Jedes Jahr werden in Hollywood die besten unverfilmten Drehbücher gesammelt und in der sogenannten Black List zusammengeführt. Hier verstecken sich einige spannende und vor allem originelle Geschichten. Dennoch dauert es manchmal eine Ewigkeit, bis eines jener Drehbücher tatsächlich verfilmt wird, so auch bei In the Blink of an Eye.
Bereits 2016 war der von Colby Day (Spaceman) geschriebene Science-Fiction-Film auf der Black List vertreten und sorgte für einiges an Aufsehen. Bis sich ein Studio an das Projekt gewagt und genügend Geld investiert hat, um das ambitionierte Abenteuer durch Raum und Zeit zu verfilmen, sind trotzdem viele Jahre vergangen.
Heiß erwarteter Sci-Fi-Film bei Disney+: In the Blink of an Eye erzählt drei existenzielle Geschichten
In the Blink of an Eye ist alles andere als ein geradliniger Sci-Fi-Film. Genau genommen folgen wir hier drei Geschichten, die ineinander verwoben sind. Im Gegensatz zu einem klassischen Episodenfilm gestalten sich die Übergänge zwischen den Erzählebenen somit als fließend – wie ein großer Strom an Gedanken.
In der Vergangenheit lernen wir eine Neandertalerfamilie (Tanaya Beatty und Jorge Vargas) kennen, die aus ihrer Heimat vertrieben wird. Mittellos finden sich die Eltern in der erbarmungslosen Natur wieder und müssen einen Weg finden, um sich und ihre Kinder vor den Gefahren der Nacht zu beschützen.
In der Gegenwart warten Claire (Rashida Jones) und Greg (Daveed Diggs), die sich ihre gegenseitigen Gefühle verschweigen und stattdessen ihre Schaffenskraft in anthropologische Forschungsprojekte stecken, bei denen es um proto-menschliche Überbleibsel aus einer längst vergangenen Zeit geht.
In der Zukunft rätselt die Astronautin Coakley (Kate McKinnon) zwei Jahrhunderte später über eine mysteriöse Krankheit, die sämtliche Pflanzen auf ihrem Raumschiff bedroht. Eigentlich ist sie auf dem Weg zu einem fremden Planeten. Jetzt muss sie mit dem empathischen Bordcomputer ein anderes Problem lösen.
Im Zuge seiner Ankündigung wurde In the Blink of an Eye als Mischung aus 2001: Odyssee im Weltraum, Interstellar und Magnolia umschrieben. Wem das noch nicht reicht, darf nach dem Trailer auch das Sci-Fi-Epos Cloud Atlas zu den Inspirationen zählen – gerade auch in Hinblick auf die Frage, was uns Menschen im Lauf der Zeit auszeichnet. In the Blink of an Eye lädt auf eine existenzphilosophische Odyssee ein.
Am meisten Neugier weckt jedoch die Person hinter der Kamera: Inszeniert wurde der Film von niemand Geringerem als Andrew Stanton. Der ist aus dem Pixar-Kosmos bekannt, wo er als Drehbuchautor unter anderem die Toy Story-Reihe und Die Monster AG auf den Weg gebracht hat. Als Regisseur schenkte er uns Animationsmeisterwerke wie Das große Krabbeln, Findet Nemo und Wall-E – Der Letzte räumt die Erde auf.
Im Live-Action-Bereich hatte Stanton bisher weniger Erfolg. Das millionenschwere Sci-Fi-Abenteuer John Carter gilt als einer der größten finanziellen Flops der Geschichte, auch wenn er nicht so schlecht ist wie sein Ruf. Im Gegenteil: Stanton ist ein interessanter Erzähler. Nach diversen Serienausflügen gibt ihm In the Blink of an Eye die Möglichkeit, sich wieder an einen Realfilm heranzutasten. Das dürfte spannend werden.
Wann startet In the Blink of an Eye bei Disney+?
Erst im Januar hat In the Blink of an Eye seine Premiere beim Sundance Film Festival gefeiert, da kommt der Film schon nach Deutschland. Ab dem 27. Februar 2026 könnt ihr die ungewöhnliche Sci-Fi-Reise bei Disney+ im Abo streamen.