Die Kämpfe im Nahen Osten flammen wieder auf: Nach Angaben der USA haben die US-Streitkräfte iranische Angriffe auf Schiffe abgewehrt. In einem Interview spricht US-Präsident Trump eine Warnung aus. Mehr im Liveticker.
Nach den Angriffen der USA und Israels auf den Iran gilt seit mehreren Wochen eine Waffenruhe im Nahen Osten. Doch Gespräche über einen Friedensschluss zwischen den USA und dem Iran scheiterten. Nun kommt es wieder zu wechselseitigen Angriffen.
Alle Entwicklungen zum Krieg in Nahost im Liveticker:
22:09 Uhr – Merz: Verurteilen iranische Angriffe auf Vereinigte Arabische Emirate „scharf“
Bundeskanzler Merz (CDU) kritisiert die jüngsten Angriffe des Iran auf die Vereinigten Arabischen Emirate. „Diese Angriffe verurteilen wir scharf“, erklärte Merz am Montag im Onlinedienst X und ergänzte: „Unsere Solidarität gilt den Menschen in den Vereinigten Arabischen Emiraten und unseren Partnern in der Region.“
Weiter schrieb Merz: „Teheran muss an den Verhandlungstisch zurückkehren und aufhören, die Region und die Welt zur Geisel zu nehmen: Die Blockade der Straße von Hormus muss enden. Teheran darf keine Nuklearwaffe bauen. Es darf keine weiteren Drohungen und Angriffe gegen unsere Partner geben.“
21:22 Uhr – Irans Streitkräfte verteidigen Angriff auf Emirate
Irans Streitkräfte verteidigen ihren Angriff auf Ölanlagen in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Attacke sei zunächst nicht geplant gewesen, sagte ein namentlich nicht genannter Militärvertreter dem staatlichen iranischen Rundfunk. Sie sei jedoch Ergebnis des „Abenteurertums der US-Armee“, hieß es zur Begründung. Konkret nannte der Vertreter eine „illegale Passage von Schiffen durch verbotene Routen der Straße von Hormus“. Dafür müsse die US-Marine Rechenschaft ablegen.
20:52 Uhr – Arabische Staaten verurteilen Angriff auf Emirate
Arabische Staaten verurteilen die erneuten Angriffe Irans auf die Vereinigten Arabischen Staaten scharf. Jordaniens Außenminister Aiman al-Safadi missbilligte den „brutalen Angriff“ in einem Telefongespräch mit seinem emiratischen Amtskollegen Abdullah bin Sajed al Nahjan. Der Golfstaat Bahrain bezeichnete die Attacken als „gefährliche Eskalation, die die Sicherheit und Stabilität der Region bedroht“. Es handle sich um einen klaren Verstoß gegen die geltende Waffenruhe.
Ägypten sprach von „abscheulichen Angriffen“. Kairo lehne jede Praxis kategorisch ab, die darauf abziele, Zivilisten zu terrorisieren oder die Stabilität der arabischen Golfregion zu untergraben, hieß es vom Außenministerium. Auch die Golfstaaten Kuwait und Katar zeigten sich solidarisch mit den Vereinigten Arabischen Emiraten.
20:25 Uhr – Trump erneuert Vernichtungsdrohung
US-Präsident Trump droht dem Iran für den Fall von Angriffen auf US-Schiffe mit Vernichtung. Der Iran werde „von der Erde gefegt“, sollte er Schiffe angreifen, die im Rahmen der neuen US-Initiative zur Öffnung der Straße von Hormus im Einsatz seien, zitierte der Sender Fox News Trump nach einem Interview. Trump sagte, dass die USA militärisch gut aufgestellt seien: Das US-Militär verfüge über mehr Waffen und Munition besserer Qualität als zuvor. „Wir haben die beste Ausrüstung. Wir haben überall auf der Welt Material. Wir haben überall auf der Welt Stützpunkte. (…) Wir können all das Material einsetzen, und das werden wir auch tun, wenn es nötig ist.“
20:13 Uhr – Israels Militär in erhöhter Bereitschaft
Das israelische Militär ist angesichts der Berichte über Gefechte zwischen den USA und dem Iran in der Straße von Hormus weiter in erhöhter Alarmbereitschaft. Man beobachte die Entwicklungen in der Golfregion genau, teilte ein Sprecher der Streitkräfte mit. Derzeit gehe das Militär nicht davon aus, dass die Vorgaben für die Zivilbevölkerung in Israel geändert würden. Dazu gehörten etwa Beschränkungen für die Größe von Versammlungen, wie sie in Kriegszeiten gelten.
