Nach permanenten Auf und Ab´s in der Bundesliga-Saison 2025/26 könnte es für den SK Rapid noch ein Hütteldorfer Happyend geben. Die „grün-weiße Wunder-Tüte“ steht vor einer wegweisenden Woche. Heute Abend (20:30 Uhr, Ligaportal-LIVETICKER) geht es für den Tabellenvierten zum frischgebackenen ÖFB-Cup-Sieger und Meister in spe, dem LASK um Trainer Didi Kühbauer (Rapid-Legende), dann folgt am Sonntag das 350. Wiener Derby gegen die Austria. Zuvor schaute Markus Katzer, Rapid-Geschäftsführer Sport, noch bei Sky in der Sendung „Talk & Tore“ vorbei. Nachfolgend spannende Statements vom 46-Jährigen.

Das mit Spannung erwartete Match beim LASK heute Abend wird für Markus Katzer und den SK Rapid richtungsweisend sein.
„Es war einfach etwas Neues wie Rangnick da den Fußball geprägt hat“
Markus Katzer (Geschäftsführer Sport SK Rapid über…
…die Spielweise in der Admiral Bundesliga:
„Ich glaube, dass Salzburg schon den Fußball geprägt wird, der jetzt in Österreich gespielt hat. Weil es einfach etwas Neues war, wie Rangnick da den Fußball geprägt hat. Das haben dann viele übernommen, ich glaube, dass sich der Fußball in dieser Zeit verändert hat. Man sieht es ja auch international, dass es einfach schwierig wird mit dieser Art und Weise zu bestehen.
Das ist auch ein Grund, warum wir uns jetzt dafür entschieden haben, seit meinem Amtsantritt, etwas anderes zu probieren mit dem Fokus auf den Ballbesitz, weil ich glaube, dass das jetzt wieder kommt und dass das auch Zukunft hat. Ich glaube, wenn man sich darauf fokussiert und verbessert und andere nachziehen, dann wird auch wieder anderer Fußball gespielt, der auch international bestehen kann.“
…ob die Abschaffung der Punkteteilung die richtige Entscheidung sei:
„Ich denke ja. Weil jeder Punkt, den man erreicht, vor der Punkteteilung, da entsteht dann immer so ein Gefühl: ok, die Punkte werden aber noch geteilt. Ich glaube auch, dass die Punkte verdient sind. Ein Sieg ist genauso drei Punkte wert, der dann aber nur 1,5 Punkte wert ist. Ich finde, es ist einfach ein faireres System.
Wir wissen auch, dass die Punkteteilung eingeführt wurde, zu einem Zeitpunkt, wo Salzburg mit zehn oder fünfzehn Punkten vorne war, um die Spannung einfach auch zu halten. Trotzdem finde ich es nur fair, egal ob man jetzt oben mitspielt oder auch um den Abstieg, wo es einfach ums Überleben geht, dass die Punkte alle auch gewertet werden.“
…seine letzten drei Jahre bei Rapid:
„Es ist ein Club, der sehr sehr emotional ist. Ich habe sehr viel an Erfahrung sammeln dürfen in dieser Zeit, wo man sich dann auch an gewisse Sachen gewöhnt und Dinge anders macht wie vor drei Jahren, also ich bin sicher nicht derselbe Markus Katzer wie bei Amtsantritt.“
„Ich glaube, dass der Weg einfach stimmt und richtig ist“
…die sportliche Entwicklung von Rapid:
„Wir befinden uns nach wie vor in einem Prozess und haben viele Dinge verändert. Wenn man sich jetzt einmal die sportliche Entwicklung anguckt, wir haben die letzten drei Spiele gegen Salzburg gewonnen, haben Sturm zweimal geschlagen, haben mit dem LASK wahrscheinlich die derzeit formstärkste Mannschaft 4:2 im eigenen Stadion geschlagen, wir haben uns in den letzten zwei Jahren zweimal für eine Gruppenphase oder eine Ligaphase qualifiziert, waren davon einmal im Viertelfinale von der Conference League.
