Auf einem Kreuzfahrtschiff im Atlantik sind drei Menschen mutmaßlich nach einer Infektion mit dem Hantavirus gestorben. Nach Angaben aus der Bundesregierung ist auch ein
deutscher Passagier unter den Toten. Weitere drei Personen seien infiziert, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit. Eine von ihnen wird demnach in Südafrika intensivmedizinisch betreut.

Wie das Auswärtige Amt auf
Anfrage der Nachrichtenagentur dpa bestätigte, handelt es sich bei einem der
drei gestorbenen Passagiere um eine Person mit deutscher
Staatsangehörigkeit. Zum Schutz der Persönlichkeitsrechte werde man sich
jedoch nicht weiter zu dem Einzelfall äußern, hieß es. Zuvor hatte der Schiffsbetreiber Oceanwide
Expeditions mitgeteilt, die deutsche Person sei am Sonntag gestorben.

Bislang wurde einer der Fälle auf dem Schiff in einem Labor bestätigt. Die weiteren Infektionen gelten als Verdachtsfälle. Die restlichen Passagiere und die Crew würden medizinische Unterstützung erhalten, hieß es von der WHO. Eine detaillierte epidemiologische Untersuchung sei im Gange.

Schiff reiste von Argentinien nach Kap Verde

Der Betreiber Oceanwide Expeditions teilte mit, man bewältige eine ernste medizinische ‌Situation ⁠auf dem Expeditionsschiff MV Hondius. Die Behörden ​des westafrikanischen Inselstaates Kap Verde hätten bislang keine Erlaubnis erteilt, pflegebedürftige Passagiere von Bord gehen zu lassen. Laut dem Fahrplan war das Kreuzfahrtschiff mit Platz für 170 Passagiere und etwa 70 Besatzungsmitglieder von Ushuaia im Süden Argentiniens aufgebrochen.

Wie ein Sprecher des südafrikanischen Gesundheitsministeriums mitteilte, zeigte zunächst ein 70-jähriger Passagier Symptome und starb an Bord. Seine Leiche befinde sich derzeit auf der britischen Insel St. Helena im Südatlantik. Seine 69-jährige Ehefrau erkrankte demnach ebenfalls und starb in einem Krankenhaus in Johannesburg. Zwei der Toten seien Niederländer, hieß es vom niederländischen Außenministerium.

Das Hantavirus kann bei Menschen zu Fieber und schweren Atemwegserkrankungen führen. Infektionen können bei Kontakt mit den Ausscheidungen von Nagetieren passieren. In manchen Fällen wird der Erreger auch von Mensch zu Mensch übertragen, hieß es von der WHO. Die sei jedoch äußerst selten, teilte die US-Gesundheitsbehörde CDC mit. Etwa 40 Prozent der Fälle enden nach Angaben der CDC tödlich.