19:49 Uhr – Trump: US-Militär schießt sieben Schnellboote ab
Das US-Militär hat Präsident Donald Trump zufolge sieben Schnellboote abgeschossen. Zudem wirft Trump dem Iran vor, ein südkoreanisches Frachtschiff angegriffen zu haben. Er fordert Südkorea auf, sich an dem Einsatz zum Schutz der Schifffahrt in der Region zu beteiligen. Abgesehen von diesem Zwischenfall gebe es keine Schäden bei der Durchfahrt durch die Straße von Hormus, sagt Trump weiter. Zuvor meldete das südkoreanische Außenministerium eine Explosion auf dem Frachter „HMM Namu“.
18:58 Uhr – Oman meldet Angriff nahe der Straße von Hormus
Inmitten wachsender Spannungen im Iran-Krieg meldet der Oman einen Angriff auf ein Wohngebäude. Die staatliche Nachrichtenagentur Oman News Agency berichtete, dass der Angriff die Region um Buch getroffen habe. Dabei handelt es sich um eine vom übrigen Staatsgebiet getrennte Exklave an der Straße von Hormus. Bei dem Angriff seien ausländische Arbeiter verletzt worden. Von wem der Angriff ausging, ist unklar.
18:42 Uhr – USA versenken mehrere iranische Schnellboote
Der Iran hat nach Angaben der US-Streitkräfte mehrere Schiffe unter US-Schutz mit Raketen, Drohnen und von kleinen Schnellbooten aus angegriffen. Sechs iranische Boote seien im Zuge der Auseinandersetzung von US-Hubschraubern versenkt worden, teilte Brad Cooper, Kommandeur des für den Nahen Osten zuständigen Regionalkommandos des US-Militärs, mit.
18:07 Uhr – Emirate: Großbrand nach iranischem Drohnenangriff
In den Vereinigten Arabischen Emiraten ist Behördenangaben zufolge nach einem iranischen Drohnenangriff ein Großbrand ausgebrochen. Betroffen ist ein Industriegebiet der Hafenstadt Fudschaira, wie das Medienbüro der Küstenstadt berichtete. Der Zivilschutz sei dabei, die Lage unter Kontrolle zu bringen. Es ist die erste Warnung des Golfstaats vor einem iranischen Angriff seit Beginn der Waffenruhe zwischen den USA und Iran am 8. April.
Nach Berichten über diesen Zwischenfall in der Straße von Hormus fing dann das Militär der Vereinigten Arabischen Emirate eigenen Angaben nach drei Raketen aus dem Iran ab. Eine weitere Rakete sei im Meer niedergegangen, hieß es in einer Erklärung des Verteidigungsministeriums. In mehreren Regionen des Landes sei die Flugabwehr zu hören gewesen. Zuvor war die Bevölkerung aufgefordert worden, sich in Sicherheit zu bringen.
17:13 Uhr – Bericht: Seoul prüft möglichen Angriff in Straße von Hormus
Südkorea prüft nach Angaben der Nachrichtenagentur Yonhap Informationen, wonach ein Schiff einer südkoreanischen Reederei in der Straße von Hormus angegriffen wurde. Auf dem von HMM Co. betriebenen und unter panamaischer Flagge fahrenden Schiff sei nach einer Explosion ein Brand ausgebrochen, meldet Yonhap unter Berufung auf das Außenministerium.
Das Schiff habe in Gewässern nahe den Vereinigten Arabischen Emiraten in der Meerenge vor Anker gelegen, hieß es. Die Ursache der Explosion und des Brandes sowie das Ausmaß des Schadens würden derzeit untersucht.
16:36 Uhr – Bundesmarine verlegt Versorgungsschiff für möglichen Hormus-Einsatz
Das Versorgungsschiff „Mosel“ der Bundesmarine beendet seinen bisherigen Auftrag in der Ägäis und bereitet sich auf einen möglichen Einsatz in der Straße von Hormus vor. Das Schiff wechsle dazu in einen Nato-Minenabwehrverband im Mittelmeer, teilt das Verteidigungsministerium mit. Zu dem Verband stoße auch das Minenjagdboot „Fulda“, das in Richtung Mittelmeer ausgelaufen sei. Voraussetzungen für einen Einsatz in der Straße von Hormus seien eine nachhaltige Beendigung der Kampfhandlungen, eine völkerrechtliche Grundlage und ein Mandat des Bundestags, heißt es weiter.
