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New York (USA) – Ohne ihn hätte es den Wu-Tang Clan vielleicht nie gegeben. Oliver „Power“ Grant kratzte Anfang der 90er-Jahre das Geld für den ersten Song der New Yorker Rap-Gruppe zusammen und zog auch später hinter den Kulissen wichtige Fäden. Er galt als Visionär und Architekt des geschäftlichen Erfolgs der Crew. Jetzt ist das Gründungsmitglied mit nur 52 Jahren gestorben.

„Ruhe im Paradies, mein Bruder, gute Reise“. So verabschiedet sich Method Man (54, bürgerlich Clifford James Smith), eines der bekanntesten Gesichter des Wu-Tang-Clans, auf Instagram von seinem langjährigen Freund. Die Todesursache ist bislang nicht bekannt.

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Grant, besser bekannt als „Power“, wuchs in den berüchtigten Park Hill Projects auf Staten Island in New York gemeinsam mit mehreren späteren Wu-Tang-Mitgliedern auf. Früh übernahm er die Rolle des Organisators und Finanzstrategen. 1992 half er entscheidend dabei, das Geld für die erste Single „Protect Ya Neck“ zusammenzubringen.

Oliver „Power“ Grant (†52, M.) mit seinem Wu-Tang-Clan-Kollegen RZA (56, bürgerlich Robert Fitzgerald Diggs (l.) und der New Yorker Rap-Größe Fat Joe (55, bürgerlich Joseph Antonio Cartagena)

Oliver „Power“ Grant (†52, M.) mit seinem Wu-Tang-Clan-Kollegen RZA (56, bürgerlich Robert Fitzgerald Diggs, l.) und der New Yorker Rap-Größe Fat Joe (55, bürgerlich Joseph Antonio Cartagena)

Foto: WireImage

Später erinnerte er sich: „Ich war eher der Finanz-Typ, während Ghost und RZA die musikalischen Talente waren.“ Vieles sei damals ein Lernprozess gewesen: „Wir haben alles auf die harte Tour gelernt – viel Versuch und Irrtum.“ 1993 fungierte „Power“ als ausführender Produzent des Debütalbums „Enter the Wu-Tang (36 Chambers)“, das bis heute als Meilenstein der Rap-Geschichte gilt.

Neben der Musik baute Grant auch das Geschäftsimperium der Gruppe auf. Kurz nach dem Durchbruch gründete er die Streetwear-Marke Wu Wear. „Wir waren damals so angesagt, dass die Telefone für alles mit Wu-Bezug nonstop klingelten“, sagte er rückblickend. Die Einnahmen aus dem Musikgeschäft investierte er direkt in neue Projekte.

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Unter seiner Leitung schloss Wu Wear sogar einen Deal mit dem US-Kaufhausriesen „Macy’s“ und eröffnete mehrere Geschäfte in den USA. Auf dem Höhepunkt setzte die Marke rund 25 Millionen Dollar pro Jahr um. Grant erklärte den Erfolg so: „Das Wu-Logo war wie eine internationale Sprache – so wie bei Gucci oder Louis Vuitton. Man erkennt es sofort und fühlt sich verbunden.“ Seit den 90ern verkaufte die Gruppe weltweit mehr als 22 Millionen Tonträger, ihr Debüt „Enter the Wu-Tang (36 Chambers)“ gilt bis heute als Genre-Meilenstein

Den Wu-Tang Clan gibt es bis heute – allerdings nicht mehr in kompletter Originalbesetzung. Gründungsmitglied Ol’ Dirty Bastard (bürgerlich Russell Tyrone Jones) starb 2004 mit 35 Jahren, viele Mitglieder verfolgen parallel Solo-Karrieren. Trotzdem tritt die Crew weiterhin gemeinsam auf und gilt auch mehr als drei Jahrzehnte nach ihrer Gründung als feste Größe im Hip-Hop.