Der Tanker soll zur russischen Schattenflotte gehören, meint die schwedische Künstenwache. Er soll unter falscher Flagge fahren – nämlich der syrischen.
Die schwedische Küstenwache hat in der Ostsee einen Tanker beschlagnahmt, der mutmaßlich zur russischen Schattenflotte gehört. Das unter syrischer Flagge fahrende Schiff „Jin Hui“ sei in schwedischen Hoheitsgewässern südlich von Trelleborg geentert worden, teilte die Behörde am Sonntag mit. Polizei und Küstenwache hätten Vorermittlungen wegen mangelnder Seetüchtigkeit eingeleitet.
Der schwedische Zivilschutzminister Carl-Oskar Bohlin erklärte auf der Kurznachrichtenplattform X, das Schiff gehöre mutmaßlich zur russischen Schattenflotte. Die Küstenwache erklärte weiter, es gebe eine Reihe von Unregelmäßigkeiten beim Flaggenstatus. Daher werde vermutet, dass der Tanker unter falscher Flagge fahre und gegen internationale Bestimmungen verstoße. Er stehe auf mehreren Sanktionslisten, darunter denen der Europäischen Union und Großbritanniens. Das Schiff hatte den Angaben zufolge vermutlich keine Ladung an Bord, das Ziel der Reise war unklar.
Europäische Staaten gehen verstärkt gegen die Schattenflotte vor, mit deren Hilfe Russland seinen Krieg gegen die Ukraine finanziert. Schweden hat in diesem Jahr bereits fünf Schiffe wegen des Verdachts auf verschiedene Vergehen gestoppt, darunter Ölverschmutzungen und das Fahren unter falscher Flagge. Gegen einige Besatzungsmitglieder wurden Strafverfahren eingeleitet. (APA/dpa)
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