Ich glaube, dass der Weg einfach stimmt und richtig ist. Was auch stimmt, dass wir zwischenzeitlich von unserer Spielidee abgekommen sind, aber wir haben das dann ganz bewusst auch geändert. Das ist aber auch dem geschuldet gewesen, dass wir sehr viele Gespräche mit dem Peter geführt haben vor seinem Amtsantritt und wir haben eigentlich nicht die Intention gehabt, einen anderen Fußball zu spielen, sondern haben ihn eigentlich eher in einer Managerfunktion gesehen, wie das auch in England oft üblich ist und wollten mit einem modernen Trainerteam dann schon auf diesem Weg bleiben. Es hat sich dann anders entwickelt, deswegen haben wir dann auch den Trainer getauscht und haben mit Johannes Hoff Thorup jetzt wieder einen Weg eingeschlagen, den wir auch mit Robert Klauß verfolgt haben.“

„Er passt komplett zu unserer Idee“
…weshalb Johannes Hoff Thorup der richtige Trainer für Rapid ist:
„Er passt komplett zu unserer Idee. Wir haben sehr viele intensive Gespräche geführt, ihn komplett durchleuchtet, Informationen aus seinem Arbeitsumfeld bekommen und uns wirklich die Zeit genommen haben und er passt einfach perfekt zu dieser Spielidee. Ich kann jetzt nach den dreieinhalb Monaten sagen, wo ich jeden Tag sehe, wie er auf die Mannschaft wirkt, wie er seine Idee durchbringt, wie er in der Kommunikation ist, dass ich sehr glücklich mit seiner Arbeit und ihm bin.“
…ob man bei Rapid auf die Austria guckt:
„Was wir schon machen, wir schauen uns alle Transfers an, die die Austria macht, aber nicht nur die, die Austria macht, sondern auch alle, die jeder Verein in der Bundesliga oder jeder Konkurrent macht, um einfach auch aus Fehlern zu lernen von anderen oder von Dingen, die einfach gut laufen. Als Spieler ist das halt anders, das ist mir schon klar.“
…den Trainerwechsel:
„Ein Trainer, der am ersten Jänner kommt, braucht auch seine Zeit, weil vier Wochen Vorbereitung reicht einfach nicht. Da muss man auch sagen, dass es total schwierig war, weil der Trainer in einer Phase gekommen ist, wo die Mannschaft mental schon sehr down war, weil davor schon eine Serie da war, die auch der Grund gewesen ist, warum wir den Trainer gewechselt haben. Unsere Liga ist sehr speziell, das war sicher keine leichte Situation. Aber es hat nicht lang gedauert, dass er mitbekommen hat wie die Liga, gerade auch im Moment, funktioniert.“
„Ich glaube, dass in der Kommunikation bei uns in der Vergangenheit viel zu viel Fokus auf diese Titel gelegt worden ist“
…die lange Zeit ohne Rapid-Titel:
„Es macht gar keinen Sinn, dass man über Titel spricht. Ich glaube, dass man Titel einfach macht und nicht drüber spricht. Wir haben jetzt schon lange keinen Titel mehr gewonnen. Bei den letzten zwei war ich dabei, worauf ich nicht stolz bin. Mir wäre es lieber gewesen, wenn in der Zwischenzeit schon einmal geklappt hätte. Aber ich glaube, dass in der Kommunikation bei uns in der Vergangenheit viel zu viel Fokus auf diese Titel gelegt worden ist.
Ich glaube, dass einfach wichtig ist, dass man ein klares System verfolgt, dass man gute Arbeit macht und dann passiert es automatisch, dass du irgendwann auch mal das Momentum hast und eine Saison hast, wo du ganz vorne stehst, egal ob es im Cup ist oder in der Meisterschaft.“
…die Balance zwischen sportlichem und wirtschaftlichem Erfolg:
„Es geht darum, dass man sich wirtschaftlich so aufstellt, dass man den sportlichen Erfolg gewährleisten kann. Am Ende geht es darum, dass man sportlich erfolgreich ist. Da ist der wirtschaftliche Erfolg ein Stück davon. Ich glaube, wir haben es im letzten Sommer bewiesen, wir haben einen Spieler transferiert, mit Mamadou Sangare, der jetzt mit der beste Spieler in der Ligue 1 ist, der jetzt im Sommer auch in die Premier League wechseln könnte.
