Erstmals seit Beginn der Waffenruhe zwischen der USA und dem Iran ist es in der Straße von Hormus zu wechselseitigen Angriffen gekommen. Bei der Eskalation soll der Iran mehrere Schiffe angegriffen und einen Ölhafen in den Vereinigten Arabischen Emiraten in Brand gesetzt haben, die USA wollen iranische Boote getroffen haben. Auch der Oman meldete Verletzte. Über den genauen Verlauf der Kampfhandlungen widersprechen sich die Angaben.
Nachdem die USA mit zwei Kriegsschiffen durch die Straße von Hormus gefahren war, um nach eigenen Angaben festsitzende Tanker in der Straße von Hormus zu schützen, schoss der Iran Raketen und Drohnen auf die Vereinigten Arabischen Emirate. Dabei kam es in der Hafenstadt Fudschaira laut dem Verteidigungsministerium zu einem Großbrand in einer Ölraffinerie. Außerdem fing das Militär der Emirate mindestens drei iranische Raketen ab. Eine weitere Rakete sei im Meer niedergegangen.
Laut der britischen Seeschifffahrtsbehörde UKMTO wurden zudem zwei Schiffe vor der Küste der Emirate getroffen. Der dortige Ölkonzern ADNOC bestätigte einen Drohnenangriff auf einen leeren Tanker. Der Oman meldete unterdessen Verletzte nach einem Angriff auf ein Wohngebäude. Zunächst war nicht klar, von wem der Beschuss ausging.
Trump droht Iran erneut mit Vernichtung
Der Iran bestätigte den Angriff auf Fudschaira und rechtfertige diesen mit der US-Militäroperation in der Meerenge. Der Beschuss sei in Reaktion auf die »illegale Passage von Schiffen durch verbotene Routen der Straße von Hormus« geschehen, teilte ein namentlich nicht genannter Militärvertreter dem staatlichen iranischen Rundfunk mit. Zu den von der UKMTO gemeldeten Angriffen auf Tanker äußerte sich die iranische Führung zunächst nicht.
© Lea Dohle
Newsletter
Was jetzt? – Der tägliche Morgenüberblick
Vielen Dank! Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.
Prüfen Sie Ihr Postfach und bestätigen Sie das Newsletter-Abonnement.
Die iranische Revolutionsgarde feuerte zudem nach eigenen Angaben mehrere Raketen als Warnung in Richtung von US-Kriegsschiffen ab, die sich im Meer vor der Südküste befunden haben sollen. Nach iranischen Angaben sollen zwei Raketen ein US-Schiff getroffen haben. Die USA dementierten dies und teilten mit, dass sechs kleine iranische Boote und mehrere Schnellboote der Islamischen Republik zerstört worden seien – was der Iran wiederum dementierte.
US-Präsident Donald Trump schrieb dennoch auf sozialen Netzwerken sogar von sieben Schiffen. Der US-Präsident schrieb zur Begründung, der Iran habe einige in dem Krieg unbeteiligte Nationen angegriffen – darunter ein südkoreanisches Frachtschiff. Trump drohte dem Iran mit Vernichtung, falls
das Land US-Schiffe in der Straße von Hormus angreife. In diesem Fall
werde der Iran »von der Erde gefegt«, sagte er in einem Interview mit dem Sender Fox News.
Auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kritisierte die Angriffe des Iran auf die Vereinigten Arabischen Emirate deutlich. »Unsere Solidarität gilt den Menschen in den Vereinigten Arabischen Emiraten und unseren Partnern in der Region«, schrieb er auf X und forderte den Iran zu neuen Verhandlungen auf. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bezeichnete die Angriffe als »inakzeptabel«.
USA wollen Resolution im Sicherheitsrat
Trump hatte in der Nacht zum Montag die Militäroperation »Project Freedom« angekündigt, um die für den globalen Energiehandel entscheidende Meerenge wieder für die Schifffahrt zu öffnen. Nach Angaben des Zentralkommandos der US-Streitkräfte (Centcom) standen 15.000 Soldaten, Kriegsschiffe, Lenkwaffenzerstörer sowie mehr als 100 Flugzeuge und Drohnen für die »defensive« Mission bereit. Der Iran regierte mit Drohungen, sollten US-Schiffe die Meerenge passieren.
Seit Beginn des Irankriegs wird die Straße von Hormus von der iranischen Revolutionsgarde weitgehend blockiert. Die USA blockieren ihrerseits seit vergangenem Monat Schiffe, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen. In den Verhandlungen mit dem Iran dringt die US-Regierung seit Längerem auf eine Öffnung der Meerenge, bislang ohne Erfolg. Die von Pakistan vermittelten Gespräche stecken derzeit in einer Sackgasse.
Die USA wollen unterdessen gemeinsam mit Verbündeten aus der Golfregion eine Resolution zur Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus im UN-Sicherheitsrat einbringen. Das Papier solle es ermöglichen, den Iran für die monatelange Blockade der wichtigen Wasserstraße zur Rechenschaft zu ziehen, sagte US-Vertreter Mike Waltz. Ein ähnlicher Resolutionsentwurf der USA war Anfang April am Veto Chinas und Russlands gescheitert. Kurz darauf wurde die Waffenruhe im Irankrieg verkündet.
Verfolgen Sie alle Entwicklungen im Irankrieg in unserem Liveblog.
Krieg im Iran
Z+ (abopflichtiger Inhalt);
Straße von Hormus:
Da müssen alle durch
Z+ (abopflichtiger Inhalt);
Iran-Atomabkommen:
»Nukleargespräche laufen anders als Immobiliendeals«
Z+ (abopflichtiger Inhalt);
Straße von Hormus:
Wissen Sie eigentlich, wo die Straße von Hormus liegt?