16:27 Uhr – Israel und Hisbollah greifen einander wieder gegenseitig an
Trotz formell geltender Waffenruhe bleibt die Lage im Südlibanon und Nordisrael angespannt. Israels Armee griff eigenen Angaben zufolge erneut Ziele der Terrormiliz Hisbollah im Süden des Nachbarlandes an. Bei Gefechten am Boden zwischen israelischen Soldaten und der vom Iran unterstützten Miliz seien unterdessen mindestens zwei Hisbollah-Mitglieder im Südlibanon ums Leben gekommen. Israel sprach von zwei verletzten israelischen Soldaten.
16:10 Uhr – Minenjagdboot „Fulda“ unterwegs Richtung Mittelmeer
Leinen los für den möglichen Einsatz in der Straße von Hormus: Ein Minenjagdboot der Deutschen Marine ist unterwegs in Richtung Mittelmeer. Die „Fulda“ legte am Montagnachmittag vom Marinestützpunkt Kiel-Wik aus ab, wie eine AFP-Reporterin berichtete. Das Schiff mit einer Besatzung von bis zu 45 Soldaten wird etwa zwei Wochen lang unterwegs sein. Grüne und Linke äußerten Bedenken gegen den Einsatz. Die „Fulda“ wird aus einem Nato-Einsatz in der Nord- und Ostsee herausgelöst und soll im Mittelmeer in einen Nato-Minenabwehrverband eingegliedert werden. Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums sagte, die „Fulda“ breche schon jetzt in Richtung Mittelmeer auf, „um im Falle eines Falles, wenn die auch durch den Bundeskanzler genannten Rahmenbedingungen erfüllt sind, dann an so einem Einsatz teilnehmen zu können und dann schon in räumlicher Nähe zu sein“.
15:44 Uhr – US-Zentralkommando: US-Kriegsschiffe durchfahren Straße von Hormus
US-Kriegsschiffe haben nach Angaben der US-Armee die bislang vom Iran blockierte Straße von Hormus durchfahren. Nach ihrer Durchfahrt durch die Meerenge befänden sich die Zerstörer nun im Persischen Golf, teilte das für die Golfregion zuständige Zentralkommando der US-Streitkräfte mit. Zudem hätten zwei unter US-Flagge fahrende Handelsschiffe die Meerenge passiert.
15:28 Uhr – Raketenalarm in den Emiraten
Die Vereinigten Arabischen Emirate haben erstmals seit Beginn der Waffenruhe im Iran-Krieg vorübergehend einen Raketenalarm ausgelöst. Einwohner seien aufgefordert, umgehend Schutz zu suchen, mahnen die Behörden. Später wurde Entwarnung gegeben.
15:24 Uhr – Iran definiert neue Kontrollzone in der Straße von Hormus
Die iranischen Streitkräfte haben in der Straße von Hormus eine neue Kontrollzone definiert. Die mit den Revolutionsgarden verbundene Nachrichtenagentur Tasnim veröffentlichte dazu auf Telegram eine Karte, die den Bereich ausweist. Sie reicht demnach von der iranischen Insel Gheschm südlich im Persischen Golf bis nach Umm al-Kaiwain an die Nordwestküste der Vereinigten Arabischen Emirate. Weiter östlich im Golf von Oman definiert die iranische Marine das Kontrollgebiet vom iranischen Küstenort Kuh-e Mobarak südlich bis zur emiratischen Hafenstadt Fudschaira.
14:05 Uhr – US-Militär dementiert iranischen Raketentreffer auf Schiff
Die USA dementieren, dass die iranischen Streitkräfte ein US-Kriegsschiff mit Raketen getroffen haben. Das für den Nahen Osten zuständige US-Regionalkommando Centcom teilte auf X mit, Berichte iranischer Medien, dass ein Schiff von zwei Raketen getroffen worden sei, seien falsch. Kein Schiff der US-Marine sei getroffen worden.
12:11 Uhr – Iran meldet Raketenangriff auf US-Kriegsschiff
Der Iran hat nach einem Bericht des Staatsfernsehens zufolge US-Kriegsschiffe am Vordringen in die Straße von Hormus gehindert. Ein US-Kriegsschiff sei nahe der Hafenstadt Dschask von zwei Raketen getroffen und zur Umkehr gezwungen worden, nachdem es zuvor eine Warnung des Iran ignoriert habe, meldet die iranische Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf örtliche Insider.
saha/ll mit dpa/Reuters/AFP/AP