Das Wichtigste ist, dass man ein Fundament baut, wo man die Dichte des Kaders und die Breite des Kaders so gestaltet und die Qualität so erhöht, dass man das im eigenen System auffangen kann, wenn Leistungsträger weg sind. Dass wir ein Markt sind, wo Leistungsträger abgeworben werden, das ist kein Geheimnis. Das ist in der Zukunft ganz entscheidend, weil wir gemerkt haben, dass, wenn die Fluktuation zu groß ist, braucht man einfach viel zu lange, bis man wieder dann diese Konstanz findet.
Die Qualität war nie ein Problem, das hat man an den Ergebnissen gegen die Spitzenmannschaften gesehen, aber diese Konstanz hat uns immer wieder wehgetan. Wir haben vier Elfer verschossen, wir haben viele Spiele gehabt, wo wir einfach nicht gut waren, wie gegen Hartberg. Diese Konstanz wird kommen, da bin ich ganz sicher, wenn du viele Spieler halten kannst oder im eigenen System diese Plätze auffüllen kannst.“
„Wir sind immer sehr früh dran, was diese Vertragskonstellationen betrifft, vor allem bei Spielern, die regelmäßig in der Startelf stehen“
…Torhüter Niklas Hedl:
„Ich muss den Niki in Schutz nehmen. Er hat eine durchwachsene Saison, aber er hat auch viele Spiele gehabt, wo er uns die Punkte gerettet hat. Im Kopf bleibt dann oft ein Tor wie gegen Sturm Graz, aber der Niki Hedl war auch vor dieser Saison immer Leistungsträger, das war auch der Grund, warum wir den Vertrag um vier Jahre verlängert haben.
Jetzt hat er nur noch ein Jahr Vertragslaufzeit und jeder, der uns kennt weiß, wir sind immer sehr früh dran, was diese Vertragskonstellationen betrifft, vor allem bei Spielern, die regelmäßig in der Startelf stehen.“

Die „Transfer-Causa“ um ÖFB-Team-Rekordtorschütze Marko Arnautovic war das große Sommer-Thema um den SK Rapid in 2025. Es blieb bei einer Wunschvorstellung, wie auch die Fotomontage dokumentiert.
„Das Problem war, dass bekannt wurde, dass wir uns mit dem Thema beschäftigen. Das ist viel zu früh rausgekommen“
…Kapitän Matthias Seidl:
„Diese Entwicklung ist sehr positiv. Speziell diese defensivere Rolle, seit der Johannes da ist, die tut ihm richtig gut, also da wächst er richtig rein. Er ist ein ganz wichtiger Baustein aktuell in der Mannschaft und ist ein Spieler, der uns vor allem die Stabilität bieten kann. Er ist vielleicht nicht ein klassischer Profilspieler, den man in den Top 5 Ligen sucht, was aber auch nicht immer ein Nachteil ist.
Weil er ist Österreicher, kennt den Verein gut, lässt immer sein Herz am Platz, was extrem wichtig ist, diese Mentalität zu haben. Er hat einen Riesenschritt gemacht und wir sind extrem glücklich, dass wir ihn haben und schauen, was die Zukunft bringt.“
…den geplatzten Arnautovic-Transfer:
„Da war eine Möglichkeit, und wenn man einen Marko Arnautovic verpflichten kann, dann passiert der Transfer nicht von heute auf morgen. Das Problem war, dass bekannt wurde, dass wir uns mit dem Thema beschäftigen. Das ist viel zu früh rausgekommen. Irgendwann war die Entscheidung da, dass es einfach nicht möglich ist in der Konstellation.“
Siehe auch:
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Fotocredit: Harry Dostal/www.sport-bilder.at und SK Rapid