Wolfsburg war der Punkt zwar eine Enttäuschung, weil die direkte Rettung so fast ausgeschlossen ist, immerhin verbesserte sich das Hecking-Team aber auf Relegationsplatz 16, weil das Torverhältnis im Vergleich zu St. Pauli um drei Tore besser ist. Am letzten Spieltag kommt es zum direkten Duell.
Zuvor hat Wolfsburg die Aufgabe, den FC Bayern München zu stürzen, am Samstagabend (18.30 Uhr) empfangen die abstiegsbedrohten „Wölfe“ den alten und neuen Deutschen Meister. Im Kampf um Europa geht es für Freiburg einen Tag später beim HSV (15.30 Uhr) weiter – der dank der Breisgauer nun nicht mehr Teil des Abstiegskampfes ist.
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