Neun Rivalen sind unbemerkt in die Liga von Nvidia, Alphabet & Co. vorgedrungen und machen Furore.
Diese Aktie hätte jeder gern: Nvidia hat sich seit zehn Jahren ver-230-facht – und seit einem Jahr ist sie um 75 Prozent gestiegen. Zu einer Verdoppelung auf Einjahressicht hat es bei dem weltgrößten Börsenkonzern aber nicht ganz gereicht, das ist unter den Magnificent-Seven-Firmen (Nvidia, Alphabet, Apple, Microsoft, Amazon, Meta, Tesla) nur der Google-Mutter Alphabet gelungen, die sich seit zehn Jahren immerhin verzehnfacht hat. Will man weitere Firmen finden, die sich auf Einjahressicht verdoppelt und auf Zehnjahressicht mindestens verzehnfacht haben sowie wenigstens 300 Milliarden Dollar schwer sind, muss man sich abseits der Magnificent Seven umschauen. Und wird durchaus fündig: Neun weitere Firmen erfüllen alle drei Kriterien und haben sich unbemerkt in die ganz große Liga katapultiert. Einer hat seinen Sitz in Europa, ein anderer einen Österreich-Bezug. Wer sind diese Giganten?
Zwei davon sind bereits so groß, dass sie Meta und Tesla in Sachen Börsenwert überholt haben: Der Chip-Designer Broadcom und der Chip-Fertiger TSMC aus Taiwan kratzen an der Zwei-Billionen-Dollar-Grenze. Beide profitieren massiv vom KI-Boom. Das tun auch die Speicherchiphersteller SK Hynix aus Korea und Micron Technology, die sich seit einem Jahr etwa versiebenfacht und seit zehn Jahren vervierzigfacht haben. Die Aktie des Nvidia-Konkurrenten AMD hat sich seit zehn Jahren gar verneunzigfacht.
Da kann ASML, der niederländische Hersteller von Lithographiemaschinen für die Halbleiterindustrie, nicht ganz mithalten. Für eine Verzehnfachung seit 2016 hat es aber gereicht. ASML ist der einzige europäische Konzern unter den neuen riesigen Tech-Überfliegern. In der gleichen Liga spielen Lam Research und Applied Materials. Auch sie sind Zulieferer für die Halbleiterindustrie. Lam Research ist unter anderem Spezialist für Trockenätzen: Dabei werden kleine Strukturen mit höchster Präzision aus einem Wafer herausgefräst. Im Jahr 2008 hat Lam das auf Wafer-Reinigung spezialisierte Villacher Unternehmen SEZ übernommen und betreibt noch immer in Villach eine Fertigungsstätte.
Doch gibt es auch außerhalb der Halbleiterbranche Unternehmen, die den Magnificent Seven in Sachen Kurswachstum und Größe Konkurrenz machen? Das einzige Unternehmen, das sonst noch alle drei Kriterien erfüllt – Börsenwert von mehr als 300 Milliarden Dollar, Verdopplung seit einem Jahr, Verzehnfachung seit zehn Jahren –, ist der Baumaschinenhersteller Caterpillar. Das Unternehmen hat wenig mit Halbleitern zu tun, durchaus aber mit Künstlicher Intelligenz: Caterpillar liefert Generatoren für Rechenzentren.
Und dann gibt es noch Palantir und Eli Lilly. Die Datenanalysefirma und der Pharmakonzern haben sich seit zehn Jahren verzehnfacht, schafften aber in den vergangenen zwölf Monaten keine Kursverdopplung mehr. Eli Lilly litt zuletzt unter dem harten Wettbewerb bei Abnehmmitteln – mit denen der Konzern zuvor groß geworden war. Bei Palantir, dem der KI-Hype ebenfalls enorm zupasskommt, machten sich die Anleger zuletzt Sorgen wegen der exorbitant hohen Bewertung.
Diese Geschichten zeigen: Vom Thron gefegt wurden die Magnificent Seven noch nicht. Sie sind aber nicht mehr die einzigen Firmen, die die Anleger wegen ihres Wachstums und der Fähigkeit, ganze Branchen aufzumischen, ins Staunen versetzen.
E-Mail: beate.lammer@diepresse.obfuscationcom
»Lam Research hat das auf Wafer-Reinigung spezialisierte Villacher Unternehmen SEZ übernommen und betreibt noch immer in Villach eine Fertigungsstätte. «
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