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Praia (Kap Verde) – Nach einem Hantavirus-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff auf dem Atlantik sind drei Menschen gestorben – darunter ein Deutscher. Das bestätigte die Reederei „Oceanwide Expeditions“ am Montag. Der Mann verstarb bereits am 2. Mai an Bord der MV Hondius. Bei den beiden anderen Toten handelt es sich um ein niederländisches Ehepaar. Die genaue Todesursache des Deutschen ist noch nicht geklärt.
Die Kreuzfahrt startete in Ushuaia in Argentinien, Ziel war Kap Verde. Doch am 11. April verstarb der erste Passagier – ein 70-jähriger Niederländer. Seine Leiche wurde am 24. April auf der Insel St. Helena von Bord gebracht. Seine Frau (69) verließ das Schiff dort ebenfalls.
Ehefrau verstarb ebenfalls
Am 27. April erhielt das Unternehmen die nächste Schocknachricht: Auch die Frau war verstorben. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) teilte am Sonntag zunächst mit, dass die beiden Briten gewesen seien. Wie das Unternehmen nun klarstellte, handelte es sich allerdings um ein Ehepaar aus den Niederlanden.

Der Sitz von „Oceanwide Expeditions“ in Vlissingen (Niederlande)
Foto: EPA
Ebenfalls am 27. April erkrankte ein weiterer Passagier schwer. Der Brite wurde in ein Krankenhaus nach Johannesburg in Südafrika gebracht. Dort wird er seitdem intensivmedizinisch behandelt. Laut Reederei ist sein Zustand kritisch, aber stabil.
Virus nur bei einem Patienten nachgewiesen
Fünf Tage später, am 2. Mai, verstarb dann der Deutsche. Er befand sich nach Angaben des Unternehmens noch an Bord der MV Hondius. Aus dem Auswärtigen Amt heißt es zu BILD: „Wir müssen leider bestätigen, dass es sich bei einer der betroffenen Personen um eine Person mit deutscher Staatsangehörigkeit handelt. Unsere Kolleginnen und Kollegen der Botschaft Lissabon stehen eng mit den lokalen Behörden in Kontakt.“
Die Reederei erklärt zu den Todesfällen: Nur bei dem Briten in Johannesburg ist das Hantavirus zweifelsfrei nachgewiesen worden. Ob die Todesfälle ebenfalls mit dem Virus in Verbindung stehen, sei noch nicht offiziell nachgewiesen.

Die MV Hondius an der Küste der Kapverden
Foto: EPA
An Bord des Schiffes befinden sich aktuell noch zwei Mitglieder der Crew, die ebenfalls Symptome einer Atemwegserkrankung zeigen. Der Krankheitsverlauf sei bei einem der Crewmitglieder schwer, bei dem anderen leicht. Es handele sich um einen britischen und einen niederländischen Staatsbürger, so die Reederei. Sie bräuchten „dringend medizinische Behandlung“. Die kapverdischen Behörden weigern sich allerdings, die Menschen von Bord zu lassen.
149 Menschen noch an Bord
An Bord befinden sich aktuell 149 Menschen, darunter 88 Passagiere. Sieben Passagiere – inklusive dem Verstorbenen – und ein Crewmitglied kommen aus Deutschland. Die übrigen Menschen auf dem Schiff stammen laut Reederei aus 22 weiteren Ländern. Auch Reiseblogger Jake Rosmarin aus Boston ist an Bord des Schiffes. Eigentlich wollte er sich aus Respekt vor den Betroffenen zu der Situation nicht äußern, sagt er. Doch nun veröffentlichte er auf TikTok ein Statement.

Das Statement des Reisebloggers in sozialen Netzwerken
Foto: jakerosmarin/TikTok
Unter Tränen sagt er: „Wir sind nicht nur Geschichten, wir sind nicht nur Schlagzeilen, wir sind Menschen. Menschen mit Familien, mit einem Leben, mit Leuten, die zu Hause auf unsere Rückkehr warten.“ Er fährt fort: „Alles, was wir gerade wollen, ist uns sicher zu fühlen, Klarheit zu haben und nach Hause zu können.“
Man arbeite eng mit den Behörden zusammen, so die Reederei. Aktuell liegt das Schiff noch an der Küste der Kapverden. Die nächsten Schritte stehen noch nicht fest. Es wird erwogen, nach Las Palmas oder Teneriffa weiterzufahren.