Der gebürtige Salzburger ging dabei – ähnlich wie bei der Personalie Jeyland Mitchell – ein „kalkuliertes Risiko“ ein, wie er es im Vorfeld der Partie bei „Sky“ ausdrückte.

Mitchell laborierte zuletzt an Oberschenkelproblemen und konnte nur Teile der Trainingswoche mitmachen. „Wir haben gewusst, dass es sein kann, dass er nach 20 Minuten und dem vierten Sprint aufzeigt und es vorbei ist. Vielleicht sogar für die Saison. Dieses Risiko sind wir bewusst eingegangen“, gibt Ingolitsch zu. Schlussendlich hielt der Abwehrhüne eine gute Stunde durch.

Kiteishvili verpasste indes die gesamte Trainingswoche und konnte nur am Abschlusstraining teilnehmen. Beim 30-Jährigen sei eine „Müdigkeit in der Wade ins Kniegelenk gewandert“. „Er ist ein Teamplayer und hat gesagt, er würde der Mannschaft heute nicht so helfen wie ein fitter Spieler.“

„Haben einen Sicherheitsabstand gegen den Ball gewählt“

Das Problem an der Sache war, dass die fitten Grazer Spieler kaum Gefahr für das Salzburger Tor aufbringen konnten – wenn sie nicht gerade durch Stellungsfehler der „Bullen“-Abwehr zu Chancen eingeladen wurden – und lange kaum Kreativität und auch wenig Bissigkeit ausstrahlten.

„Wir sind heute nicht gut ins Spiel gestartet, waren zu ängstlich und haben einen Sicherheitsabstand gegen den Ball gewählt. Salzburg hat so Zeit und Raum gekriegt und leider auch Kapital schlagen können“, bemängelt der Grazer Trainer.

Ingolitsch sah irregulären Salzburg-Führungstreffer

Der gleichzeitig einen in der Entstehung irregulären Führungstreffer der Hausherren erkannte: „Onisiwo grätscht ohne Rücksicht auf Verluste in den Ball rein und will das Tor unbedingt machen. Das ist auch total verständlich, aber dadurch, dass er unseren Tormann niederrammt, kann dieser nicht mehr eingreifen. Wenn du einem Tormann im Fünfer mit gestrecktem Fuß reindonnerst, habe ich das Gefühl, dass man sich das anschauen kann.“

Der VAR schaute sich die Situation tatsächlich an, gab nach kurzer Überprüfung aber die Bestätigung des Treffers an Hauptschiedsrichter Harald Lechner durch.

Für Onisiwo selbst die klar richtige Entscheidung: „Ein ganz reguläres und normales Tor.“

„Haben in der zweiten Halbzeit den Ton angegeben“

Deutlich glücklicher war Ingolitsch mit dem, was seine Mannschaft kurz vor, aber speziell nach Seitenwechsel (und einer entsprechend unzufriedenen Pausenansprache) fabrizierte: „In der Pause haben wir nachjustiert und uns eingeschworen darauf, dass es heute auf die Gier ankommt.“

In der zweiten Halbzeit seien die Grazer nach Meinung ihres Trainers jene Mannschaft gewesen, „die den Ton angegeben hat, die mehr für das Spiel gemacht hat, die konkreter war“.

Aber auch jene, die zum fünften Mal in Folge keine drei Punkte einfahren konnte.

Schon wieder kein Sieg – Ingolitsch sieht das Glas halb voll

Aufgrund des Spielverlaufs fühle sich das Remis „wie ein Gewinn“ an. Das Glas sei aufgrund einer Serie von mittlerweile elf ungeschlagenen Pflichtspielen eher halb voll als halb leer, findet Ingolitsch.

„Wir haben seit dem 14.2. nicht mehr verloren, das ist eine sehr lange Serie. Das spricht für Stabilität, für Teamgeist und dafür, dass man nie aufgibt“, so der Jungtrainer.

Weiters: „Ich denke, dass dieser Punkt sehr viel wert sein kann.“

Deshalb sind Siege in der Meistergruppe momentan so schwer

Das empfindet auch Youngster Jacob Peter Hödl ähnlich: „Es ist eines der seltenen Unentschieden in der Meistergruppe, das sich gut anfühlt.“

Es sei momentan nun mal „extrem schwer, in dieser Liga Siege einzufahren“.